Sie traden in erster Linie am Währungsmarkt. Warum haben Sie sich für Forex-Trading entschieden?

Seit mittlerweile drei Jahren handle ich ausschließlich den FX-Markt. Nachdem ich mich über die vergangenen Jahre hinweg an sämtliche Finanzinstrumente von Aktien bis Zertifikate heranwagte, blieb ich 2007 beim FXMarkt „hängen“. Mich begeisterten die Übersichtlichkeit der Paare hinsichtlich ihrer Anzahl, die globalen finanzpolitischen Zusammenhänge und insbesondere der 24-Stunden-Handel. Außerdem ist der Forex-Markt sehr liquide – Kurslücken kommen, wenn überhaupt, nur während des Wochenendes zustande. Das macht das Trading ein Stück berechenbarer. Viele, viele weitere Punkte könnte ich zusätzlich nennen, doch dies würde den Rahmen des Interviews sicherlich sprengen…

Sie sprechen die Liquidität an. Heißt das, Forex eignet sich für Trader, die nicht ständig vor dem PC sitzen möchten?

Nun, diese Frage ist zweischneidig. Klar ist jedoch, dass gerade in puncto Kosten dieser Markt wahrlich zu bevorzugen ist! Außer dem Spread und eventuell der Kommission fallen tatsächlich keine weiteren Kosten an! Wie lange sitzt der Forex-Trader vor dem PC? Hier muss ich weiter ausholen. Denn unabhängig vom Markt muss ein Trader oder Anleger zunächst eine zu ihm passende Strategie entwikkeln sowie auch das entsprechende Handelsfenster. Doch der FXMarkt kann selbstverständlich auch auf höheren Zeitebenen wie z.B. auf Tagesbasis gehandelt werden. Ich selbst bevorzuge eine Spanne von Handelszeiten, die vom 5-Minutenchart bis zum 240-Minutenchart reicht. Auf Tagesbasis bezogen muss man natürlich mit weiteren Stopps und den Roll-over-Gebühren rechnen.

Roll-over-Gebühren? Erklären Sie uns das bitte kurz?

Roll-over-Kasten können als Gewinn- oder Kostenfaktor in Erscheinung treten. Je nachdem, welche Marktposition man bei dem entsprechenden Währungspaar eingenommen hat. Entscheidend hierfür ist jedoch die Zinsdifferenz beider Währungen. Am konkreten Beispiel des AUD/USD (akt. AUD-Zinssatz = 4,75 % / akt. USDZinssatz = 0,00-0,25%). Nimmt man hierbei zum Beispiel eine Long-Position ein – erwartet man also einen steigenden AUD und dem gegenüber einen fallenden USD –, verdient man neben der möglichen Preissteigerung auch an der täglich entstehenden Zinsdifferenz. Die Höhe des Ertrags hängt letztlich vom investierten Betrag sowie dem Margin-Level, als auch den Individualitäten des FOREX-Brokers ab.

Wie könnte eine solche zeitsparende Strategie aussehen?

Eine ausführliche Trendfolgestrategie finden Sie auf Seite 20 dieser Publikation. Diese kann sowohl in tieferen als auch höheren Zeitfenstern angewandt werden. Hierbei kommen auch die von mir bevorzugten Heikin-Ashi-Kerzencharts zur Anwendung.

Welches Währungspaar haben Sie aktuell auf der Watchlist? Wo erwarten Sie in den nächsten Tagen Einstiegschancen?

Generell habe ich keinen Liebling – in meiner Watchlist sind vielmehr rund 20 der liquidesten Paare von AUD/CHF bis USD/JPY. Doch bevorzuge ich gerade im kurzfristigen Handel den EUR/USD aufgrund seines geringen Spreads. Zu den Einstiegschancen sei gesagt, Chancen bieten sich täglich – je nachdem in welchem Zeitfenster und nach welcher Strategie man eben handelt… Spannend ist jedoch ganz klar der EUR/USD. Die Frage, die sich stellt lautet: Wie weit kann der Euro noch korrigieren? Generell wären Abgaben bis rund 1,4150 USD möglich, doch spätestens dort muss er sich wieder fangen, um nicht doch noch unter das Niveau von 1,4000 USD abzukippen. Hingegen wäre eine Rückkehr über 1,4600 USD als bullisches Signal zu werten und Aufschläge bis zu den letzten Hochs in der Nähe der Marke von 1,5000 USD durchaus denkbar.

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Dieser Artikel ist in unserer Sonderpublikation Forex-Brokervergleich erschienen. Weitere spannende Themen können Sie nach einer kurzen kostenfreien Anmeldung hier herunterladen.

Christian Kämmerer ist technischer Analyst bei GodmodeTrader.de . Mit Herrn Kämmerer gesellt sich ein weiterer Profi Devisenhändler in das Team von GodmodeTrader.