Aufgeld oder Agio heisst ein Aufschlag auf den Nennwert eines Finanzprodukts oder auf die Rückzahlungssumme eines Darlehens. Das Aufgeld ist die Differenz zwischen dem vom Käufer eines Finanzproduktes zu zahlenden Betrag und dem (geringeren) Nennwert des Produkts. Der bei Investmentfonds anfallende Ausgabeaufschlag ist ein solches Aufgeld. Emittiert ein Unternehmen Aktien, wird das erhobene Aufgeld in die Rücklagen des Unternehmens eingestellt.

Ein Beispiel: Liegt das Aufgeld bei der Emission eines Wertpapiers bei drei Prozent und der Nennwert des Produkts bei 100 Euro, müssen Anleger, die das Wertpapier kaufen, 103 Euro bezahlen. Für einen Wertpapieremittenten verbilligt der Agio die Verzinsung seiner Verbindlichkeit, für den Wertpapierkäufer hingegen verringert sich die Rendite.

Bei Optionsscheinen gibt der Ausgabeaufschlag an, um wie viel Prozent der Erwerb eines Optionsscheins teurer ist als ein Kauf bzw. Verkauf des jeweiligen Basiswertes. Das Agio signalisiert darüber hinaus, wie stark der Kurs des Basiswerts in die richtige Richtung vorrücken muss, um zum Ende der Laufzeit die Gewinnschwelle zu erreichen. Das Aufgeld wird im Allgemeinen als relatives Agio in Prozent angegeben: Es entspricht dem Quotienten aus absolutem Agio und Kurs des Underlyings. Will man das Aufgeld verschiedener Optionsscheine vergleichen, kann das prozentuale Aufgeld annualisiert werden. Dazu wird das Aufgeld durch die Restlaufzeit in Jahren dividiert.

Gegenteil des Aufgelds ist das Abgeld (Disagio).