• Kaffee - ISIN: US6289851031
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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Nach einem Anstieg um zehn Prozent innerhalb einer Woche handelt der Rohzuckerpreis bei knapp 13 US-Cent je Pfund auf dem höchsten Niveau seit Mitte März.

Diese Entwicklung steht im Widerspruch zu den Ergebnissen einer Reuters-Umfrage. Die Umfrageteilnehmer rechnen demnach für 2020/21 mit einem Angebotsüberschuss am globalen Zuckermarkt von 3,5 Millionen Tonnen. In der letzten Umfrage von Ende Januar waren sie noch von einem Defizit von über einer Million Tonnen ausgegangen, wie Commerzbank-Analystin Michaela Helbing-Kuhl im „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

„Der von der Coronakrise ausgehende Druck auf die Ölpreise spricht aber für eine höhere Verarbeitung des brasilianischen Zuckerrohrs zu Zucker statt zu Ethanol. So schätzen die Teilnehmer die Zuckerproduktion im Hauptanbaugebiet Center-South nun nicht mehr wie im Januar auf 29 Mio. Tonnen, sondern auf fast 37 Millionen Tonnen. Gleichzeitig soll die Krise die Nachfrage nach Zucker dämpfen. Beide Aspekte führen dazu, dass der Jahresendpreis im Durchschnitt nun bei 12 US-Cent je Pfund drei US-Cent niedriger als in der Januar-Umfrage erwartet wird“, so Helbing-Kuhl.

Am Kaffeemarkt werde einer Reuters-Umfrage zufolge für 2020/21 mit einem weiteren Überschuss gerechnet. Dieser werde durchschnittlich auf fünf Millionen Sack geschätzt (nach 1,85 Millionen Sack in der laufenden Saison). Vor allem bei Arabica-Kaffee solle das hohe Angebot – Stichwort sei hier die rekordhoch erwartete Ernte in Brasilien – auf eine durch den eingeschränkten Außer-Haus-Verzehr reduzierte Nachfrage treffen. Robusta-Kaffee komme dagegen zugute, dass er vermehrt in Instant-Kaffees verwendet werde, deren Konsum im häuslichen Umfeld relativ stark sei, heißt es weiter.

„Im Vergleich zu den aktuellen Preisen sehen die Teilnehmer nur für Robusta noch Aufwärtspotenzial. Denn in den letzten Tagen legte der Arabica-Preis kräftig zu, im Dezember-Kontrakt auf 1,20 US-Cent je Pfund. Dabei dürfte neben der Schwäche des US-Dollars eine Rolle spielen, dass die Kaffeebestände an der ICE im Juli auf das niedrigste Niveau seit rund drei Jahren fielen“, so Helbing-Kuhl.

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