1. Schaffen Sie sich zwei Depots an (oder auch drei)

Gerade am Anfang ist dieser Tipp vielleicht verwirrend. Aber man kann gar nicht früh genug damit anfangen, für verschiedene Zwecke verschiedene Depots zu haben. Man muss sich dann aber rigoros daran halten, dass man die Depots nicht zweckentfremdet.
Als ideal sehe ich sogar drei Depots an: Eines für langfristige Investments (Aktien und ETFs incl. Sparpläne), eines für kurzfristige Trades und eines für echte "Zockerideen". Das Kapital ist entsprechend der eigenen Risikoneigung aufzuteilen. Eine denkbare Aufteilung wäre 55 / 40 / 5

2. Machen Sie aus Ihren Trades keine Investments und aus Investments keine Trades (jedenfalls in der Regel)

Die Verlockung ist nur allzu groß: Ein Trade lief schief, warum nicht langfristig halten? Andersherum kann es sein, dass man eine Aktie langfristig halten wollte, kann dann aber nicht widerstehen, nach 15 % Gewinn in kurzer Zeit wieder zu verkaufen. Und ob man dann wieder zukauft, um den Ursprungsplan zu verfolgen?
Sie können das Problem psychologisch besser umschiffen, wenn Sie mit mehreren dedizierten Depots arbeiten. Aber die Regel gilt ohnehin nicht ohne Ausnahme.

Stellen Sie sich vor (ja, das soll es gegeben haben) jemand hätte Anfang Januar tatsächlich vorgehabt, Gamestop langfristig zu kaufen, um an einer Turnaroundstory teilzuhaben. Wenn sich nun der Kurs innerhalb kurzer Zeit verzehn-oder -zwanzigfacht, weit über das Niveau hinaus das selbst bei positivem Geschäftsverlauf langfristig zu erwarten gewesen wäre, dann sollte man die Grundregel nicht beachten, dann kann die Aktie auch gleich raus aus dem Depot.

3. Arbeiten Sie mit Teilgewinnmitnahmen

Es gibt an der Börse kein Alles oder Nichts. Es ist psychologisch wertvoll und auch für die Performance zuträglich, wenn man in gut laufenden Aktien auch mal einen Teil der Position verkauft.
Dies gibt ein gutes Gefühl, eröffnet zudem Raum, bei Kursschwäche wieder zuzukaufen und es wird unwahrscheinlicher, dass der Trade insgesamt noch ins Minus läuft.

4. Definieren Sie Marken, ab denen ein Trade nicht mehr in den Verlust laufen darf

Kürzlich erst erzählte mir jemand: "Ich war bei Aktie XY schon 50 % im Plus und bin jetzt im Minus. Das gibt es doch nicht".
Ja, das darf nicht sein! Aber man kann auch nicht pauschal sagen, dass man generell nicht mehr ins Minus kommen darf, wenn man mal im Plus war. Denn ein Trade muss auch "atmen", Aktien schwanken schließlich.

Jeder kann aber für sich Marken definieren: "Wenn ich mit dem Trade XY% im Plus bin, komme ich sicher nicht mehr ins Minus". Hilfreich dabei sind bei der Umsetzung dieses Vorsatzes Teilgewinnmitnahmen und natürlich Stopp-Loss-Orders.

5. Agieren Sie mit einem Trading-/Investitionsplan, wenn möglich

Trades kommen unterschiedlich zustande. Sehe ich grad eine gute News und kaufe spontan die Aktie, habe ich höchstwahrscheinlich keinen Plan im Hinterkopf, wie weit die Aktie laufen könnte. Charttechnisch agierende Trader dagegen, die auf News wenig schauen, sind prädestiniert dafür, einen Trade komplett zu planen.

Ein Tradingplan ist nichts überaus Komplexes. Letztlich legt man einfach im Voraus fest, bei welchem Niveau man kaufen will (BUY=Einstieg), wo man (Teil-)Gewinne realisiert (TP=Take Profit )und wo das geplante Kurs-Szenario nicht mehr plausibel ist (SL=Stopp-Loss), der Trade also beendet werden sollte. Ein solcher Plan kann einem dabei helfen, die Emotionen im Trading besser zu beherrschen.

6. Nachkaufen ist nicht immer falsch

Viele Kommentatoren verfluchen Nachkäufe, bzw. das "Verbilligen" regelrecht. Gestaffelte Käufe können aber auch Teil eines Trading-/Investititonsplans sein - ich selber mache das oft so. Dann muss man allerdings unbedingt darauf achten, dass die Positionsgrößen so gewählt sind, dass die Nachkäufe nicht zu einer ungeplanten Übergewichtung einzelner Werte führen.

7. Seien Sie vorsichtig mit Stopp-Loss-Orders

Grundsätzlich ist die Begrenzung von Verlusten bzw. die Sicherung von Gewinnen sehr sinnvoll. Aber es kann leicht passieren, dass man unglücklich ausgestoppt wird, gerade an Handelsplätzen die schon vor Xetra starten (um als Beispiel deutsche Aktien zu betrachten) und nach Xetra weitermachen. Man sollte auch bedenken, dass die Market Maker an Handelsplätzen wie L&S die Stopp-Orders sehen können. Wenn Sie es zeitlich und psychisch hinbekommen, können Sie mit mentalen Stopps arbeiten. Das heißt Sie setzen sich zum Beispiel einen Kursalarm, und entscheiden dann bei einer bestimmten Marke nochmal selbst, ob Sie tatsächlich verkaufen und wenn ja zu welchem Kurs.

8. Informieren Sie sich über das, was Sie handeln

Zumindest eine Grundrecherche ist immer auch schnell möglich. Handelt es sich um eine professionell gepushte Aktie? Dann Finger weg! Wie hoch ist der Börsenwert und ist der wenigstens einigermaßen angemessen? Bin ich der letzte in diesem Hype, der das Licht ausmacht?


Lesen Sie auch:

Sie suchen eine regelrechte Ausbildung zum Trader? Dann sind Sie bei diesem Produkt richtig.