Bei Dividendenausschüttungen ausländischer Aktiengesellschaften wird häufig vom Anleger eine sogenannte ausländische Quellensteuer erhoben. Die Steuer wird wie die Abgeltungssteuer automatisch vom Dividendenbetrag bei der Ausschüttung abgezogen und dem ausländischen Fiskus gutgeschrieben. Sofern Deutschland mit dem betreffenden Staat ein Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen hat, wird die Höhe der Quellensteuer durch dieses Abkommen begrenzt. Allerdings wird häufig zunächst eine höhere Steuer einbehalten. Der Teil der ausländischen Quellensteuer, der die durch das Doppelbesteuerungsabkommen festgelegte Höhe überschreitet, kann sich der deutsche Anleger anschließend vom jeweiligen ausländischen Staat wieder zurückerstatten lassen. Durch die Doppelbesteuerungsabkommen soll eine übermäßige Steuerbelastung für Anleger verhindert werden.

Das folgende Beispiel soll den Begriff der ausländischen Quellensteuer verdeutlichen. Bei einer Dividendenzahlung in Höhe von 10.000 Euro von einer Schweizer Aktiengesellschaft wird in der Schweiz zunächst eine Quellensteuer in Höhe von 35 Prozent oder 3.500 Euro einbehalten. Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und der Schweiz beschränkt jedoch für deutsche Anleger die in der Schweiz zu entrichtende Quellensteuer auf 15 Prozent. Die Differenz zwischen dem zunächst einbehaltenen Betrag von 3.500 Euro und der eigentlichen Steuerpflicht in der Schweiz in Höhe von 1.500 Euro kann sich der Anleger von den Schweizer Behörden erstatten lassen. Es verbleibt ein Betrag von 1.500 Euro. Diese Summe kann mit der in Deutschland zu zahlenden Abgeltungsteuer in Höhe von 25 Prozent verrechnet und im Rahmen der deutschen Einkommensteuerveranlagung berücksichtigt werden.