Dreistellige Ölpreise schon in einem Quartal

    Jeff Rubin, Experte für Energiewirtschaft und früherer Chef-Ökonom und -Strategie der kanadischen CIBC-Bank, rechnet mit einem dramatischen Anstieg der Ölpreise.

    Grund: Die stärkste Industrieproduktion Chinas seit sieben Monaten und gleichzeitig schnell fallende Ölvorräte in den Industrieländern. Wenn die chinesische Nachfrage so weiter geht, schreibt Rubin, so haben wir in drei Monaten dreistellige Ölpreise.

    Seit acht Monaten fallen die Ölvorräte der größten chinesischen Ölkonzerne - allein die Dieselvorräte Chinas verringerten sich im Oktober um 14%. Auch die 530 Millioenn Liter Erdöl, die noch vor wenigen Monaten in Tankschiffen auf den Weltmeeren ohne Abnehmer lagerten, sind "so gut wie weg".

    Auch die OPEC wird nicht helfen. Venezuelas Ölminister Rafael Ramirez soll jüngst gesagt haben, dass ein Ölpreis von $100 fair für Produzenten wie auch für Verbraucher sei. Auch der saudische König Abdullah habe klar gemacht, dass erst bei dreistelligen Ölpreisen die Exploration von Öl angeregt werde.

    Rubin führt fort: "In anderen Worten: Ohne derart hohe Ölpreise, die die Weltwirtschaft in die tiefste Rezession der Nachkriegsgeschichte stürzten, sollten wir nicht damit rechnen, dass die großen Öl produzierenden Nationen nach neuen Ölquellen suchen." Gerade jetzt warnt aber die Internationale Energieagentur in ihrem World Energy Outlook, dass die Erschließung neuer Ölquellen so wichtig wie nie zuvor sei.