• Finanzminister Schäuble sieht keinen Handelsstreit mit den USA aufziehen
  • Yellen: Wirtschaft darf nicht heißlaufen
  • IBM übertrifft die Erwartungen
  • thyssenkrupp schließt Kapitalerhöhung trotz geschrumpfter Eigenkapitalbasis aus
  • Heineken erwägt Kauf des Brasilien-Geschäfts des japanischen Konkurrenten Kirin

DAX

  • Auch am Tag der Amtseinführung des neuen US-Präsidenten Donald Trump konnte sich der deutsche Aktienmarkt nicht aus seiner Lethargie befreien. Der DAX beendete den Handel mit einem leichten Plus von 0,29 Prozent bei 11.630 Punkten. Aus der Handelswoche geht der DAX damit praktisch unverändert. In den kommenden Wochen könnten vor allem die US-Berichtssaison und mögliche erste Gesetzesinitiativen des neuen US-Präsidenten für Bewegungen am Markt sorgen. Die Ungewissheit, was unter Trump auf die Weltwirtschaft zukommt, überschattet am Markt die Aussicht auf weiterhin sprudelndes EZB-Geld nach der gestrigen Ratssitzung. EZB-Chef Mario Draghi hatte die weiterhin unverändert extrem lockere Geldpolitik im Euroraum mit der niedrigen Inflationsrate begründet.

