Wenn Sie sich ein Depot bei einem Onlinebroker eingerichtet haben und sich nach gründlichen Überlegungen für ein Engagement bei einem bestimmten Unternehmen entschieden haben, müssen Sie einen Einstiegszeitpunkt wählen.

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Für die Auswahl aussichtsreicher Investmentchancen bietet die fundamentale Analyse einige erfolgversprechende Konzepte. Beispielhaft sei hier das Fünf-Faktoren-Modell genannt, dem mein Kollege Oliver Baron einen ausführlichen Artikel gewidmet hat. Für das punktgenaue Timing ihrer Aktienanlage, sowie für das kurz- bis mittelfristige Trading der Märkte, aber auch das Setzen von Stoplosses als Risikoabsicherung bietet die charttechnische Analyse eine Vielzahl von treffsicheren Methoden und Konzepten, die Sie in unserem ausführlichen und kostenlosen GodmodeTrader Charttechniklehrgang nachlesen können.

Haben Sie sich aufgrund Ihrer Überlegungen oder Analysen dafür entschieden, bei einem bestimmten Kurs zu kaufen, können diverse Kaufordertypen Ihnen helfen, diesen Einstiegspreis zu erzielen, ohne permanent den Kurs beobachten zu müssen. Außerdem können Ihnen Ordertypen zum Verkauf ohne großen Aufwand eine Absicherung gegen zu starke Verluste oder eine Gewinnmitnahme bei einem bestimmten Kurs ermöglichen. Somit können Sie durch diese speziellen Ordertypen Ihre ausgewählte Strategie besser umsetzen und Ihr maximales Verlustrisiko gewissermaßen vordefinieren. Es werden aber nicht an jedem Handelsplatz alle Ordertypen angeboten und manche Onlinebroker verlangen für die Ausführung von speziellen Ordertypen höhere Gebühren. Sie sollten das Kriterium Ordertypen also sowohl in die Wahl des Handelsplatzes als auch in die Wahl des Brokers einbeziehen.

Erfahren Sie hier, mit welchen Brokern Sie direkt über unsere Investment- und Analyseplattform Guidants handeln können.

Seit Jahresbeginn bieten wir auf Guidants auch die Funktion des direkten Handels aus dem Chart an: Mit der Maus oder über eine Ordermaske im Chart können Käufe und Verkäufe getätigt, Kauf- oder Verkaufsorders platziert, sowie zugehörige Stoploss- und Take Profit- Orders eingetragen oder angepasst werden.

Dabei ist wesentlich, dass die zu den Kursniveaus gehörenden Linien im Chart angezeigt und mit der Maus oder über Eingabefelder verändert werden können. Bestätigte und "einzeichnete" Orders werden Anschluss direkt am jeweiligen Handelsplatz gültig ausgeführt. Mehr zum Thema Guidants Charttrading erfahren Sie in diesem ausführlichen Knowhow-Artikel.

Wenn Sie Fragen zum Handel auf Guidants haben, Erklärungen zu den Orderarten benötigen oder einfach kostenlose Informationen über die aktuelle charttechnische Lage an den Finanzmärkten lesen möchten, dann besuchen Sie mich auf Guidants und werden Sie Follower!

Die wichtigsten und gebräuchlichsten werden Ihnen im Folgenden aufgeführt.

Market-Orders

Market-Orders sind die Orders, die beim Kauf als „Billigst“ und beim Verkauf als „Bestens“ tituliert sind. Der Kauf erfolgt also zu dem in dem Moment billigsten verfügbaren Preis des gewählten Handelsplatzes, der Verkauf zum bestmöglichen, erzielbaren Preis. Der Anleger gibt somit kein Limit an (keinen maximalen Einkaufspreis oder minimalen Verkaufspreis), sondern akzeptiert die sofortige Ausführung unabhängig vom Preis. Auf Market-Orders sollte also dann zurückgegriffen werden, wenn man als Anleger schnell agieren will und sicherstellen möchte, dass die Order in jedem Fall ausgeführt wird, egal wie viel sich der Preis im Zeitraum zwischen Aufruf des Orderformulares und der tasächlichen Orderausführung verändert hat.

Limit-Orders

Hat man es mit einem sehr volatilen, also von schnellen starken Schwankungen geprägten Markt zu tun, kann eine Market-Order zu ungünstigen Ein- oder Ausstiegspreisen führen, weil diese in jedem Fall ausgeführt wird. An dieser Stelle lohnt es sich auf Limit-Orders zurückzugreifen, wenn eine sofortige Ausführung nicht erste Priorität ist. Der Käufer legt mit einer Limit-Order den maximalen Preis fest, zu dem er die Titel erwerben will, während der Verkäufer einen minimalen Preis angibt zu dem er bereit ist, sie abzustoßen. Können diese Preise im Moment der Orderaufgabe nicht erzielt werden, kommt es nicht zur Ausführung und die Orders bleiben im Markt, solange diese gültig sind. Die Gültigkeitsdauer lässt sich bei Orderaufgabe festlegen.

Stop-Orders

Um seine Verluste auf einen vorher definierten Prozentsatz des Gesamtkapitals oder einen absoluten Betrag zu begrenzen, kann man Stop-Orders (auch Stop-Market-Orders) nutzen. Bei diesen wird eine Market-Order (also eine unlimitierte Order) zum Kauf oder Verkauf ausgelöst, sobald der Preis ein bestimmtes Niveau erreicht hat. Bei einer Verkaufsorder spricht man in diesem Zusammenhang auch von einer Stop-Loss-Order. Diese werden also als Absicherungsstrategie verwendet, wenn man nicht in der Lage ist die Entwicklungen am Markt permanent zu verfolgen, aber trotzdem gegen fallende Kurse gewappnet sein will. Um Gewinne abzusichern, kann man die Stop-Loss-Order regelmäßig nach oben nachziehen, bis sie nach unten gerissen wird und es zur Orderausführung kommt.

