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    Das waren noch Zeiten: Kurz nach der Erfindung des Bitcoins im Jahre 2008 brauchte es nur einen durchschnittlichen PC (und etwas technisches Know-how), um profitabel Bitcoin zu minen. Man ließ den Rechner einige Stunden oder Tage laufen und war anschließend ein paar Bitcoins reicher. In den Anfangsjahren des Bitcoins war die Mining-Funktion sogar in normalen Bitcoin-Wallets integriert. Natürlich waren die gewonnenen Bitcoins damals kaum etwas wert. Aber wer die Miningerträge bis heute aufbewahrte, der ist heute ziemlich wohlhabend. Schließlich kostetet ein Bitcoin heute mehr als 5.500 Dollar. Tendenz: Stark steigend. Es dürfte so manchen IT-Nerd geben, der durch das Mining zum Multimillionär wurde.

    Bitcoin-Mining ist virtuelles Goldschürfen

    Bitcoin-Mining ist der Prozess, mit dem Transaktionen im Bitcoin-Netzwerk verarbeitet und bestätigt werden. Dazu sind bewusst sehr aufwendige Rechenprozesse notwendig. Die Bitcoin-Miner werden mit den Erträgen dafür belohnt, dass sie ihre Rechenleistung zur Verfügung stellen. Und damit das Bitcoin-Netzwerk am Laufen halten.

    Doch die goldenen Anfangszeiten des Bitcoins-Mining sind längst vorbei. Das hat vor allem zwei Gründe: Da die Rechenpower, die für das Bitcoin-Mining verwendet wird, stark steigt, sinkt der Ertrag des einzelnen Miners deutlich. Zu allem Überfluss wird die Gesamtzahl der durch das Mining erzeugten Bitcoins alle vier Jahre halbiert. Beide Effekte zusammengenommen hatten zur Folge, dass die Erträge des einzelnen Miners immer stärker gesunken sind. War am Anfang das Mining noch mit normalen PC-CPUs möglich, brauchte es später Hochleistungsgrafikkarten (wie sie auch in Spiele-PCs zu finden sind), um Bitcoin-Mining profitabel zu betreiben. Heute hat man ohne speziell für den Zweck entwickelte Hardware (sogenannte Application Specific Integrated Circuits, ASIC) praktisch keine Chance mehr.

    Auch unter Einsatz immer besserer Hardware wurde es für den einzelnen Miner immer unwahrscheinlicher, durch das Mining jemals etwas zu verdienen. Denn beim Mining wird immer nur der Rechner belohnt, der den jeweils zu lösenden Block als erstes löst. Welcher Rechner das ist, hängt vor allem von der Rechenpower und dem Zufall ab.

    Wie wird das Mining heute betrieben?

    Ein erster Ausweg der Miner war, sich zu sogenannten Miningpools zusammenzuschließen. Alle Rechner eines Pools versuchen gemeinsam, einen Block zu lösen. Gelingt dies, werden die Erträge des einen Rechners proportional zur Rechenpower unter allen am Pool beteiligten Rechnern aufgeteilt. Wer als Privatperson mit Hochleistungsrechnern und ASICs das Bitcoin-Mining über einen Pool betreibt, für den kann sich das unter Umständen auch noch heute lohnen - zumal die erzeugten Bitcoins bzw. Bruchteile davon ja im Wert stark steigen. Allerdings ist auch das Mining über einen Pool nur lohnend, wenn die Stromkosten nicht zu hoch sind. Bei den hohen Energiepreisen in Deutschland dürfte sich das Bitcoin-Mining mit privaten Hochleistungsrechnern auch dann kaum mehr lohnen, wenn man sich mit anderen zu einem Pool zusammenschließt und über geeignete Hardware verfügt.

    Gibt es einen anderen Weg, mit dem auch Privatpersonen ohne großes technisches Know-how heute noch selbst Bitcoin minen können? Einen Ausweg bieten sogenannte Mining-Dienstleister. Diese Unternehmen betreiben meist riesige Rechnerparks, mit denen das Bitcoin-Mining deutlich effizienter betrieben werden kann als im kleinen Maßstab. Bekannte Namen sind etwa Genesis Mining, ein von einem Deutschen in Hongkong gegründetes Unternehmen (das allerdings aktuell keine neuen Bitcoin-Verträge anbietet), sowie der Miningpool Minergate, der inzwischen ebenfalls Mining-Verträge an Privatpersonen verkauft. Allerdings tummeln sich auch auf diesem Feld viele schwarze Schafe - und auch bei den genannten Unternehmen ist es wohl schon zu verspäteten oder ganz verlorenen Auszahlungen gekommen.