Unternehmensnachrichten

  • Der US-Konsumgüterkonzern Procter & Gamble hat im zweiten Quartal unter dem starken US-Dollar gelitten und den Umsatz bei 16,9 Mio. US-Dollar nur stabil halten können. Der Gewinn kletterte jedoch aufgrund Kosteneinsparungen deutlich auf 7,9 Mrd. US-Dollar.
  • Der Chiphersteller und Apple-Zulieferer Skyworks Solutions hat im 4. Quartal positiv überrascht und zudem einen Aktienrückkauf angekündigt.
  • Der US-Gasehersteller Air Products will den chinesischen Rivalen Yingde Avancen schlucken und bietet mind. 5,50 Hongkong-Dollar je Aktie.
  • Der New Yorker Börsenbetreiber NYSE senkt die Gebühren für Unternehmen, die von Konkurrenzbörsen zum sog. Big Board wechseln. Das dürfte auch den Wettbewerb mit der Nasdaq antreiben.
  • Ein Investor nötigt die US-Halbleiterhersteller Rudolph Technologies und Nanometrics zur Fusion. In einem Brief an die Anleger führte Voce Capital Management LLC aus, dass eine Kombination von Rudolph und Nanometrics zu Kostensenkungen und Umsatzwachstum führen würde.
  • Siemens-Konkurrent General Electric hat im vierten Quartal gute Geschäfte mit der Stromerzeugung und der Luftfahrt gemacht. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg auf 0,46 US-Dollar. Damit traf GE die Erwartungen der Analysten. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft belief sich im Quartal auf 3,7 Mrd. US-Dollar — 38 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Umsatz sank um 2 Prozent auf 33 Milliarden US-Dollar.
  • Die Lufthansa-Aktie ist nach einem Bericht der "Wirtschaftswoche" über ein Interesse des Staatsfonds von Abu Dhabi an der Kranich-Linie deutlich nach oben geschossen. Unter Berufung auf Insider heißt es, dass der Staatsfonds von Abu Dhabi gern rund zehn Prozent der Lufthansa-Anteile kaufen würde.
  • Siemens zieht einen Erstauftrag für eine Turbine der H-Klasse mit einer Gesamtleistung von 550 Megawatt aus China an Land. Die Inbetriebnahme ist für 2020 geplant. Rund eine Million Haushalte können mit der leistungsstärksten Turbine aus dem Hause Siemens mit Strom versorgen. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.
  • Aixtron-Vorstandschef Martin Goetzler scheidet aus persönlichen Gründen zum 01. März 2017 aus der Gesellschaft aus, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Aufsichtsratsvorsitzende Kim Schindelhauer übernimmt interimsmäßig die Position als Vorstandsvorsitzender.
  • Volkswagen wird den Abschlussbericht über die Abgasaffäre von der US-Kanzlei Jones Day nicht für die Öffentlichkeit ausarbeiten lassen. Das Unternehmen werde entgegen früherer Angaben darauf verzichten, wie das „Handelsblatt“ aus Konzernkreisen erfahren hat. Zwei Aspekte sprächen gegen eine Veröffentlichung, hieß es laut der Zeitung in den Kreisen. Zum einen würden die Erkenntnisse von Jones Day die Grundlage für Klagen von Investoren und Kunden stärken. Zum anderen müsste jeder Satz mit den US-Behörden abgestimmt werden.
  • Der IT-Konzern IBM hat im Schlussquartal 2016 einen erneuten Umsatzrückgang erlitten. Die Erlöse sanken im vierten Quartal verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um gut ein Prozent auf 21,8 Mrd. US-Dollar. Schwächelnde Verkäufe im Computer-Geschäft waren der Grund des Rückgangs. Der Überschuss konnte dennoch von 4,46 auf 4,50 Mrd. Dollar leicht gesteigert werden. Die Erwartungen des Marktes wurden übertroffen. Für 2017 prognostiziert IBM einen bereinigten Gewinn von mindestens 13,80 US-Dollar je Aktie. Die bisherige Konsensschätzung ging von 13,74 US-Dollar aus.
  • Der neue BMW-Vorstand Markus Duesmann, für den Einkauf und das Lieferantennetzwerk verantwortlich, tritt den großen Herausforderungen für den Autohersteller — mögliche Strafzölle in den USA und dem Brexit — nüchtern entgegen. „Zusätzliche Zoll- und Handelsschranken stellen uns immer vor die Herausforderung, dass wir unsere Lieferbeziehungen darauf ausrichten müssen. Wir bemühen uns, im selben Währungsraum einzukaufen, aber natürlich sind nicht alle Lieferanten direkt bei unseren Werken angesiedelt", sagt der Manager im Interview mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.
  • Der Pharmakonzern Bayer kann auch in Japan auf eine schnelle Zulassung seines Leberkrebsmedikaments Regorafenib hoffen. Die japanische Gesundheitsbehörde MHLW habe dem Mittel den Status der vorrangigen Prüfung gewährt, teilte Bayer mit. Der Prüfungszyklus verkürzt sich dadurch deutlich.
  • Der Stahl- und Technologiekonzern thyssenkrupp schließt eine Kapitalerhöhung trotz geschrumpfter Eigenkapitalbasis aus. „Warum sollten wir das tun? Bei allen Eckdaten verzeichnen wir Fortschritte, sagte Vorstandschef Heinrich Hiesinger laut FAZ. Entscheidend sei die Liquidität, und da habe der Konzern seine Position deutlich verbessert. „Aktuell sind wir drei Jahre durchfinanziert und konnten dabei gleichzeitig die Finanzierungskosten senken".
  • Der niederländische Brauereikonzern Heineken erwägt den Kauf des Brasilien-Geschäfts des japanischen Konkurrenten Kirin. Ob es zu einem Abschluss komme, ist noch offen, die beiden Unternehmen befinden sich derzeit in Übernahmegesprächen. Der japanischen Zeitung "Nikkei" zufolge dürfte der Preis bei rund 870 Mio. US-Dollar liegen.
  • Der US-Kreditkartenspezialist American Express hat im vierten Quartal einen schmerzhaften Gewinnrückgang um acht Prozent auf 825 Mio. Dollar (774 Mio Euro) verzeichnet. Die Erträge sanken um vier Prozent auf 8,0 Mrd. Dollar. Die Geschäfte litten unter dem starkem Dollar.
  • Apple ist offenbar bereit, seine iPhones in Zukunft in Indien zu produzieren. Der US-Konzern verlangt im Gegenzug von der Regierung Steuererleichterungen bei Importen sowie weitere Hilfen.

