• Zucker - ISIN: XC0002272240
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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Rohzuckerpreis stieg gestern zwischenzeitlich auf 19,5 US-Cent je Pfund und näherte sich damit wieder der Marke von 20 US-Cent an, die zuletzt Anfang März kurzzeitig übertroffen wurde. Später im Handelsverlauf gab der Preis im Einklang mit den gesunkenen Ölpreisen wieder etwas nach, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Der in den Tagen zuvor deutlich gestiegene Ölpreis sei auch ein wichtiger Faktor für den Preisanstieg bei Zucker gewesen. Denn mit dem höheren Ölpreis steige der Anreiz für die Zuckermühlen in Brasilien, Ethanol anstelle von Zucker zu produzieren. Zudem werte der Brasilianische Real schon seit Wochen merklich auf. Dieser habe gestern gegenüber dem US-Dollar das höchste Niveau seit zwei Jahren erreicht. Dadurch hätten sich die Zuckerexporte aus Brasilien, dem mit Abstand wichtigsten Zuckerexportland, verteuert, heißt es weiter.

„Preisauftrieb dürfte zuletzt auch eine stark gestiegene Zuckernachfrage aus Russland gegeben haben. Denn seit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine vor einem Monat und den daraufhin verhängten westlichen Sanktionen kam es in Russland seitens der privaten Verbraucher zu einem regelrechten Run auf Zucker, der von vielen Russen in Krisenzeiten neben anderen Lebensmitteln als ein begehrtes Produkt für die Lagerung angesehen wird“, so Fritsch.

Seit Anfang März sollen die Zuckerverkäufe daraufhin um das 6,5-fache gestiegen sein. Russland habe deswegen die Zuckerexporte bis zum 31. August ausgesetzt und eine Importquote für die zollfreie Einfuhr von 300.000 Tonnen Zucker eingeführt. Zwei mit 88.000 Tonnen Zucker beladene Schiffe sollten laut dem Beratungsunternehmen IKAR vor einer Woche aus Brasilien in Richtung Russland unterwegs gewesen sein. Ein Schiff mit 44.000 Tonnen Rohzucker habe in dieser Woche Russland erreicht, der zeitnah an die Raffinerien verteilt werden solle, heißt es weiter.

„Zudem will Russland die Fläche für den Zuckerrübenanbau in diesem Jahr um 70.000 auf 1,1 Millionen Hektar ausweiten, was die heimische Zuckerproduktion auf mehr als sechs Millionen Tonnen steigen lassen soll, verglichen mit 5,9 Millionen Tonnen im Vorjahr. Bis dahin wird Russland aber weiter Zucker importieren müssen, solange die Nachfrage so hoch bleibt“, so Fritsch.