Erneute landesweite Lockdowns dürften laut Aviva Investors trotz sich weiter abzeichnenden Corona-Infektionswellen nicht notwendig sein, da begrenzte und zielgerichtete Einschränkungen diesen erfolgreich entgegenwirken sollten.

Die Abwärtsrisiken haben folglich seit dem Sommer abgenommen. Die Chancen auf eine Aufwärtsbewegung hingegen könnten angesichts der möglichen Entwicklung und Verteilung wirksamer Corona-Impfstoffe zum Jahresanfang 2021 nochmal verstärkt werden. Auch umfangreiche geld- und finanzpolitische Maßnahmen dürften dies unterstützen. Solange große Unsicherheit bezüglich des Zeitplans besteht, sollten die Rahmenbedingungen einer „Neuen Normalität“ in den nächsten Quartalen stärker im Fokus stehen.

Ein Anhalten der wirtschaftlichen Erholung wird auf eine Fortsetzung der politischen Unterstützung angewiesen sein: erstens in Form einer lockeren Geldpolitik – konventionell und nicht konventionell – und zweitens durch großzügige fiskalische Maßnahmen und Anreize für Unternehmen und Arbeitnehmer. Wird dies fortgesetzt, hat die Kombination aus lockerer Geldpolitik – die zunehmend darauf ausgerichtet ist, eine höhere Inflation als im vergangenen Jahrzehnt zu erreichen – und expansiver Fiskalpolitik das Potenzial, einen wesentlichen Systemwechsel für die Volkswirtschaften und globalen Finanzmärkte zu bewirken.

Michael Grady, Head of Investment Strategy und Chief Economist bei Aviva Investors, sagt:

„Die Kombination aus besseren Konjunkturaussichten, sinkendem Risiko von COVID-19 und anhaltender politischer Unterstützung lässt uns Risikoanlagen positiver betrachten. Wir ziehen es vor, mehr Risiko an den Anleihemärkten einzugehen und halten deshalb ein Übergewicht an globalen Hochzinsanleihen und US-amerikanischen Investment-Grade-Anleihen. Unsere bisher negative Einstellung gegenüber globalen Aktien ist insgesamt eher neutral.

Relative Bewertungen und die Form der zyklischen Erholung begünstigen Europa und die Schwellenmärkte gegenüber den USA und Japan. Die rückläufigen Renditen von Staatsanleihen weltweit macht sie weniger attraktiv, insbesondere als effektive risikoreduzierende Anlage in unseren Portfolios. Insgesamt haben wir eine neutrale Sichtweise. Übergewichtungen in den USA, Italien und Australien gleichen wir mit Untergewichtungen in Kerneuropa aus.

Die wohl bedeutendste Änderung in unserer Sichtweise zur Vermögensallokation ist der Wechsel zu einer untergewichteten US-Dollar-Position gegenüber den wichtigsten G10-Währungen. Dabei ziehen wie es vor, sowohl den Euro als auch den Yen überzugewichten.“