• Uni-Michigan-Konsumklima fällt zurück
  • Bericht: Bundesregierung senkt Wachstumsprognose erneut
  • Eurozone: Industrieproduktion sinkt nur leicht
  • IWF-Chefökonomin: Autozölle riskant für die Weltwirtschaft
  • Deutsche Bank: Brisante Hauptversammlung zu erwarten
  • SPIEGEL: Deutsche-Bank-CEO soll neue Großbank führen
  • Uber stellt Weichen für Mega-Börsengang
  • Volkswagen mit Absatzrückgang im März
  • Glyphosat-Verfahren: Bayer geht in die Mediation
  • Carl Zeiss Meditec rechnet mit einer höheren Profitabilität
  • Merck übernimmt Versum

DAX

  • Gute Wirtschaftsdaten aus China und besser als erwartet ausgefallene Geschäftszahlen der US-Großbank JPMorgan haben am Freitag für gute Stimmung am deutschen Aktienmarkt gesorgt. Der DAX legte um 0,54 Prozent auf 11.999,93 Punkte zu. Auf Wochensicht steht das Börsenbarometer damit aber praktisch unverändert. In China präsentiert sich der Außenhandel in einer robusteren Verfassung als zuletzt befürchtet und die Kreditvergabe zog im März sogar um 50 Prozent gegenüber dem Vormonat an. (Links: Marktbericht Deutschland / Marktbericht Europa)

