Energie: Der Brentölpreis steigt am Morgen auf gut 65 USD je Barrel und handelt damit ca. 1 USD höher als vor Tagesfrist. Gleich mehrere Faktoren trugen zum Preisanstieg bei: In Russland ist die Ölproduktion Anfang Juli auf ein 3-Jahrestief von nur noch 10,79 Mio. Barrel pro Tag gefallen. Damit...

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Energie: Der Brentölpreis steigt am Morgen auf gut 65 USD je Barrel und handelt damit ca. 1 USD höher als vor Tagesfrist. Gleich mehrere Faktoren trugen zum Preisanstieg bei: In Russland ist die Ölproduktion Anfang Juli auf ein 3-Jahrestief von nur noch 10,79 Mio. Barrel pro Tag gefallen. Damit produziert Russland derzeit 400 Tsd. Barrel pro Tag weniger als es laut Kürzungsabkommen eigentlich dürfte. Ursächlich hierfür sind anhaltende Probleme mit verunreinigtem Öl. Aus diesem Grund nimmt der Pipelinebetrieber Transneft nur begrenzte Mengen Öl vom größten russischen Ölkonzern Rosneft an. Zwar soll Polen inzwischen wieder Öl über die betroffene Druschba-Pipeline bekommen. Allerdings hat der Pipelinebetreiber davor gewarnt, dass es zu erneuten Beeinträchtigungen kommen kann. Seit das Problem mit dem verunreinigten Öl erstmals auftrat, sind mittlerweile fast drei Monate vergangen. Auch in den USA scheint sich der Ölmarkt zu verknappen. Das API berichtete gestern Abend nach Handelsschluss einen unerwartet kräftigen Rückgang der US-Rohölvorräte in der letzten Woche um 8,1 Mio. Barrel. Dies war zudem der vierte Wochenrückgang in Folge. Das US-Energieministerium veröffentlicht die offiziellen Lagerdaten heute Nachmittag. Nach den API-Daten ist auch hier mit einem beträchtlichen Lagerabbau zu rechnen. Als dritter preistreibender Faktor kommt die Krise um das iranische Atomprogramm hinzu. Heute will sich die Internationale Atomenergiebehörde mit dem Fall befassen. Die leichte Aufwärtsrevision der Prognose für die US-Ölproduktion durch die US-Energiebehörde gestern Abend spielte für die Märkte dagegen keine große Rolle. Die EIA erwartet nun für 2019 einen Anstieg um 1,4 Mio. auf 12,35 Mio. Barrel pro Tag. Im nächsten Jahr soll die Produktion um 910 Tsd. Barrel pro Tag und damit etwas weniger stark zulegen als bislang erwartet.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3H9A Long WTI Oil Future Faktor: 8
CJ3H9H Long Brent Oil Future Faktor: 8
CJ3D4S Short WTI Oil Future Faktor: -8
CJ3D5A Short Brent Oil Future Faktor: -8

Edelmetalle: Der feste US-Dollar und steigende Anleiherenditen haben Gold gestern unter Druck gesetzt. Zeitweise hat der Preis das Tief vom letzten Freitag nach dem guten US-Arbeitsmarktbericht unterschritten. Mit 1.390 USD je Feinunze bleibt Gold heute Morgen klar unter der 1.400 USD-Marke. Die Marktteilnehmer fokussieren sich heute auf die Anhörung von Jerome Powell, dem Vorsitzenden der US-Notenbank Fed, vor einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses. Sie erhoffen sich Hinweise, wann die Fed die Zinsen senkt. Trotz der guten Arbeitsmarktdaten ist eine Zinssenkung auf der nächsten Fed-Sitzung Ende des Monats nahezu vollständig eingepreist. Diese wird von US-Präsident Donald Trump schon seit langem vehement gefordert. Powell wird daher wohl auch versuchen, die Unabhängigkeit der Fed zu verteidigen. Um 14:30 Uhr MESZ veröffentlicht die Fed ein vorbereitetes Statement, die Anhörung mit anschließender Fragerunde beginnt um 16 Uhr. Das Protokoll der letzten Fed-Sitzung, das heute Abend veröffentlicht wird, dürfte daher diesmal nur wenig Beachtung finden.

Die polnische Zentralbank hat Ende letzter Woche bekannt gegeben, dass sie in den letzten 12 Monaten fast 126 Tonnen Gold gekauft hat, davon 100 Tonnen in diesem Jahr. Sie hat damit ihre Goldreserven auf 228,6 Tonnen aufgestockt und besitzt jetzt die größten Goldreserven in der Region. Weltweit rangiert Polen gemäß WGC-Daten nunmehr auf Platz 21 (ohne Berücksichtigung der Goldbestände des IWF und der EZB). Der Großteil der polnischen Goldbestände wurde bislang bei der Bank von England verwahrt. Die Hälfte davon soll nun nach Warschau transportiert werden. Es kristallisiert sich immer mehr heraus, dass die Zentralbanken auch in diesem Jahr eine wesentliche Nachfragekomponente von Gold sein werden und den Preis unterstützen.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CU0E63 Long Gold-Future Faktor: 10
CJ7RLD Short Gold-Future Faktor: -10

Industriemetalle: An den Metallmärkten ist die Stimmung weiter schlecht. Belastet durch phasenweise fallende Aktienmärkte und den festeren US-Dollar ist der Kupferpreis gestern zeitweise unter 5.800 USD je Tonne gerutscht. Bis zum Handelsende wurden die Verluste immerhin auf 1,2 % eingedämmt. Nach Zinn war Kupfer damit das zweitschwächste Industriemetall. Blei hingegen hat um 2 % auf 1.920 USD je Tonne angezogen und steigt heute Morgen weiter. Mit einer kurzen Unterbrechung letzte Woche legt es schon seit Anfang Juni zu. Zink hat dagegen im selben Zeitraum klar eingebüßt. Offenbar wird bei den Finanzinvestoren derzeit wieder der beliebte „pair trade“ Zink/Blei gespielt – diesmal zugunsten von Blei. Im Zuge dessen hat sich die Preisdifferenz zwischen Zink und Blei wieder deutlich eingeengt. Sie beträgt aktuell noch 450 USD je Tonne, im April war sie mehr als doppelt so groß. Aus fundamentaler Sicht gab es weder bei Blei noch bei Zink wesentliche Veränderungen. Beide Märkte waren in den ersten vier Monaten des Jahres im Angebotsdefizit, in beiden Fällen sind die LME-Vorräte relativ niedrig.

Der Zinnpreis hat sich bislang etwa zur Hälfte von seinem Absturz vor gut einer Woche erholt. Aktuell notiert der Preis bei rund 18.300 USD je Tonne und damit noch rund 700 USD unter dem Niveau, bevor er um 7 % einbrach. Am globalen Zinnmarkt entspannt sich die Angebotslage, da Indonesien wieder deutlich mehr Zinn exportiert. Im Juni waren es gemäß Daten des Handelsministeriums 7.621 Tonnen, 36 % mehr als im Vorjahr und die höchste Menge seit September. Wegen der nur geringen Ausfuhren im ersten Quartal lagen die indonesischen Zinnexporte im ersten Halbjahr allerdings knapp 10 % unter dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Infolge der niedrigen Preise könnten die indonesischen Exporteure in der nächsten Zeit zudem wieder Material zurückhalten.

Produktidee: Faktor-Zertifikate

WKN Typ Basiswert Merkmale
CJ3D7L Long Copper Future Faktor: 8
CJ3D7T Short Copper Future Faktor: -8

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