Konjunktur/Geldpolitik

  • US-Notenbanker Patrick Hacker zufolge sind drei Leitzinserhöhungen in diesem Jahr angebracht. Die von der Fed angepeilte Inflationsrate von 2 Prozent sollte in diesem oder im kommenden Jahr erreicht werden.
  • Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) zufolge könnten sich geopolitische Risiken in diesem Jahr negativ auf die deutsche Wirtschaft auswirken. „Ich bin etwas unsicher, was in diesem Jahr 2017 in der Eurozone passieren wird", sagte Schäuble in Davos. "Die geopolitischen Risiken sind gestiegen und nicht gesunken.“ Das führe zu einigen Unsicherheiten, die auch den Handel beeinträchtigen könnten. Die deutsche Wirtschaft werde das etwas merken.
  • Die Europäische Zentralbank wird Experten zufolge noch mehrere Jahre ihr Inflationsziel nicht erreichen. Der Anstieg der Verbraucherpreise wird laut der "Survey of Professional Forecasters" unter professionellen EZB-Beobachtern erst 2021 mit 1,8 Prozent wieder nahe am angestrebten Niveau liegen, teilte die Notenbank mit. Die Währungshüter peilen knapp zwei Prozent Inflation im Euroraum an.
  • Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht unter dem künftigen Präsidenten Donald Trump keinen Handelsstreit aufziehen. Die USA hätten internationale Abkommen unterzeichnet und man werde auf deren Einhaltung pochen. Zugleich kritisierte Schäuble Trumps Druck auf die Automobilindustrie. Er glaube nicht, dass es Trumps Vorstellung von Amerika ist, den Amerikanern vorzuschreiben, welche Automarken sie kaufen sollen.
  • Kurz vor der Vereidigung von Donald Trump hat US-Starinvestor George Soros den neuen US-Präsidenten scharf kritisiert. Trump sei ein „Blender und Hochstapler und Möchtegern-Diktator", sagte Soros am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos. Trump stehe für das Gegenteil einer offenen Gesellschaft, er werde die Gesellschaft weiter spalten. Der neue Präsident wird Soros zufolge mit Sicherheit versagen. „Ich bin davon überzeugt, dass er scheitern wird. Und ich hätte gerne, dass er scheitert“, sagte der Starinvestor, der zugleich ein baldiges Ende des jüngsten, durch Trump angetriebenen Aktienmarktaufschwungs voraussagt. „Derzeit ist die Unsicherheit auf einem Höchststand. Und Unsicherheit ist der Feind von langfristigen Investments.“
  • Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte in Deutschland waren im Jahresdurchschnitt 2016 um 1,7 Prozent niedriger als im Vorjahr, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Damit sind die Preise im Jahresdurchschnitt fast ebenso stark gesunken wie 2015. Gegenüber dem Vorjahr höhere Jahresdurchschnittspreise hatte es letztmalig 2012 gegeben.
  • Die Aufnahme neuer Schulden hat sich 2016 für den Bund gelohnt. Wegen der Negativzinsen hat der Bund mit den neuen Staatsanleihen knapp 1,2 Mrd. Euro eingenommen, wie die „Rheinische Post“ berichtet.
  • Die chinesische Wirtschaft ist im vergangenen Jahr nach offiziellen Angaben um 6,7 Prozent gewachsen. Der Wert liegt innerhalb der von der Regierung angepeilten Zielvorgaben. Es ist das niedrigste Wachstum des chinesischen Bruttoinlandsprodukts seit 26 Jahren. Ein Grund ist der schwache Außenhandel. Im Jahr 2016 fielen die Exporte in US-Dollar bewertet um 7,7 Prozent, während die Importe um 5,5 Prozent zurückgingen. Im vierten Quartal des abgelaufenen Jahres wuchs die chinesische Wirtschaft um 6,8 Prozent.
  • Fed-Chefin Janet Yellen hat davor gewarnt, geplante Zinserhöhungen zu lange aufzuschieben. Man könne es sich nicht erlauben, die Wirtschaft heißlaufen zu lassen. Das könnte die Inflation antreiben und die Fed letztlich zu stärkeren Zinserhöhungen zwingen. Mit einer schrittweisen Erhöhung könne dies verhindert werden. Die jüngst robusten Wirtschaftsdaten bestätigten die Politik einer graduellen Anhebung der Zinsen.
Termine des Tages: 18:00 Uhr - Amtseinführung von US-Präsident Trump

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