    Lohnt sich der Abschluss eines Miningvertrages?

    Welche Rendite kann man erwarten, wenn man als Privatperson einen Mining-Dienstleister beauftragt? Ein Selbstversuch bei Minergate zeigt, dass die Rendite zumindest auf den ersten Blick gar nicht so gering ist. Am 21. September wurden für diesen Artikel 0,00181299 BTC (umgerechnet zum damaligen Kurs 7,27 Dollar) in einen Mining-Vertrag bei Minergate investiert. Bis drei Wochen später wurden durch das Mining 0,00006217 BTC verdient (zum aktuellen Kurs umgerechnet rund 0,25 Dollar). Pro Tag verdient der Miningvertrag eine Rendite von ungefähr 0,16 Prozent. Auf das Gesamtjahr hochgerechnet ergibt das (ohne Reinvestition der erzielten Beträge) eine "Pseudorendite" von 59 Prozent. Nur um eine Pseudo-Rendite handelt es sich, weil der zu Beginn investierte Betrag ja nicht mehr zurückgezahlt wird und die Miningerträge auch nicht konstant sind, sondern sehr stark schwanken können und außerdem mit der Zeit auch abnehmen, da die Rechenpower in der Blockchain insgesamt tendenziell stark steigt.

    Bitcoin-Mining-59-Rendite-im-Jahr-Kommentar-Oliver-Baron-GodmodeTrader.de-1

    Der Miningvertrag hat theoretisch eine unendliche Laufzeit. Allerdings nur theoretisch, denn von den Miningerträgen werden jeden Tag 0,00668853 Dollar abgezogen. Damit werden die laufenden Kosten des Minings, also vor allem die Stromkosten, beglichen. Sollten die Miningerträge irgendwann drei Tage am Stück nicht mehr ausreichen, um die laufenden Kosten zu begleichen, dann endet das Mining automatisch. So ist das im Vertrag mit dem Miningdienstleister vereinbart.

    Die Gefahr, dass die Miningerträge die Kosten nicht mehr decken, ist vor allem dann gegeben, wenn die Rechenpower im Bitcoin-Netzwerk weiter stark steigt (wovon langfristig auszugehen ist, besonders bei steigenden Bitcoin-Kursen) oder wenn der Bitcoin gegenüber dem Dollar an Wert verliert. Auf lange Sicht sinken die Erträge wohl so oder so. Miningverträge sind deshalb keine solide Investition, sondern haben mehr mit einem Glücksspiel gemeinsam. Die Erträge können zeitweise sehr hoch sein, aber ob der Auftraggeber eines Miningvertrags auf lange Sicht einen Gewinn erzielt, steht in den Sternen. Nur so erklärt sich die auf den ersten Blick sehr attraktive Pseudorendite von im gezeigten Beispiel 59 Prozent p.a.

    Lohnt sich das Mining anderer Kryptowährungen?

    Neben dem Bitcoin gibt es inzwischen unzählige andere Kryptowährungen. Bei den meisten Währungen ist es so, dass die Miningerträge zu Beginn am höchsten sind und mit der Zeit stark sinken. Dies soll einen Anreiz schaffen, bereits früh die entsprechende Währung zu verwenden und Rechenpower für die jeweilige Blockchain zur Verfügung zu stellen. Wer zu den ersten Minern gehört, kann hier unter Umständen große Gewinne einstreichen. Allerdings nur dann, wenn die Währung zu einem Erfolg wird und sich tatsächlich behaupten kann. Denn nur unter diesen Umständen können die erzeugten Beträge überhaupt jemals umgetauscht oder als Zahlungsmittel verwendet werden.

    Für die Währung Monero kann das Mining mit der Minergate-App sogar auf einem handelsüblichen Smartphone betrieben werden. Hohe Erträge sollte man sich davon aber nicht versprechen. Im Test wurden mit einem neuen Smartphone der mittleren bis hohen Preisklasse innerhalb von 24 Stunden rund 0,04 Euro per Mining erzielt. Vor Kosten allerdings. Zieht man die Stromkosten ab oder rechnet womöglich sogar die Gerätekosten mit ein, ist das Mining nach Kosten überhaupt nicht profitabel. Jedenfalls dann nicht, wenn der Monero in den kommenden Jahren nicht mehr stark an Wert gewinnt.

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    Links zu den erwähnten Mining-Dienstleistern:

    Auf meinem Desktop auf der Investment- und Analyseplattform Guidants werde ich den für diesen Artikel abgeschlossenen Miningvertrag weiter im Auge behalten. Lohnt sich das Mining auf lange Sicht? Folgen Sie mir, um keinen Artikel zu verpassen!

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