Italien und Belgien sind bedroht

Anglo-Amerikanischer Angriff zweite Runde?

Der Chefökonom der Citigroup, Willem Buiter, nennt in seinem "Länderrisiken-Krisen-Update" Staaten, die insolvent sind, oder davon bedroht sind: Griechenland sei "de facto insolvent" - dies sei besonders der Fall, nachdem die Regierung die Defizitprognosen und die Kreditratingagenturen ihre Ratings angepasst hätten. Eine Lösung für die griechischen Schulden werde aber erst nach 2013 erwartet und man wird alles tun, um die Probleme bis dahin zu vertagen, schreibt Buiter.

Das Finanzsystem Irlands sei ebenso "de facto insolvent" - Die Regierung Irlands könne ihre eigenen Banken nicht aus eigenen Mitteln rekapitalisieren und vor der Insolvenz retten. Eine umfassende Rettung Irlands und dessen Finanzsystems sei "sehr unwahrscheinlich", weshalb es dort zu einem Zahlungsausfall kommen werde - für die eine oder andere Gruppe von Gläubigern.

Nach einer Einigung im Irland-Fall wird sich der Markt "wahrscheinlich" auf Portugal stürzen, das bei derzeiten Zins- und Wachstumsniveaus "weniger dramatisch, aber still, insolvent" ist. Wir rechnen damit, dass Portugal unter den Rettungsschirm der EU schlüpfen wird.

Spanien: "Für jetzt haben die Märkte Spanien der Risikoklasse zugeordnet, in der auch Italien ist, unserer Meinung sollte sie eher näher an jener Portugals und Irlands sein, wenn die Probleme des Bankensektors wahrgenommen würden." Der Rettungsschirm der EU sollte viel größer sein - Buiter schlägt 2000 Milliarden Euro vor. Denn: Sollte Spanien Hilfe benötigen, würde es das jetzige Budget sprengen.

Italien und Belgien: "Auf lange Sicht sind die hohen Verschuldungsgrade und die politische Instabilität in Italien und Belgien Nährböden für fundamental begründbare Staatsschuldenkrisen, während selbstbegründende Krisen sogar auch kurzfristig möglich sind, trotz eigentlich ausgeglichener Haushalte."