Der Begriff Arbitrage umschreibt Geschäfte, bei denen gezielt Preisunterschiede auf unterschiedlichen Märkten ausgenutzt werden: Ein Marktteilnehmer erwirbt einen Vermögensgegenstand auf dem günstigeren Markt und verkauft ihn auf dem teureren Markt. Dadurch kann ein risikoloser Gewinn erwirtschaftet werden - in der Theorie.

Effiziente Märkte stehen allerdings Arbitrage im größeren Stil entgegen. Legt der Preis für ein bestimmtes Gut auf einem Markt zu, steigt dieser Preis in der Regel auch auf allen anderen Märkten, auf denen das Gut gehandelt wird. Diese Nivellierung geschieht auch durch die Arbitrage-Geschäfte selbst, die einsetzen, sobald sich deutliche Preisunterschiede ergeben, die von Marktteilnehmern ausgenutzt werden können. Die Möglichkeit von Arbitrage-Geschäften sorgt also für effiziente Märkte, denn Preisunterschiede werden beseitigt. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn auf allen Märkten identische Güter gehandelt werden und alle Marktteilnehmer einen freien und gleichen Marktzugang haben. Die Möglichkeit von Arbitrage-Geschäften bedingt zugleich, dass die Preisentwicklung auf Termin- und Kassamärkten im Allgemeinen sehr stark miteinander korreliert.

Personen und Unternehmen, die sich in Arbitrage-Geschäften betätigen, werden als Arbitrageure bezeichnet. Da die auf den Märkten auftretenden Preisunterschiede in der Regel sehr gering sind, müssen Arbitrageure sehr große Volumina handeln, um Gewinne erwirtschaften zu können. Vor diesem Hintergrund werden Arbitrage-Geschäfte im Allgemeinen vor allem von Banken und anderen institutionellen Marktteilnehmern getätigt. Mit der Bezeichnung "indirekte Arbitrage" werden Geschäfte bezeichnet, bei denen Preisunterschiede zwischen nicht identischen, aber verwandten Gütern ausgenutzt werden.

(geschrieben von Helge Rehbein)