Derzeit wird vor allem ein Trade als besonders vielversprechend gehandelt, wenn es darum geht, sich gegen den Ausgang der Wahl zu schützen bzw. sogar davon zu profitieren. Es geht dabei um das Währungspaar Rubel/Peso. Der Grund für diese eher exotische Kombination erschließt sich, wenn man Donald Trumps Reden zuhört.

Trump wettert gegen Mexiko, als sei das Land die Wurzel allen Übels. Gleichzeitig preist er Vladimir Putin wie die Lösung aller Probleme an. Der verbale Kampf gegen Mexiko ist einer der Eckpfeiler des Wahlkampfes von Trump.

Bei vielen Wählern kommt das gut an. Sie fühlen sich verstanden, wenn Trump die Grenze zu Mexiko dichtmachen will. Ebenso glauben sie der Story, dass US-Jobs nach Mexiko verlagert werden und sich so die Bedingungen in den USA verschlechtern.

Während das alles aus populistischer Sicht großen Zuspruch findet, ist es in der Realität doch komplizierter. Führt man das Gedankenexperiment durch und holt jene Jobs in die USA zurück, die ins Ausland verlagert wurden, dann geschieht vor allem Eines: die Kosten vieler Produkte explodieren. Wie lustig das dann für die Bevölkerung ist, die vom Mindestlohn lebt, kann man sich vorstellen.

Wie dem auch sei, durch die einfache Rhetorik und das populistische Programm steht Mexiko unter Druck. Gewinnt Trump die Wahl wird dieser Druck real. Keiner weiß, ob Trump sein Programm wirklich durchsetzt, doch das ist für eine Erstreaktion des Marktes unerheblich. Der mexikanische Peso dürfte stark an Wert verlieren.

Auf der anderen Seite des Währungspaares steht der Rubel. Die Beziehungen zwischen Washington und Moskau sind bestenfalls kühl. Trump behauptet, er verstehe sich mit Putin ausgezeichnet und verspricht exzellente Beziehungen. Hat Russland in den USA plötzlich einen Verbündeten und nicht mehr ein Gegengewicht, kann das Russland wirtschaftlich enorm helfen. Der Rubel kann dadurch zu einer begehrten Währung werden.

Beide Stoßrichtungen führen dazu, dass der Rubel gewinnt und der Peso verliert, wenn Trump gewählt wird. Als sich Hillary Clinton vergangene Woche in der Fernsehdebatte gegen Trump sehr gut schlug, gewann der Peso schlagartig 2 % an Wert. Der Trade wirkt auf den ersten Blick exotisch, doch er ist äußerst relevant.

Gewinnt Hillary Clinton die Wahl ist die Welt nicht unbedingt gleich rosiger. Sie wettert in ihrem Programm gegen Big Pharma. Jedes Mal, wenn sie das Thema erwähnt, zucken die Kurse der Pharma- und Biotechnologiekonzerne. Ein Hedge gegen Clinton ist eine Shortposition auf Pharma- und Biotechnologieunternehmen.

Wer sich also gegen einen Sieg von Trump absichern möchte, kann auf einen fallenden Peso setzen. Dadurch, dass es sich um ein eher exotisches Währungspaar handelt, dürfte es vielen Anlegern schwerfallen, Produkte zu finden. Wer sich gegen einen Sieg von Clinton absichern möchte, kann Pharmaunternehmen leerverkaufen. Am einfachsten geht dies wahrscheinlich über den iShares US Pharma ETF (ISIN US4642888360).

Beide Hedge-Optionen sind nicht für jeden einfach umsetzbar. Man kann daher auch deutlich kruder an die Sache herangehen. Generell ist es sehr wahrscheinlich, dass der Gesamtmarkt auf einen Sieg Clintons positiv reagieren wird. Gewinnt Trump die Wahl, dürften die Börsen in eine Korrektur übergehen. Ohne großen Aufwand kann man sich daher gegen Trumps Sieg absichern, wenn man einen Put auf den S&P 500 kauft.

Clemens Schmale

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