Kursverläufe (Charts) lassen sich in verschiedenen zeitlichen Einheiten, Perioden oder man sagt auch Intervallen darstellen. Im Monatskerzenchart steht eine Kerze für den Kursverlauf eines Monats. Im Wochenchart repräsentiert eine Kerze den Kursverlauf einer Woche und im Tageschart den eines Tages.

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Investoren haben einen mittel- bis langfristigen Anlagehorizont. Sie begutachten deshalb in der Regel längerfristige Kursverläufe. Dabei konzentrieren sie sich auf Jahres-, Quartals-, Monats- und Wochencharts. Trader handeln im kurzfristigen Zeitfenster. Im Rahmen der charttechnischen Analyse werten sie zwar auch Monats- und Wochencharts aus, um eine Vorstellung vom großen Bild, dem Big Picture, zu erhalten. Im Zentrum der Analyse stehen aber kurzfristige Kursverlaufsabschnitte mit kurzen Chartintervalleinstellungen, wie Tagescharts, 60-Minuten-Charts, 30-Minuten-Charts, 15-Minuten-Charts, 10-Minuten-Charts, 5-Minuten-Charts, 1-Minuten-Charts und Tick-Charts.

Das Umstellen von einem Chartintervall in ein anderes erfolgt im Charting-Programm mit nur einem Mausklick. Zur besseren Auswertung öffnet man im Charting-Programm mehrere Fenster, in denen der zu analysierende Basiswert in unterschiedlichen Intervallen gleichzeitig nebeneinander angezeigt wird. Die Auswertung sollte ausgehend von den großen in Richtung der kleineren Chartintervalle erfolgen.

Ähnlich wie die Umstellung vom Linienchart auf Kerzen- oder Balkenchart einer Lupenfunktion gleichkommt, lässt sich die Möglichkeit unterschiedliche Chartintervalle anzeigen zu lassen, mit einer Lupenfunktion vergleichen. Und zwar eine Lupenfunktion der Zeit-Kategorie. Durch die Möglichkeit, immer kleinere Chartintervalle einzustellen, lässt sich in das Kursgeschehen hineinzoomen. Mit der Zoomfunktion lassen sich deutlich mehr auszuwertende Informationen aus dem Kursverlauf extrahieren. Signale, Trendwenden, Kauf- und Verkaufsniveaus und bevorstehende Ausbrüche können früher erkannt werden.

Konkret: Die Zoomfunktion durch Wechsel zwischen Chartintervallen hat mehrere wesentliche Vorteile. Es lässt sich beispielweise nach "Mustern in einer Kerze" suchen. Wenn im Tageschart eine bullische Reversalkerze (Hammer) vorliegt und im 60-Minuten-Chart eine bullische inverse SKS Bodenformation, so liegt in beiden Intervallen eine positive charttechnische Signallage vor. Das eine bullische Signal im 60-Minuten-Chart bestätigt das zweite bullische Signal im Tageschart. Wenn der Kursverlauf auf wichtige Trendlinien, Fibonacci-Retracements, Gleitende Durchschnitte, Bollingerbänder, formationstechnische Begrenzungslinien auftrifft, lässt sich durch das Zoomen in kleinere, feinere Chartintervalle besser eine Antwort darauf finden, wie der Kurs auf besagter Chartstruktur reagieren könnte. Bildet sich beispielweise bei Auftreffen auf eine Unterstützung in einem kleineren Chartintervall ein bärisches Kursmuster aus, kündigt dies einen Bruch der Unterstützung an.




Beispiel 1 - Der Monatschart und der Wochenchart vom S&P 500 Index.

Anbei der Monatskerzenchart vom S&P 500 Index seit April 2008. Jedem einzelnen Monat ist also eine Kerze zugeordnet. April 2008, Mai 2008, Juni 2008, usw. Jede Kerze zeigt den Eröffnungskurs und Schlusskurs des Monats, den Monatshöchstkurs, den Monatstiefstkurs, die ganze Handelsspanne während des Monats und die "Netto-Kursbewegung" in dem Monat an. Im längerfristigen Monatschart lässt sich die übergeordnete Trendtrendenz erkennen.

Um Missverständnissen vorzubeugen. Ein Monatschart zeigt also nicht den Kursverlauf an, wie er sich während eines Monats entwickelt hat, wie ein Laie fälschlicherweise meinen könnte.

Das Chartintervall darf nicht mit dem Darstellungszeitraum des Kursverlaufs verwechselt werden!

Darstellungszeitraum von diesem S&P 500 Index Chart : April 2008 bis Februar 2014

Chartintervall: Monatschart. Eine Kerze repräsentiert also einen Monat.

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Anbei ist der Kursverlauf vom S&P 500 Index ebenfalls seit April 2008 dargestellt. Allerdings wurde hier ein anderes Chartintervall gewählt; nämlich ein Wochenchart. In diesem Wochenchart steht jede Kerze für eine Woche. Sie erkennen die feinere Auflösung des Kursverlaufs gegenüber dem zuvor gezeigten Monatschart. Im Wochenchart lassen sich mehr Einzelheiten erkennen. Es handelt sich quasi um eine stärkere Vergrößerungsstufe der Lupe. Es würde keinen Sinn machen diesen mehrjährigen Kursverlaufsabschnitt im Tageschart anzuzeigen, weil man dann die einzelnen Kerzen nicht mehr erkennen könnte.

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Beispiel 2 - Aktie der Deutschen Telekom im 3-fach Zoom

Nachfolgend sind Monats-, Wochen- und Tages-Chart von der Aktie der Deutschen Telekom zu sehen. Farblich ist der Kursverlaufsabschnitt umrahmt, den der Chart mit dem nächstfeineren Chartintervall anzeigt.

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Was im normalen Tageschart als beeindruckender Aufwärtstrend daherkommt, relativiert sich, wenn man das große Bild im Monatschart betrachtet. Dort ist über Jahr hinweg wenig passiert, die Aktie pendelt seitwärts. Von ihrem 2007er-Hoch ist sie noch ein ganzes Stück entfernt. Dennoch signalisiert der Wochenchart einen riesigen Doppelboden, der als Basis für weitere Kursgewinne dienen könnte.