In diesem Rahmen hat der Deutsche Derivate Verband in Kooperation mit Guidants (www.guidants.com) die Publikationsreihe „10 Fragen an Top-Trader“ ins Leben gerufen. Guidants ist die personalisierbare Investment- und Analyseplattform der BörseGo AG und liefert einen Zugang in die Welt des Tradings. Die Investmentplattform erlaubt es den Anlegern, die Märkte in ihrer Gesamtheit zu analysieren. In dieser Ausgabe sprechen wir mit rene Berteit (jetzt auf Guidants folgen!). Links zu weiteren Interviews finden Sie am Ende des Artikels!

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Rene Berteit beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit den Finanzmärkten. Während der Riesenhausse bis ins Jahr 2000 stand für die meisten Trader Verlieren nicht auf der Agenda. Egal was man kaufte, es stieg. Dies lockte auch den BWL-Studenten Rene Berteit an die Märkte. Er platzierte die ersten Orders – mit Erfolg. Doch mit Ende des Hypes im Neuen Markt kam auch für ihn die Zeit der Qualen. Dennoch beschäftigte

er sich neben dem Studium und während der späteren Tätigkeit als Logistikleiter jede freie Minute mit Märkten und Strategien und sammelte so ein breites Know-how. Sein Spezialgebiet: der kurzfristige Handel – das so genannte Daytrading – von Dow Jones, DAX und dem Währungspaar Euro/US-Dollar. Seine Erfahrung kommt auch den Teilnehmern des von ihm seit 2007 bei GodmodeTrader betreuten Ausbildungs-Services zugute. Seinen Stream auf der Tradingplattform Guidants haben rund 14.300 Follower abonniert.


Wann und wie sind Sie zum Trading gekommen?

Ich glaube, da habe ich viel mit anderen Börsianern gemeinsam. Meine Leidenschaft hat der Dot-Com-Boom vor der Jahrestausendwende zusammen mit meinem BWL-Studium entfacht. Ich glaube, damals war irgendwie jeder Börsianer oder Trader. Man kam einfach nicht am Dot-Com-Hype vorbei.

Auf welche Märkte und/oder Indizes fokussieren Sie sich?

Momentan konzentriere ich mich auf Indizes, allen voran den DAX. In Kombination mit meinem Tagesablauf und meinen Rahmenbedingungen passt der DAX zu mir – zumindest aktuell.

Wie viele Trades machen Sie pro Tag, Monat und Jahr? Wie viele Stunden traden Sie täglich?

Das ist höchst unterschiedlich. Ich habe mein Trading in meinen Tagesablauf integriert, der ja bspw. auch noch die Coachingarbeit beinhaltet. Ich liebe diesen Mix, in dem sich alles um Börse und Trading dreht, der aber in stressigen Zeiten zugegebenermaßen meist zu Lasten des Tradings geht. Aber wenn alles passt, halte ich täglich von 9 – 12 Uhr nach kurz- fristigen Scalpchancen im DAX Ausschau. Im Minutenchart können so gerne 10 oder 20 Trades in dieser kurzen Zeit zusammenkommen.

Was war der größte Fehler in Ihrer bisherigen Trading-Karriere und was haben Sie aus ihm gelernt?

Ich muss gestehen, es fällt mir schwer, meinen größten Fehler zu benennen. Letztlich hat mich jeder Fehler in irgendeiner Form Geld gekostet, aber aus jedem Fehler kann man etwas lernen. Wenn ich heute jedoch noch einmal von vorne anfangen könnte, würde ich eines mit Sicherheit anders machen. Ich würde mich ausbilden lassen, anstatt alles im Alleingang zu versuchen. Zum einen kommt man schneller und bei guter Ausbildung auch kostengünstiger ans Ziel. Viel wichtiger als dieser Aspekt ist jedoch die Tatsache, dass man mit einem guten Coaching große Fallen vermeiden kann. Das größte Problem bei diesen ist nicht der finanzielle, sondern „emotionale Schaden“. Hier können Verhaltensgewohnheiten bis hin zu Traumatas entstehen, die man später nur schwer wieder los wird.

Wie viel Urlaub gönnen Sie sich und was ändern Sie dann an Ihren Positionen?

Als Mitarbeiter der BörseGo habe ich ganz normalen Jahresurlaub und in dieser Zeit ruht natürlich auch mein Trading. Als Intraday-Trader muss ich mich glücklicherweise in dieser Zeit nicht groß um Positionen oder Ähnliches kümmern.

Wodurch finden Sie einen Ausgleich zum Trading-Alltag?

Ich habe eine ganze Menge Hobbys, die mir genug Abwechslung verschaffen. Angefangen beim Kampfsport, übers Motorradfahren bis hin zu Modellbau und vielem mehr. Dabei probiere ich auch sehr gern neue Dinge aus. Aktuell versuche ich mich beispielsweise gerade im Freeboarding.
Das klappt auch schon ganz gut. Das größte Problem sind jedoch die Berge, die man hier an der Ostseeküste bekanntlich kaum findet. Da muss dann schon ein kleiner Hügel mit Neigung zum Strand reichen. Die „Abfahrt“ dauert dann zwar nicht lange, aber der Ausblick ist schön.

