Genf (Godmode-Trader.de) - Der Welthandel hat sich laut Daten der Welthandelsorganisation (WTO) deutlich von dem coronabedingten Einbruch im Frühjahr erholt. Im Sommer seien viele wirtschaftlichen Beschränkungen gelockert worden, was den Handel gestützt habe, berichtete die WTO Ende vergangener Woche. Das Barometer für den Weltwarenhandel stieg von 84,5 Punkten im August auf 100,7 Punkte im November. Bei einem Wert von über 100 Punkten signalisiert der Indikator ein Wachstum des Welthandels. Die WTO warnte aber, dass es noch nicht absehbar sei, ob sich die Erholung angesichts der wieder steigenden Zahl von Neuinfektionen auch fortsetze.

Ein weiterer Indikator - der monatlich veröffentlichte World Trade Monitor des niederländischen Wirtschaftsministeriums - verdeutlicht den Erholungskurs. Demnach lag das Volumen der global gehandelten Waren im September 2,1 Prozent über dem Vormonatswert. Das ist der vierte Anstieg in Folge. Der Abstand zum Vorkrisenniveau sank dadurch auf 2 Prozent. Während die Industriestaaten deutlich mehr exportierten, verzeichneten China ein kräftiges Importwachstum, hieß es.

Auch der Containerumschlag-Index des Essener Wirtschaftsforschungsinstituts RWI und des Instituts für Seeverkehrswirtschaft und Logistik ist weiter im Aufwärtstrend. Er stützt sich auf Angaben von 46 Häfen und liegt nur mit rund vierwöchiger Verzögerung vor. Nach einer ersten Schnellschätzung ist der Containerumschlag-Index im Oktober abermals kräftig gestiegen mit Zuwächsen in allen Regionen, und hat sogar ein Allzeithoch erreicht. „Insbesondere die Nachfrage aus China stütze den Welthandel, so das RWI.

Der Blick in die jüngste Vergangenheit mag beruhigen, auf Gesamtjahressicht bleibt der weltweite Handel laut WTO aber weit unter Vorjahr. Die Organisation erwartet für 2020 nach wie vor einen Rückgang des Welthandels um 9,2 Prozent. Schließlich sei der Handel im zweiten Quartal um 17,2 Prozent im Jahresvergleich eingebrochen. Im kommenden Jahr erwarte die WTO einen Anstieg des Welthandels um 7,2 Prozent, womit das Vorkrisenniveau jedoch nicht erreicht würde. Die handelsbezogene Unsicherheit bleibe hoch, so die WTO.