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Frankfurt (GodmodeTrader.de) - Der Rohzuckerpreis stieg gestern erstmals seit Ende November 2021 über die Marke von 20 US-Cent je Pfund. Dies könnte auf Nachrichten aus dem weltgrößten Zuckerkonsumentenland Indien zurückzuführen sein, wo die Zuckernachfrage in diesem Jahr nach der Aufhebung der Corona-Restriktionen deutlich steigen dürfte, wie Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch in der aktuellen Ausgabe von „TagesInfo Rohstoffe“ schreibt.

Die Vereinigung der indischen Zuckermühlen ISMA erwarte für das bis Ende September laufende Marketingjahr 2021/22 einen Nachfrageanstieg um drei Prozent gegenüber dem Vorjahr auf rekordhohe 27,2 Millionen Tonnen. Die Zuckerexporte Indiens dürften ebenfalls auf ein Rekordniveau steigen, wobei die Zuckermühlen laut ISMA schon 7,2 Millionen Tonnen an Exportaufträgen unterzeichnet haben sollen, heißt es weiter.

„Das würde für zusätzliche Exporte in den kommenden Monaten kaum noch Raum geben, falls die Regierung eine Exportquote von acht Millionen Tonnen einführt. Derartige Pläne wurden im letzten Monat bekannt. Dieser Schritt scheint unvermeidlich, will man verhindern, dass die Zuckerbestände bis zum Ende des laufenden Marketingjahres auf ein zu niedriges Niveau absinken. Ein lokaler Händler schätzt, dass die Lagerbestände ansonsten zu Beginn des neuen Marketingjahres bei rund sechs Millionen Tonnen liegen könnten, was einem Fünfjahrestief entsprechen würde“, so Fritsch.

Mehr Zuckerangebot könnte dafür aus Thailand an den Markt kommen. Der hinter Brasilien und Indien drittgrößte Zuckerexporteur dürfte im laufenden Jahr 2021/22 laut der lokalen Zuckermühlenvereinigung zehn Millionen Tonnen Zucker produzieren und damit ein Drittel mehr als im Vorjahr. Für den Weltmarkt werde auch von großer Bedeutung sein, wie die Verarbeitungssaison in Brasilien verlaufen werde, die in diesem Monat begonnen habe, heißt es weiter.

„Der jüngste Ölpreisrückgang könnte die dortigen Zuckermühlen dazu veranlassen, etwas mehr Zucker anstelle von Ethanol zu produzieren. Allerdings ist das Preisniveau für Ethanol in Brasilien noch immer sehr attraktiv und der feste Brasilianische Real verteuert den Zuckerexport“, so Fritsch.