Chartanalysen des Tages

Unternehmensnachrichten

  • Die US-Großbank JPMorgan ist nicht zu stoppen. Der Überschuss stieg im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahr trotz einer gestiegenen Vorsorge für Kreditausfälle um 5 Prozent auf 9,2 Mrd. Dollar gestiegen, teilte die Bank mit. Die Erträge legten ähnlich stark auf fast 30 Mrd. Dollar zu. Damit übertraf die Bank die Erwartungen sowohl beim Gewinn als auch bei den Erträgen.
  • Wells Fargo hat im ersten Quartal netto 5,9 Mrd. Dollar und damit 14 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum verdient. Die Erträge sanken indes um ein Prozent auf 21,6 Mrd. Dollar. Die Zahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten.
  • Chevron will das Förderunternehmen Anadarko Petroleum schlucken. Chevron bietet hierfür 65 Dollar je Anadarko-Aktie, wie der Konzern am Freitag mitteilte. Das Angebot bewertet Anadarko mit 33 Mrd. Dollar und besteht aus einer Bar- und einer Aktienkomponente. Die bisherigen Aktionäre des US-Unternehmens sollen 0,3869 Chevron-Anteile plus 16,25 Dollar in bar erhalten.
  • Der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA übernimmt den US-Halbleiterzulieferer Versum. Das Management der beiden Konzerne habe sich auf die Übernahme für 53 Dollar je Versum-Aktie geeinigt und einen entsprechenden Vertrag unterzeichnet, teilte Merck am Freitag mit. Merck zahlt damit 6,5 Mrd. Dollar für den Hersteller von Spezialgasen und -chemikalien.
  • Tesla hat die Basisversion des Model 3 als Elektroauto zum Preis von 35.000 Dollar schon nach kurzer Zeit wieder aus dem Online-Angebot geworfen. Erst vor wenigen Wochen hatte der E-Autobauer diese Variante verfügbar gemacht. Interessenten müsste sie im Laden oder per Telefon ordern, erklärte Tesla am Freitag.
  • Das Preisvergleichsportal Idealo wirft Google in einer Klage unfairen Wettbewerb vor und fordert eine halbe Mrd. Euro Schadenersatz. Der Internet-Konzern missbrauche nach wie vor seine marktbeherrschende Stellung als Suchmaschinenbetreiber, so das zum Medienkonzern Axel Springer gehörende Unternehmen.
  • In den USA sieht sich Bayer mit mehr als 11.200 Klägern wegen des umstrittenen Unkrautvernichtungsmittels Roundup (mit dem Wirkstoff Glyphosat) von Monsanto konfrontiert. Der Konzern will nun dem Beschluss eines US-Gerichts nachkommen und in einem der Glyphosat-Verfahren in eine Mediation eintreten. Der Konzern werde der Vorgabe Folge leisten, teilte Bayer am Freitag laut Reuters mit. Man werde sich aber weiterhin darauf konzentrieren, die glyphosatbasierten Herbizide und deren Sicherheit vor Gericht zu verteidigen, hieß es. Nach zwei Niederlagen in den Prozessen um angebliche Krebsrisiken von Produkten der Tochter Monsanto soll Bayer nach dem Willen eines Richters in den USA eine gütliche Einigung mit den Klägern anstreben. Der zuständige Richter hatte Bayer und die Kläger dazu aufgefordert, einen Mediator einzuschalten.
  • Laut „Spiegel“ soll der Deutsche-Bank-Vorstandschef Christian Sewing im Falle einer Futons mit der Commerzbank das neue zusammengeschlossene Institut führen. Commerzbank Vorstandschef Martin Zielke sei bis dato als Sewings Stellvertreter und Leiter des Privat- und Firmenkundengeschäfts in einer neuen Bank eingeplant, hieß es weiter ohne Quellenangaben. Das Investmentbanking soll weiter der Südafrikaner Garth Ritchie verantworten, der bislang auch einer der beiden Vizes von Sewing bei der Deutschen Bank ist.
