Preise springen 6%

    Die Kakaopreise in London sprangen in der vergangenen Woche in der Spitze um 6,3% auf 1964 Pfund/Tonne.

    Oppositionskandidat Alassane Ouattara wurde von der unabhängigen Wahlkommission der Elfenbeinküste zum Wahlsieger ausgerufen. Das Verfassungsgericht hatte das Ergebnis der Kommission jedoch für nichtig erklärt und Amtsinhaber Laurent Gbagbo zum Sieger erklärt. Gbagbo hatte sich trotz internationaler Proteste am Samstag für eine weitere fünfjährige Amtszeit vereidigen lassen.

    Der Kakaomarkt ist geprägt durch oligopolistische Nachfragestrukturen, die ländlichen Anbietern in unterentwickelten Ländern gegenüberstehen, die, um überhaupt zu überleben, ihre Kakaoprodukte gleich nach der Ernte auf den Markt werfen müssen.

    Die mächtigen Einzelabnehmer können diese Situation schamlos ausnutzen. Sie decken sich immer dann ein, wenn die Preise besonders unter Druck geraten. Kakaobohne, Kakaopulver und Kakaobutter lassen sich eben exzellent lagern. Die Bevorratung der großen Abnehmer liegt häufig bei mehr als 1 ½ Jahren.

    Außerdem hat sich ein Angebotsüberhang herausgebildet. Plötzlich kam dann aber doch Bewegung in den Markt, als sich der Machtkampf an der Elfenbeinküste in der vergangenen Woche zuspitzte. Der Preis sprang um 6,3% und erreichte in London zeitweise 1964 Pfund/Tonne.

    Immer wieder, und auch dieses Mal, ist die erhöhte Volatilität mit den politischen Unruhen in der Elfenbeinküste in Verbindung zu bringen, dem größten Kakaoproduzenten der Welt (39% der Weltproduktion).

    Dort feinden sich rebellische Aufständische der Opposition im Norden und die Partei des regierenden Präsidenten Ggagbo im Süden an. Der Norden ist stark unterwandert von Nachbarvölkern und vorwiegend muslimisch, während der Süden für sich geltend macht, nur aus Einheimischen zu bestehen, die traditionsgemäß Christen sind. Ständig muss die UN für Sicherheit sorgen, nachdem die Franzosen total versagt hatten. Häufig werden die Transportwege der Kakaobauern zu den Häfen des Landes von Rebellen besetzt. Das ruft Spekulanten auf den Plan. Sie treiben die Preise in die Höhe, dann aber genauso wieder in die Tiefe.

    Nachdem die Bürgerkriegsparteien im Januar 2003 einen Friedensvertrag unterzeichnet hatten, haben sich die kriegerischen Handlungen zwar etwas beruhigt, sie können aber jeder Zeit wieder ausbrechen. Seither kletterte der Kakaopreis um 35%.

    Die Rebellen wollen ihre Waffen jedoch nicht niederlegen, weil sie von Präsident Ggagbo von der Regierung ausgeschlossen werden. Das war schon bei den Wahlen im Jahr 2005 so. Und es ist heute wieder so. Der Oppositionsführer der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara, wurde 2005 nur deshalb nicht zugelassen, weil die reine Abstammung aus der Elfenbeinküste nicht nachweisen konnte. Jetzt erklärte das Verfassungsgericht die Wahl für nichtig. Eine Änderung der Verfassung zur politischen Öffnung der Wahlen wird von Präsident Ggagbo vehement abgelehnt. Die Fronten sind verhärtet. Daher versucht die südafrikanische Regierung immer wieder zu vermitteln. Bisher scheiterte sie jedoch am Widerstand Ggagbos.

    Wie geht es weiter mit dem Kakaopreis und der Elfenbeinküste?