Das Abgeld (auch: Disagio, Diskont oder Damnum) ist bei Wertpapieren die Differenz zwischen Ausgabekurs und Nennwert oder zwischen der Rückzahlungssumme eines Darlehens und dem an einen Kreditnehmer ausgezahlten Betrag. Beispiel: Eine Anleihe mit einem Nennwert von 100 Euro wird zu einem Kurs von 97 Euro begeben. Der Gläubiger der Anleihe müsste im Rahmen der Zeichnung also nur 97 Euro an den Wertpapieremittenten zahlen, würde aber später eine Summe von 100 Euro zurückerhalten. In diesem Fall beträgt das Disagio also drei Euro bzw. drei Prozent. Das Abgeld wird in der Regel in Prozent angegeben.

WERBUNG

Das Disagio enthält beispielsweise Provisionen und Gebühren, welche die Darlehenssumme gleich zu Beginn des Kreditvertrages belasten. Ferner kann das Disagio die Funktion vorausbezahlter Zinsen innehaben. Das Disagio verteuert also die Verzinsung der Verbindlichkeit für den Darlehensnehmer beziehungsweise den Wertpapieremittenten, gleichzeitig erhöht sich die Rendite des Gläubigers beziehungsweise Wertpapierkäufers.

Auch bei Optionsscheinen gibt es ein Abgeld; es zeigt an, um wie viel der Kauf des Optionsscheins günstiger ist als der direkte Bezug des Basiswerts.

Wenn Kreditverträge ein Disagio beinnthalten, muss dieses bei der Berechnung der effektiven Jahresverzinsung berücksichtigt werden. Häufig kommt ein Disagio bei Hypothekenkrediten vor. Aktien und GmbH-Anteile dagegen dürfen in Deutschland nicht mit einem Abgeld ausgegeben werden.