  • Das Medizintechnikunternehmen Carl Zeiss Meditec wird für das bis Ende September laufende Geschäftsjahr zuversichtlicher und rechnet nun mit einer höheren Profitabilität als bisher, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Die operative Marge (Ebit) zwischen 15 und 17,5 Prozent bewegen, nachdem zuvor 14 bis 16 Prozent in Aussicht gestellt worden waren. Der Umsatz wird in einer Spanne von 1,35 bis 1,42 Milliarden Euro erwartet - dies wäre ein Anstieg um bis zu rund 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert.
  • Der Volkswagen-Konzern hat im März einen Absatzrückgang erlitten. Der Autobauer verkaufte weltweit 998.900 Fahrzeuge und damit 4,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Vor allem in China auch in Südamerika schwächelte die Nachfrage. Dagegen erholten sich auf vergleichsweise niedrigem Niveau die Verkaufszahlen in Nordamerika. Zulegen konnte Volkswagen hingegen bei den Nutzfahrzeugen.
  • Der Schweizer Zugbauer Stadler ist am Freitag erfolgreich an der heimischen Börse Six Swiss Exchange gestartet. Der erste Kurs wurde zu 38 Franken und damit am oberen Ende der zuletzt eingeengten Preisspanne von 36 bis 39 Franken ausgegeben. Die Anteile sprangen gleich auf 42 CHF.
  • Der Fahrdienst-Vermittler Uber will seine Aktien an der New York Stock Exchange unter dem Tickerkürzel „UBER" listen lassen, wie aus dem am Donnerstag nach US-Börsenschluss veröffentlichten Wertpapierprospekt hervorgeht. In dem Antrag sind die Ergebnisse der vergangenen Geschäftsjahre enthalten: 2018 kletterte der Umsatz von Uber um 42 Prozent auf 11,3 Mrd. Dollar, der Nettogewinn erreichte knapp eine Mrd. Dollar. Dieser geht allerdings auf das Konto eines Teilverkaufs des internationalen Geschäfts in Q1 2018. In den anderen Quartalen schrieb Uber nur Verluste: Zwei Mal rund 890 Mio. Dollar sowie fast eine Mrd. Dollar. Die begleitenden Banken haben im Vorfeld eine Gesamtbewertung von Uber von rund 100 Mrd. Dollar errechnet. Es könnte damit zu einem der größten Börsengänge der Finanzgeschichte kommen.
  • Die Hauptversammlung der Deutschen Bank am 23. Mai soll erneut über die Abberufung von Aufsichtsratschef Paul Achleitner abstimmen. Dies fordert der kritische Aktionär Karl-Walter Freitag. Sein Anwalt kündigte einen entsprechenden Ergänzungsantrag wegen Achleitners Eintreten für eine Fusion mit der Commerzbank und der „schlechten Leistung" des langjährigen Aufsichtsratschefs an, wie Reuters berichtet. Im vergangenen Jahr scheiterte Freitag noch mit diesem Anliegen: Nur neun Prozent der Aktionäre stimmten für eine Abwahl Achleitners.
  • Die EU-Kommission wird laut einem Bericht des „Handelsblatts“ erst im zweiten Halbjahr entscheiden, ob und unter welchen Auflagen sie die Übernahme von Innogy durch E.ON freigibt. Doch E.ON-Chef Johannes Teyssen kaufe bereits am Markt weitere Innogy- Anteile, um später Minderheitsaktionäre herausdrängen zu können. Dazu zählten auch Hedgefonds, die sich bei Innogy einkaufen und anschließend auf eine hohe Abfindung spekulierten, hieß es.
  • Die Software AG hat vorläufigen Zahlen zufolge seinen Umsatz im ersten Quartal um acht Prozent auf 201,4 Mio. Euro gesteigert. Das Betriebsergebnis (Ebit) lag mit voraussichtlich 42,2 Mio. Euro auf Vorjahresniveau. Die Ebit-Marge sank auf 25,6 Prozent von 27,4 Prozent im Vorjahr.
  • Am Frankfurter Flughafen hat sich das Wachstum bei den Passagierzahlen im ersten Quartal verlangsamt. In den ersten drei Monaten nutzten 14,8 Mio. Passagiere das Drehkreuz, wie der Betreiber Fraport mitteilte. Das entspricht einem Plus zum Vorjahr von 2,5 Prozent. Im Gesamtjahr 2018 hatte das Wachstum 7,8 Prozent betragen.
  • Der Volkswagen-Konzern plant ein neues Werk im Ausland. Es ist allerdings noch unklar, wo das neue Werk gebaut werden soll. Länder wie Bulgarien oder die Türkei werden aus informierten Kreisen als heiße Kandidaten gehandelt.

