Stuttgart (GodmodeTrader.de) - Die International Lead and Zinc Study Group (ILZSG) hat in dieser Woche ihren Bericht über die Entwicklungen auf dem Zinkmarkt im Jahr 2016 vorgelegt. So ergab sich nach Berechnungen der ILZSG im letzten Jahr ein Angebotsdefizit von 286.000 Tonnen. Noch im Oktober ging die ILZSG von einem deutlich höheren Wert von 349.000 Tonnen aus, wie Achim Wittmann, Investmentanalyst bei der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW), im aktuellen „Commodities Weekly“ schreibt.

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    Dabei habe die Gruppe das Angebot zu gering eingeschätzt. Minenschließungen in Australien und Irland sowie die Produktionskürzungen von Glencore hätten zwar eine deutliche Lücke in der Konzentratversorgung hinterlassen. In Bolivien, Kanada und insbesondere in China hätten die Minen jedoch deutlich mehr Zinkerze gefördert, so dass die Minenproduktion insgesamt im Jahr 2016 sogar das Vorjahresniveau erreicht habe. China bleibe mit einem Anteil von 42 Prozent der weltweit größte Produzent, gefolgt von Peru, auf das ein Anteil von zehn Prozent der globalen Minenförderung entfalle. Auch auf der Raffinerieseite habe die Produktion mit 13,7 Millionen Tonnen im Jahr 2016 das Niveau des Vorjahres erreicht, heißt es weiter.

    „Auf dieser Wertschöpfungsstufe ist Europa mit einem Anteil von 18 Prozent hinter China (46 Prozent) der größte Anbieter. Weltweit wurden nach Angaben der ILZSG im vergangenen Jahr 13,9 Millionen Tonnen Zink nachgefragt. Dies entspricht einem Zuwachs von 3,6 Prozent. Das stärkste Wachstum verzeichneten Indien und China, während die Nachfrage in den USA vermutlich aufgrund des Rückgriffs auf Bestände deutlich sank. Chinas Anteil an der globalen Zinknachfrage betrug im Jahr 2016 48 Prozent“, so Wittmann.

    Für das laufende Jahr prognostiziere die ILZSG ein Angebotsdefizit von 248.000 Tonnen. Die Prognose stamme jedoch vom Oktober letzten Jahres und dürfte sich mit der Vorlage der Zahlen für 2016 ändern. Der von Reuters ermittelte Marktkonsens sehe für dieses Jahr ein Angebotsdefizit von 392.000 Tonnen vor. Die defizitäre Marktbilanz habe die Preise stark nach oben getrieben, heißt es weiter.

    „Während die Notierungen bereits im vergangenen Jahr um 61 Prozent zugelegt haben, ist der Zinkpreis in den ersten Wochen des neuen Jahres um weitere elf Prozent gestiegen. Risiken einer abnehmenden Dynamik der chinesischen Baukonjunktur sowie mögliche Reaktionen auf der Angebotsseite auf die stark gestiegenen Preise werden dabei gegenwärtig weitestgehend ausgeblendet. Insofern dürfte das Preispotenzial nach oben kurzfristig ausgereizt sein“, so Wittmann.

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