Mit dem Begriff Algo-Trading oder algorithmischer Handel wird die automatische Erstellung von Kauf- und Verkaufsaufträgen für Wertpapiere durch Computerprogramme umschrieben. Auf Algo-Trading wird in erster Linie von institutionellen Anlegern wie Banken und Hedgefonds zurückgegriffen, gelegentlich bedienen sich inzwischen auch technikaffine Daytrader oder Privatanleger der Methode. Dabei können unterschiedliche Strategien eingesetzt werden.

An vielen Börsenplätzen werden rund die Hälfte aller Orders automatisch durch Computer ausgeführt. In der Regel reagieren die Algorithmen (auch Handelssysteme genannt) in kürzester Zeit auf aktuelle Kursveränderungen und fundamentale Nachrichten. Sie gehen Positionen jeweils nur für eine relativ kurze Zeitdauer ein. Deshalb spricht man auch vom sogenannten Hochfrequenzhandel. Auf eine einheitliche Definition, ab welcher Zeitdauer dieser Begriff zutrifft, haben sich die Experten allerdings bislang noch nicht einigen können.

Einige der im Algo-Trading angewendeten Strategien können ausschließlich von institutionellen Investoren oder Brokern zum Einsatz gebracht werden. Dazu gehören etwa Strategien im Zusammenhang mit dem automatisierten Market Making: Kauf- und Verkaufskurse werden für andere Marktteilnehmer automatisch gestellt. In diesem Zusammenhang wird oft Kritik laut: Einige der Strategien von institutionellen Anlegern sind umstritten, weil sie gezielt die Schwächen anderer Marktteilnehmer ausnutzen oder den normalen Handelsablauf stören können. Zu dieser Kategorie gehört beispielsweise das sogenannte Quote Stuffing: Hier werden gezielt unzählige Orders erstellt, um die reguläre Preisfindung zu erschweren.

Weitere im Algo-Trading verwendete Strategien gründen auf Gesetzmäßigkeiten der Technischen Analyse (bzw. Charttechnik). So sind einige Algorithmen darauf geeicht, Trends automatisch zu erkennen und entsprechende Positionen einzugehen (sogenannte Trendfolgestrategien). Andere Strategien identifizieren blitzschnell Kursübertreibungen und gehen automatisch Gegenpositionen ein.

(geschrieben von Helge Rehbein)