• Gold - Kürzel: XAU/USD - ISIN: XC0009655157
    Börse: Forex Capital Markets / Kursstand: 1.224,550 $/Unze

Das Treffen zwischen US-Präsident Donald Trump und Russlands Staatschef Wladimir Putin in Helsinki hat zu Beginn der Woche weltweit die Schlagzeilen dominiert. Bereits zuvor hat Russland einen ökonomischen Warnschuss in Richtung Washington gefeuert: Im April und Mai verkaufte Russland fast seinen gesamten Bestand an US-Staatsanleihen. Dies zeigen Daten des US-Finanzministeriums, die nun veröffentlicht wurden.

Noch Ende März 2018 hielt Russland US-Staatsanleihen im Volumen von rund 96,1 Milliarden Dollar. Doch im April und Mai wurde fast der gesamte Bestand verkauft, so dass Russland Ende Mai nur noch Staatspapiere im Wert von 14,9 Milliarden Dollar hielt.

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Mit seinen Verkäufen könnte Russland mitverantwortlich für einen deutlichen Anstieg der US-Renditen im April und Mai gewesen sein. Die Rendite der US-Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren war im Mai in der Spitze über die vielbeachtete Marke von drei Prozent geklettert. Bei Anleihen entwickeln sich Renditen und Kurse gegenläufig.

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Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen

Eine mögliche Erklärung für die Verkäufe ist, dass Russland wegen der neuen US-Sanktionen befürchtet hat, über kurz oder lang möglicherweise den Zugang zu den in US-Anleihen angelegten Geldern zu verlieren. Die Verkäufe könnten also ein Versuch gewesen sein, diese Gelder zu retten.

Andererseits könnten die Verkäufe auch ein Versuch gewesen sein, die US-Märkte zu destabilisieren. Ein steigendes Zinsniveau verteuert die Kreditaufnahme und verlangsamt dadurch das Wirtschaftswachstum. Im Extremfall können steigende Anleiherenditen sogar einen Crash an den Aktienmärkten auslösen, weil Anleihen dadurch vergleichsweise attraktiver werden als Aktien und weil der Gegenwartswert künftiger Unternehmensgewinne durch einen höheren Abzinungsfaktor geschmälert wird.

Die russische Zentralbank begründete den Verkauf der US-Staatspapiere mit "Diversifikationsmaßnahmen". Während US-Anleihen von der Zentralbank verkauft wurden, erwarb die Notenbank weiter fleißig Gold. So wurden allein im zweiten Quartal insgesamt rund 52,1 Tonnen des Edelmetalls im Marktwert von rund 2 Milliarden Dollar erworben. Der Marktwert des gekauften Goldes zeigt allerdings, dass nur ein kleiner Anteil der durch die Anleiheverkäufe erlösten Dollarbeträge in den Kauf von Gold geflossen ist. Russland erhöht seine Goldreserven bereits seit Jahren deutlich.

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