Die Erwartungen der Finanzmarktexperten für die Entwicklung der deutschen Wirtschaft haben sich im September 2014 weiter eingetrübt. Die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland sanken um 1,7 Punkte auf 6,9 Zähler, wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag mitteilte. Damit ist der Index zum neunten Mal in Folge gesunken, wobei der Rückgang wesentlich weniger stark als im August ausfällt. Volkswirte hatten im Schnitt ebenfalls mit einem stärkeren Rückgang auf 5,2 Punkte gerechnet.

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    Verantwortlich für den Rückgang sind laut ZEW vor allem geopolitische Risiken sowie die weiterhin schwächelnde Konjunktur in der Eurozone. "So besteht das Risiko einer Sanktionsspirale mit Russland fort und die Konjunktur der Eurozone entwickelt sich weiterhin enttäuschend", sagte ZEW-Präsident Prof. Dr. Clemens Fuest laut Pressemitteilung. Schwer abzuschätzen sei, wie sich eine Abspaltung Schottlands auf die Konjunktur in Deutschland und Europa auswirken würde.

    Die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage in Deutschland hat sich im September ebenfalls eingetrübt. Der entsprechende Indikator sank um 18,9 Punkte und steht nun bei 25,4 Punkten.

    Die Konjunkturerwartungen für die Eurozone sind im September zurückgegangen. Der entsprechende Indikator verlor 9,5 Punkte gegenüber dem Vormonat und steht nun bei 14,2 Punkten. Der Indikator für die aktuelle Konjunkturlage im Euroraum hat sich um 10,0 auf minus 43,8 Punkte verschlechtert.