Nachdem der DAX gestern mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent bei 11.350 Punkten geschlossen hatte, werden Anleger heute in einem schwierigen Börsenumfeld vorsichtig agieren: Zuletzt lagen etliche US-Konjunkturdaten unter den Erwartungen der Analysten, die Aktienmärkte in China sind heiß gelaufen und in Europa schwebt der Grexit mit seinen geldpolitischen Unwägbarkeiten weiterhin als Damoklesschwert über den Investoren.

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    Angesichts dieser Gemengelage, in der in den USA schwache Konjunkturdaten eindrucksvollen Allzeithochs an den Börsen gegenüberstehen, sieht es Fed-Chefin Janet Yellen in einem Plausch auf großer Bühne mit IWF-Chefin Christin Lagarde für ratsam, die Anleger zur Räson zu rufen. Die Aktienbewertungen haben eine Höhe erreicht, die Yellen mit „quite high“ bezeichnete. Dem Wort „quite“ kommt im Englischen eine sehr dehnbare Bedeutung zu, die im vorliegenden Zusammenhang von „ziemlich hoch“ bis zu „unangemessen“ oder sogar „unverantwortlich hoch“ reichen kann. Eine Überhitzung drohe, stellt Yellen bei der Konferenz fest, in der sie auf Fragen von Christine Lagarde, Chefin des Internationalen Währungsfonds, antwortete. Die hohen Aktienpreise bringen „mögliche Gefahren“ für die Finanzstabilität mit sich, so Yellen weiter. Das sind deutliche Worte der wichtigsten Notenbankerin der Welt, die bislang nur verbindliche Worte kannte, um die Märkte nicht zu verunsichern.

    Der DAX notiert vorbörslich 0,6% im Minus bei 11.288 Punkten. Die Ölpreise zeigen sich etwas fester: Brent notiert bei 76 US-Dollar (+0,5%), WTI bei 61 US-Dollar (+0,4%). Der Euro macht sich auf den Weg in Richtung 1,14.

    Deutscher Auftragseingang unter den Erwartungen

    Der Auftragseingang der deutschen Industrie ist im März trotz eines überdurchschnittlich hohen Volumens an Großaufträgen etwas schwächer als erwartet gestiegen. Dem Statistischen Bundesamt (Destatis) zufolge stiegen die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat um 0,9 Prozent (erwartet: 1,1%).

    Munich Re leicht über den Analystenschätzungen

    Munich Re übertrifft im ersten Quartal mit einem Nettogewinn nach Anteilen Dritter von 790 Millionen Euro (VJ: 936 Millionen Euro) die Analystenschätzungen von 760 Millionen Euro. Das operative Ergebnis beträgt 995 Millionen Euro (VJ: 1,327 Milliarden Euro). Die Bruttoprämien liegen mit 13,04 Milliarden Euro (VJ: 12,9 Milliarden Euro) leicht über den Erwartungen von 12,98 Milliarden Euro.

    Lanxess liegt deutlich über den Erwartungen

    Lanxess übertrifft im ersten Quartal mit einem EBITDA vor Sondereffekten von 229 Millionen Euro (VJ: 205 Millionen Euro) und einem Nettogewinn von 22 Millionen Euro (VJ: 25 Millionen Euro) die Analystenschätzungen von 223 Millionen bzw. 21 Millionen Euro. Der Umsatz liegt mit 2,04 Milliarden Euro (VJ: 2,04 Milliarden Euro) über den Erwartungen von 2,0 Milliarden Euro.

    Rheinmetall über den Analystenschätzungen

    Rheinmetall übertrifft im ersten Quartal mit einem Nettoergebnis von 8 Millionen Euro (VJ: -8 Millionen Euro) und einem EBIT von 22 Millionen Euro (VJ: -1 Millionen Euro) die Analystenschätzungen von 2 Millionen bzw. 20 Millionen Euro. Der Umsatz steigt auf 1,17 Milliarden Euro (+14% y/y) und liegt damit über der Prognose von 1,1 Milliarden Euro.

    Carl Zeiss Meditec erwartet Umsatz von bis zu 1 Milliarde Euro

    Carl Zeiss Meditec erwartet 2015 einen Umsatz von rund 960 Millionen bis 1,0 Milliarde Euro und eine EBIT-Marge vor Sondereffekten im Bereich von 13-15%.

    Axel Springer mit kräftigem Umsatzplus

    Axel Springer verbucht im ersten Quartal einen Rückgang beim Nettoergebnis auf 43,0 Millionen Euro (VJ: 65,6 Millionen Euro). Das Bereinigte EBITDA legt auf 119,8 Millionen Euro (VJ: 118,4 Millionen Euro) zu. Der Umsatz steigt auf 780,6 Millionen Euro (VJ: 692,3 Millionen Euro).

    Rhön-Klinikum legt Quartalszahlen vor

    Rhön-Klinikum erzielt im ersten Quartal 2015 einen Umsatz von 276,1 Millionen Euro, ein EBITDA von 49,7 Millionen Euro und ein Nettoergebnis von 32,8 Millionen Euro. Wegen des Verkaufs von mehr als 40 Krankenhäusern sind die Zahlen nicht mit dem Vorjahr vergleichbar.

    Aareal Bank veröffentlicht Quartalszahlen

    Die Aareal Bank erwirtschaftet im ersten Quartal ein Konzernbetriebsergebnis von 67 Millionen Euro (VJ bereinigt um Erwerb der Coralcredit Bank: 65 Millionen Euro). Der Zinsüberschuss steigt auf 178 Millionen Euro (VJ: 144 Millionen Euro).