Konjunktur & Politik

  • Der von der Universität Michigan erhobene Konsumklimaindex ist im April laut vorläufiger Datenlage um 1,5 Zähler auf 96,9 Punkte gesunken, wie das Institut am Freitag mitteilte. Volkswirte hatten nur mit einem leichten Rückgang auf 98,2 Punkte gerechnet.
  • Die Preise von in die USA importierten Gütern haben sich im März nicht verändert. Gegenüber dem Vorjahresmonat habe das Preisniveau stagniert, teilte das US-Handelsministerium mit. Im Vormonat waren die Einfuhrpreise noch um revidiert 1,3 Prozent gesunken.
  • Nordkorea hat ein neues protokollarisches Staatsoberhaupt bekommen. Auf ihrer konstituierenden Sitzung wählte die neue Oberste Volksversammlung den Parteifunktionär Choe Ryong Hae, der als inoffizielle Nummer zwei hinter Machthaber Kim Jong Un gilt, zum Vorsitzenden des Parlamentspräsidiums.
  • Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat davor gewarnt, die wirtschaftliche Lage in Deutschland schlecht zu reden und lehnt Forderungen nach Konjunkturprogrammen ab. „Zwar hat sich das Wachstum in Deutschland verlangsamt. Aber es ist unverändert ein Wachstum", so Scholz.
  • Die Industrieunternehmen der Eurozone haben ihre Produktion im Februar nach Angaben des Statistikamts Eurostat um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vormonatsniveau gedrosselt. Analysten hatten einen stärkeren Rückgang erwartet. Im Vorjahresvergleich lag die Produktion 0,3 Prozent niedriger.
  • In Spanien lag die nach europäischen Vorgaben berechnete (HVPI) Inflationsrate nach Angaben des Statistikamts INE vom Freitag im März bei 1,3 Prozent. Eine erste Schätzung wurde damit bestätigt. Im Februar hatte die Inflationsrate 1,1 Prozent betragen.
  • Der Beitragssatz in der Arbeitslosenversicherung sollte aus Sicht des Finanzwissenschaftlers Alfred Boss vom Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) von aktuell 2,5 auf 2,2 Prozent gesenkt werden. Andernfalls häufe die Bundesagentur für Arbeit weiter jährlich hohe Überschüsse von mehr als zwei Milliarden Euro an, berechnete der Finanzexperte. Die Rücklagen wüchsen bis Ende 2020 auf mehr als 28 Milliarden Euro, heißt es in einer Mitteilung vom Freitag. „Eine solche hohe Rücklage für die BA ist unnötig", sagte Boss.
  • Die Bundesregierung geht laut „Spiegel“ für das laufende Jahr nur noch von einem Wachstum von 0,5 Prozent und für das kommende von 1,5 Prozent aus. Erst im Januar senkte die Bundesregierung ihre Wachstumserwartung für 2019 von zuvor 1,8 auf 1,0 Prozent. Offiziell angekündigt werden soll die neue Schätzung am kommenden Mittwoch.
  • Der Bundesrat hat ein Gesetz für höhere Sozialleistungen an Kinder gebilligt. Der Bundestag hatte das Gesetz bereits verabschiedet. Die von der Bundesregierung Starke-Familien-Gesetz genannte Vorlage sieht u. a. vor, dass der Kinderzuschlag auf bis zu 185 Euro im Monat steigt. Änderungen gibt es auch bei der Verrechnung des Kinderzuschlags mit dem Einkommen der Kinder zugunsten der Familien.
  • IWF-Chefökonomin Gita Gopinath glaubt, dass die Verhängung von Importzöllen für Autos schlimmere Folgen für den Welthandel haben könnte als der gegenwärtige amerikanisch-chinesische Handelskonflikt, so ein Reuters-Bericht. Der Internationale Währungsfonds sei besorgt über die Folgen derartiger Schritte für die Weltwirtschaft, sagte Gopinath der Nachrichtenagentur. Ein Übergreifen der Handelskonflikte auf die Autobranche könnte größere Teile der weltweiten Lieferketten treffen. „Das wäre daher tatsächlich deutlich schwerwiegender für die Weltwirtschaft als die jüngsten Spannungen zwischen den USA und China beim Handel”, sagte sie.
  • Chinas Exporte haben im März deutlich zugelegt. Die Ausfuhren zogen im Jahresvergleich um 14,2 Prozent an, wie die Zollbehörde in Peking am Freitag mitteilte. Im Vormonat waren die Exporte noch deutlich rückläufig gewesen.
  • Die Verkaufspreise im deutschen Großhandel lagen im März um 1,8 Prozent höher als im Vergleichsmonat des Vorjahres, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr lag im Februar den weiteren Angaben zufolge bei 1,6 Prozent und im Januar bei 1,1 Prozent. Im Vormonatsvergleich waren die Preise für die auf Großhandelsebene verkauften Waren im März um 0,3 Prozent höher.
  • US-Präsident Donald Trump hat sich in Washington mit dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In getroffen. Bezüglich Nordkorea geht Trump nicht von einer schnellen Lösung aus. „Schritt für Schritt, es geht nicht schnell. Wenn es schnell geht, ist es kein ordentlicher Deal", so Trump. Nordkorea hat unterdessen einen neuen Präsidenten ernannt. Der Stellvertreter von Diktator Kim Jong Un, Choe Ryong Hae, wird das symbolische Amt ausüben und löst damit Kim Yong Nam ab, der inzwischen 91 Jahre alt ist. Choe ist offiziell der Vorsitzende der Kommission für Staatliche Angelegenheiten Nordkoreas. Südkoreanische Beobachter beschreiben ihn als Vollblut- und Machtpolitiker.

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