ADR (Abkürzung für American Depositary Receipts) ist der Begriff für eine bestimmte Art von Zertifikaten, die anstelle von ausländischen Aktien auf dem US-Kapitalmarkt gehandelt werden. Genauer gesagt ist ein ADR ein Hinterlegungsschein: Er verbrieft für dessen Inhaber das Eigentum an einer Aktie, an mehreren Aktien oder am Bruchteil einer Aktie. Emittiert werden ADRs von US-Banken, die Aktien der jeweiligen Unternehmen in Verwahrung genommen haben und stellvertretend für diese Aktien ADRs ausstellen. Die Bank, in der die Original-Aktien hinterlegt sind, heisst Depositary.

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Hintergrund des Handels von ADRs: Unternehmen haben die Möglichkeit, eine mit umfangreichen Pflichten verbundene US-Börsennotierung zu umgehen. Für Anleger wiederum ergibt die Investition in ADRs den Vorteil, dass sie ein inländisches und kein ausländisches Wertpapier erwerben. Die in den USA ausgegebenen ADRs sind zum Teil auch für den Handel an deutschen und anderen europäischen Börsen zugelassen. An deutschen Börsen sind ADRs ausschließlich im Freiverkehr notiert. Mittels ADRs haben Anleger die Möglichkeit indirekt in Aktien zu investieren, die in Europa oder den USA nicht gehandelt werden. Rechtlich wird der Kauf von ADRs häufig wie der Erwerb von konventionellen Aktien behandelt.

Angelehnt an ADRs wurden auch die sogenannten European Depositary Receipts (EDRs) und Global Depository Receipts (GDRs) strukturiert. Zertifikate in Form von EDRs und GDRs werden allerdings nicht auf dem US-amerikanischen, sondern auf dem europäischen Kapitalmarkt oder den übrigen Kapitalmärkten gehandelt.