London/ Frankfurt (Godmode-Trader.de) - Die Preise für Rohstoffe sind zuletzt deutlich gefallen. Seit Anfang Juni verringerte sich der Preis für das Industriemetall Zink um rund 25 Prozent. Worauf lässt sich der massive Preisrückgang bei Metallen zurückführen? Helaba-Analyst Heinrich Peters sieht zahlreiche Gründe für die Schwäche, vor allem im starken Dollar, der durch die Geldpolitik in den USA sowie in seiner aktuellen Funktion als Krisenschutz getrieben wird. Dadurch wird der in dieser Währung gehandelte Rohstoff unattraktiver. Daneben spielen laut Peters die Risiken eines schwächeren Weltwirtschaftswachstums, der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie weniger günstige Finanzierungsbedingungen für Rohstoffe durch steigende Zinsen eine Preisrolle.

    Aus Sicht der DekaBank ist der Handelskonflikt und sein Einfluss auf den Welthandel und die Weltwirtschaft mit entscheidend, wo die Reise bei Rohstoffen hingehen wird. Bei den Industriemetallen würden die Prognosen der sogenannten Study Groups für dieses Jahr weitgehend auf ein Angebotsdefizit bzw. auf einen ausgeglichenen Markt hindeuten. Von dieser Seite wären also keine weiteren Preisrückgänge zu begründen, so die Experten. Dies gelte freilich nur solange, wie die globale Konjunktur dem Handelsstreit die Stirn bieten könne.

    Nach dem starken Rückgang des Zinkpreises eröffnen die Rohstoffexperten der BNP Paribas nun eine Long-Position im Metall, da ihr sog. Faktormodell vermuten lasse, dass Zink jetzt zu billig sei. Der Preis-Retracement hat nun die 95 prozentige nonparametrische untere Grenze der Spanne im Modell durchbrochen, was eine zu niedrige Bewertung impliziere, so Analyst Gabriel Gersztein.