Im Falle eines Kaufes handelt es sich um eine Stop-Buy-Order, die neuerdings Start-Buy-Order genannt wird, was den Vorgang treffender beschreibt. Hiermit lässt sich nämlich festlegen, bei welchem Kurs man einsteigen will, wenn man beispielsweise der Überzeugung ist, dass die Kurse beim Überschreiten eines bestimmten Niveaus weiter steigen werden. Sowohl bei der Stop-Loss-Order als auch bei der Start-Buy-Order kommt es in jedem Fall und sofort zur Ausführung, da es sich um Orders ohne Limit handelt.

Trailing-Stop-Order

„To trail something“ bedeutet „etwas hinter sich her ziehen“. In diesem Sinne handelt es sich bei einem Verkauf mit einer Trailing-Stop-Order, um eine Stop-Loss-Order die sich einem steigenden Kurs dynamisch nach oben hin anpasst. Das bedeutet, solange der Wert steigt, bewegt sich das Absicherungsniveau automatisch in gleichbleibendem Abstand zum Kurs nach oben mit. Es bleibt aber an der gleichen Stelle, wenn der Kurs zu fallen beginnt. Erreicht der Kurs das Stop-Niveau, wird die Trailing-Stop-Order zur Market-Order und somit „Bestens“ ausgeführt. Bei einer Kauforder zieht umgekehrt eine Start-Buy-Order, die als Trailing-Stop-Order ausgeführt wird, nach unten mit und wird als Market-Order ins Orderbuch eingetragen, sobald das Stop-Niveau nach oben hin getriggered (also ausgelöst) wird. Auch hier wird die Order sofort „Billigst“ umgesetzt. Diese Art von Verkaufsorders und Kauforders lassen sich auch mit einer Limit-Order zu einer Trailing-Stop-Limit-Order kombinieren, wobei diese wiederum nur ins Orderbuch eingetragen werden, wenn beim Erreichen des Stop-Niveaus ein Preis erzielt werden kann, der dem Limit gerecht wird.

Stop-Limit-Order

Stop-Limit-Orders sind eine Kombination aus Stop-Order und Limit-Order. Beim Verkauf wird hier eine gewöhnliche Stop-Loss-Order für ein bestimmtes Kursniveau gesetzt. Wenn diese Kursmarke gerissen wird, kommt es zu einer Orderaufgabe. Der Unterschied zur Stop-Market-Order ist, dass die Stop-Limit-Order nicht „Billigst“ ausgeführt wird, sondern als limitierte Order ins Orderbuch eingetragen wird, sobald der Stop-Loss-Kurs erreicht ist. Das Limit muss kleiner oder gleich dem Stop-Loss-Niveau sein und die Order wird wieder nur dann ausgeführt, wenn das Limit beim Verkauf eingehalten werden kann. Wenn sich beim Reißen der Stop-Marke kein Käufer zum eingegebenen Limit findet, wird die Order gelöscht. Man kann also durch eine Stop-Limit-Order, sicherstellen, dass die Order beim Erreichen des Stop-Loss nicht zu einem sehr ungünstigen Kurs ausgeführt wird, wenn der Kurs gerade stark fällt, geht aber dadurch das Risiko ein, dass die Order nicht ausgeführt wird und man auf seinen Aktien sitzen bleibt. Eine Stop-Limit-Order lässt sich natürlich auch als Kauforder aufgeben. Hier setzt man eine Start-Buy-Order auf das gewünschte Niveau und sichert sich mit einem darüber liegenden Limit, gegen einen zu hohen Einstiegskurs ab. Auch hier besteht aber das Risiko, bei Kurssprüngen nach oben, den Einstieg zu verpassen.

One-Cancels-Other-Order

Eine One-Cancels-Other-Order ist eine Kombinationsorder, die prinzipiell aus zwei gleichzeitig aufgegebenen Orders besteht. Wenn eine der beiden eingetragenen Orders ausgeführt wird, kommt es zur sofortigen Löschung der anderen. Plant man einen Verkauf mit diesem Ordertypus, begrenzt man sein Risiko nach unten durch eine Stop-Limit-Order, während über dem derzeitigen Kurs eine Limit-Order positioniert wird, mit der Gewinne gegebenenfalls automatisch realisiert werden. Dadurch ist man nach unten abgesichert und kann bei Wertanstieg aussteigen, ohne dass man die Kursentwicklung durchgehend im Blick behalten muss. Die One-Cancels-Other-Order findet auch beim Kauf Verwendung: Man stellt bei einem günstigeren Kurs eine Limit-Order zum Kauf ein und erteilt gleichzeitig eine Start-Buy-Limit-Order bei einem höheren Kursniveau, weil man davon ausgeht, dass der Kurs nach einem Durchbrechen dieser Marke weiteres Aufwärtspotential hat. Wieder wird bei Ausführung einer Order die andere automatisch gelöscht.

Lesen Sie hierzu auch die umfassende und detaillierte Zusammenfassung aller angebotenen Ordertypen, die mein Kollege Philipp Berger verfasst hat.