• Zucker - ISIN: XC0002272240
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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Gestern früh hatten wir die Prognose der Internationalen Zuckerorganisation ISO für ein Defizit am Zuckermarkt in der laufenden Saison 2020/21 noch mit 0,7 Millionen Tonnen angegeben. Just gestern Mittag hob die ISO sie auf 3,5 Millionen Tonnen an, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Dabei sei die Anpassung fast komplett angebotsseitig vorgenommen worden – die globale Produktion sei um 1,3 Prozent auf 171,1 Millionen Tonnen gekürzt worden, unter anderem bei Russland, der EU, Thailand und Indien. Für Brasilien sei ein größerer Anteil der Produktion noch 2019/20 zugeschlagen worden. Die Nachfrage sei dagegen sogar marginal angehoben worden. Mit dem Argument, dass die neuerlichen Lockdowns weniger umfassend und wohl kürzer seien, erwarte die ISO nach dem Rückgang im Vorjahr nun einen Nachfragezuwachs um 2,9 Prozent auf 174,6 Millionen Tonnen, heißt es weiter.

„Dies überrascht insofern, als der Direktor der ISO noch Ende Oktober von Bloomberg mit einer Nachfrageprognose von plus 1,3 Prozent zitiert wurde – in absoluten Zahlen immerhin ein Unterschied von rund 2,5 Millionen Tonnen. Seither hat sich die Nachfrageperspektive wegen neuerlicher Lockdowns eher eingetrübt“, so Helbing-Kuhl.

Für 2019/20 habe die ISO die Bilanz von einem marginalen Defizit in einen Überschuss von 1,9 Millionen Tonnen gedreht, wofür weitgehend die veränderte Zurechnung Brasiliens verantwortlich sei. Der Zuckerpreis habe von der jüngsten Prognose der ISO nicht weiter profitiert und habe vielmehr leicht von seinem Dreieinhalbjahreshoch nachgegeben“, heißt es abschließend.

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