Als Ad-hoc-Mitteilungen werden für die Öffentlichkeit bestimmte Unternehmensmitteilungen bezeichnet, die mit brisanten Informationen den Börsenkurs der jeweiligen Aktien oder anderer Finanzinstrumente erheblich beeinflussen. Börsennotierte Unternehmen und sonstige Emittenten von Finanzinstrumenten sind laut Wertpapierhandelsgesetz dazu verpflichtet, entsprechende Informationen unverzüglich zu veröffentlichen. Dabei dürfen Ad-hoc-Mitteilungen nur wirklich kursrelevante Informationen enthalten. Weitergehende Erläuterungen können die Unternehmen beispielsweise in Form zusätzlicher Pressemitteilungen veröffentlichen.

Diese Pflicht börsennotierter Unternehmen zur regelmäßigen Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen und Geschäftsberichten heißt Publizitätspflicht. In Abhängigkeit vom jeweiligen Börsensegment werden unterschiedliche Anforderungen an die Publizitätspflicht gestellt. So unterliegt etwa der Freiverkehr keiner Publizitätspflicht: Er stellt keinen sogenannten organisierten Markt im Rahmen des HGB dar. Im Prime Standard hingegen, das Börsensegment mit den rigidesten Publizitätsanforderungen, ist die Veröffentlichung von Ad-hoc-Mitteilungen und Quartalsberichten auf Deutsch und Englisch Pflicht. Die vom Gesetzgeber verordnete Publizitätspflicht soll bewirken, dass alle Marktteilnehmer die Chance haben, möglichst zeitnah von wichtigen Entwicklungen zu erfahren. Alle Anleger sollen damit den gleichen Informationsstand haben. Verhindert werden soll, dass besser informierte Marktteilnehmer, die zum Beispiel von Insiderkenntnissen profitieren, erhebliche Vorteile hätten. Ad-hoc-Mitteilungen dienen also vorrangig dazu, den Informationsstand aller Aktionäre eines Unternehmens auf ein einheitliches Level zu heben.

Überwacht wird die Publizitätspflicht durch die BaFin. Verstößen können mit erheblichen Geldbußen gegen die jeweiligen Unternehmen geahndet werden.

(geschrieben von Helge Rehbein)