• Die Zuflüsse in Cybersicherheit-ETPs nehmen nach den globalen Ransomware-Angriffen vor vier Wochen Fahrt auf.
  • Anleger steigen nach dem Schock der britischen Parlamentswahlen in Short-GBP-ETPs ein. Zugleich nehmen sie bei Gold-ETPs Gewinne mit, da Gold in der letzten Woche bei über 1.290 USD/oz. ein Hoch ausbildete.
  • Wegen neuerlicher Preisschwächen kam es zu Zuflüssen bei Rohöl-ETPs und zu Abflüssen bei Industriemetall-ETPs.
ANZEIGE

Gold-ETPs (A0LP78) verzeichneten Abflüsse aufgrund von Gewinn­mitnahmen – trotz der politischen Instabilität in Großbritannien. In der vergangenen Woche erreichte der Goldpreis zunächst bei über 1.290 USD/oz. ein zweitägiges Hoch, da der US-Dollar vor der Aussage des früheren FBI-Direktors Comey unter Druck geriet und Spannungen im Nahen Osten belasteten. Am Donnerstag ließ der Druck auf den Goldpreis überraschenderweise nach, obwohl sich EZB-Präsident Draghi nicht äußerte, wie und wann die quantitative Geldpolitik auslaufen werde. Auch die nach den Parlamentswahlen erhöhte Instabilität der britischen Politik machte sich nicht bemerkbar. „Beides würde normalerweise den Goldpreis stützen und für Goldkäufe sorgen. Trotzdem kam es bei Gold-ETPs (A0LP78) am Freitag erneut zu Abflüssen, die sich auf die Woche gerechnet insgesamt auf 59,6 Mio. USD ausdehnten,“ so Jan Hendrik-Hein, Director – Head of German Speaking Regions, ETF Securities.

Zuflüsse-in-ETPs-für-Cybersicherheit-beschleunigen-sich-Kommentar-ETF-Securities-GodmodeTrader.de-1

Anleger steigen in Short-GBP-ETPs ein, da die Unsicherheit rund um die Brexit-Verhandlungen wieder auflebt. Die Premierministerin verlor ihre Mehrheit im Parlament, und die Gewissheit über den angeblich leichten Sieg wich einer tiefen Enttäuschung. „Dass 7,4 Mio. USD in Short-GBP-ETPs flossen, zeigt, dass die Anleger kurzfristig mit einer weiteren Abwertung des Pfund vor allem gegenüber dem US-Dollar rechnen. Wir meinen jedoch, dass ein weicherer Brexit dem Pfund auf längere Sicht zugutekommen dürfte“, so Hein.

Zuflüsse-in-ETPs-für-Cybersicherheit-beschleunigen-sich-Kommentar-ETF-Securities-GodmodeTrader.de-2

Die starken Zuflüsse in Cybersicherheits-ETPs (A14ZT8) und Robotik-ETPS (A12GJD) bleiben stabil. Bei Cybersicherheits-ETPs (A14ZT8) kam es mit 36,5 Mio. USD sogar zu den höchsten wöchentlichen Zuflüssen seit Auflegung. „Seit dem massiven Cyberangriff am 12. Mai, der fast 100 Länder traf, verzeichnen Cybersicherheits-ETPs in jeder Woche zweistellige Zuflüsse (in Mio. USD). Sie betragen inzwischen 81 Mio. USD. In Robotik-ETPs flossen in der letzten Woche 8,9 Mio. USD“, ergänzt Hein.

Zuflüsse-in-ETPs-für-Cybersicherheit-beschleunigen-sich-Kommentar-ETF-Securities-GodmodeTrader.de-3

Die Zuflüsse in Rohöl-ETPs (A1N49P) haben mit der Blockade von Katar wenig zu tun. Dass in der letzten Woche fast 42 Mio. USD in Rohöl-ETPs flossen, war dem weiteren Abrutschen des Rohölpreises zu verdanken. Long-WTI-ETPs (A0KRJX) nahmen mit 38,3 Mio. USD den Großanteil der Mittel auf, als sich WTI 45 USD/Barrel näherte. In Long-Brent-ETPs (A1N49P) flossen 12,6 Mio. USD. Die Blockade Saudi-

Arabiens und drei weiterer arabischer Länder hatte keinen Einfluss, da Katar nur ein sehr kleiner Rohölproduzent ist. „Andererseits nahmen die US-Lagerbestände in der vergangenen Woche entgegen den Markterwartungen zum ersten Mal seit Ende März 2017 wieder zu, und zwar um 3,3 Mio. Barrel“, so Hein.

Industriemetall-ETPs (A0SVX7) verzeichneten nach der Herabstufung des Kreditratings Chinas und der Verlangsamung des chinesischen Metall­verbrauchs erneut Abflüsse. Abgesehen von Moody’s Herabstufung der Schuldtitel vor drei Wochen war für die Abflüsse vor allem der chinesische Metallverbrauch verantwortlich, der laut World Bureau of Metal Statistics zum ersten Mal seit Juli 2016 von Januar bis März 2017 wieder fiel. „Das Anlageargument für Industriemetalle bleibt jedoch intakt, da sich die chinesische Wirtschaft stabilisiert und das interne Angebotsdefizit unverändert bleibt“, sagt Hein.