Wie lange hat es gedauert, bis Sie vom Trading leben konnten?

Jahre, schon allein deshalb, weil ich im Alleinstudium ständig an den falschen Stellen gesucht habe. Ich glaube, allein in dieser „Findungsphase“ habe ich fünf Jahre „verschwendet“. Aber wenigstens kann ich das dort erlangte Wissen heute im Coaching nutzen. Ich bin heute zwar kein Elliottwellen- oder Aktien-Trader, aber ich kenne mich auch in diesen Bereichen aufgrund früherer Erfahrungen aus. Mein Tipp: Wenn Sie sich für das Trading interessieren, nehmen Sie sich 2,5 Jahre Zeit, es zu erlernen. Sie werden Stück für Stück besser.

Was muss ein erfolgreicher Trader auf jeden Fall beherrschen? Welche Eigenschaften sollte er haben?

Erfolgreiches Trading ist wie ein funktionierendes Getriebe. Sobald auch nur ein Zahnrad, egal wie groß oder klein, defekt ist, wird es schwierig. Gleichzeitig ist die Fähigkeit, sich erfolgreich selbst zu managen, wahrscheinlich einer der größten Erfolgsbausteine. Die wenigsten sind geborene Trader. Deshalb sind wir darauf angewiesen, aus unseren Fehlern zu lernen und das bedeutet auch, sich verändern zu müssen.

Welchen Beruf hätten Sie vermutlich, wenn es mit dem Trading nicht geklappt hätte?

Das ist eine unheimlich spannende Frage, die ich ehrlich gesagt, nicht beantworten kann. Ich denke aber, es gäbe sehr viele Gemeinsamkeiten. Da wäre zum Beispiel der Coachingbereich, der mich schon immer interessiert hat. Mir macht es einfach unheimlich viel Spaß, mein Wissen an andere weiterzugeben und anderen zu helfen. Gleiches gilt für analytisches Denken & Co. Ich liebe herausfordernde Aufgaben. In dieser Kombination wären viele Berufe möglich. Bei einem bin ich mir aber sicher: Mein Job muss mir Spaß machen. Gerade langfristig spielt der Verdienst für mich nur eine untergeordnete Rolle.

Mit wem würden Sie gerne einen Tag tauschen?

Erwischt! Die zweite Frage, bei der ich ins Grübeln, aber auch Träumen komme. Ich wurde ehrlich gesagt noch nie gefragt, mit wem ich gerne einen Tag tauschen würde. Vielleicht ja mit jemanden aus der Zukunft, der in der Lage ist, zu fremden Sternen und Galaxien zu reisen. Das wäre schon gigantisch.

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Börsenrelevanter Tagesablauf

08 / 8:30 Uhr:

Aufstehen und den Tag im Home-Office mit dem GodmodeTrader, Guidants und einer Tasse Latte Macchiato beginnen! Dabei darf ein Blick auf den Terminkalender, den vorbörslichen DAX-Handel und unseren Newsflash nicht fehlen. Gleichzeitig beginnt mein normaler Arbeitstag bei BörseGo.

9 – 12 Uhr:

Der alltägliche Börsenwahnsinn Teil 1! Eine feste Größe in meinem Tradingalltag ist der Wochenstart am Montag mit „Märkte am Morgen“ zusammen mit der Citi. Gleichzeitig startet um 9 Uhr meine Kernhandels- zeit im DAX Minutenchart. Hier scalpe ich Ausbrüche & Co, idealerweise mit einer nur relativ kurzen Haltedauer. Natürlich darf auch das Analysieren, Coachen und Co. nicht fehlen und wenn es die Kapazitäten zulassen, nutze ich diese Zeit kreativ für Systemtests und Wissensbeiträge.

12 Uhr bis 17 Uhr:

In der zweiten Tageshälfte liegt mein Fokus stärker auf Godmode, Guidants, dem Coaching und momentan laufenden Projekten. Aktuell bspw. das Traders Camp, welches ich als Mentor begleite. Zudem stehen auch einige fixe Aufgaben, wie Newsletter und meine DAX-Mittagssendung an. Seltener wird gehandelt.

ab 17 Uhr:

Tagesabschluss mit meinen letzten Analysen. Zudem stehen in dieser Zeit auch projektbezogene Webinare rund um das Thema Trading an. In der Regel ist dann gegen 18/19 Uhr „offiziell Feierabend“ und Zeit für Familie & Co.

ab 22 Uhr:

Es vergeht eigentlich kein Tag, an dem ich nach 22 Uhr nicht noch einen Blick auf Börsenrelevantes werfe. Ich sammle und verfolge Ideen, checke den Godmode oder Guidants etc. Und natürlich darf in dieser Zeit ein Blick auf das eigene Trading an diesem Tag nicht fehlen!


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