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    Vor dem heutigen Verfall (kleiner Verfallstermin) und den am Wochenende anstehenden Wahlen in Frankreich lehnte sich im deutschen Aktienmarkt keiner groß aus dem Fenster. Man ließ es die vergangenen Tage relativ ruhig angehen, was den Handel nicht unbedingt einfach gestaltete. In diesem Umfeld bot sich gestern jedoch eine potentielle Longchance. In meinem Stream wies ich vorbörslich darauf hin, dass sich im Deutschen Aktienindex am Dienstag und Mittwoch ein Bullisch Harami (Bullisch Harami Cross) gebildet hat. Dieses Kursmuster hat eine leicht erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass wir am Folgetag einen Tagesschlusskurs sehen, der oberhalb der zweiten Harami-Kerze liegt. Hätten wir den Dax in den letzten Jahren seit 1999 zum Schlusskurs eines jeden Haramis gekauft, hätten wir einen Gewinn von 497 Punkten vor Kosten erzielen können. Die zusammenfassende Statistik können Sie der Abbildung 1 entnehmen.

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    Chart wurde mit Tradesignal erstellt

    Im Zusammenhang mit dem Test sollte vielleicht noch erwähnt werden, dass nur dann gehandelt wurde, wenn das Bullisch Harami in einem zumindest kurzfristig bärischen Umfeld auftrat. Um dies zu gewährleisten, musste der Schlusskurs der zweiten Kerze der Formation unterhalb des SMA 5 liegen.

    Ein Trade ohne Absicherung ist gefährlich!

    Potenziell nachteilig an diesem Setup ist, dass kein Stopploss verwendet wurde. Greifen wir auf ein solches zurück und platzieren dies unterhalb der Harami-Formation, ergäbe sich für den Folgetag die in Abbildung 2 zu sehende Statistik.

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    Chart wurde mit Tradesignal erstellt

    Wie in dieser zu erkennen ist, bekommt man an der Börse nichts geschenkt. Typischerweise wird ein Vorteil auf der einen Seite mit einem Nachteil auf der anderen Seite bezahlt. In diesem Fall kann zwar der Profit auf über 600 Punkte ansteigen, dafür aber fällt die Trefferquote unter 50 % ab. Während in Variante 1 der gestrige Tag mit einem Gewinn beendet worden wäre, hätte man in dieser aggressiven Variante einen Stopploss kassiert.

    Auffällig in beiden Varianten ist jedoch, dass die Statistik im Grunde erst ab 2010 funktioniert. Knapp 10 Jahre lang konnte man mit dieser keinen Blumentopf gewinnen, positive Trefferquote hin oder her. So gut die Taktik in den vergangenen Jahren auch funktionierte, mit Blick auf diese Erkenntnis bleibt ein fader Beigeschmack zurück.

    Gut im Index, besser in Aktien?

    Abschließend werden wir einen Blick darauf, wie sich beide Taktiken in den DAX-Aktien selbst schlagen. Dazu werden in jeder Aktie 2.500 EUR investiert. Grafik 1 zeigt die Statistik für den Ausstieg am Folgetag ohne Stopploss, Grafik 2 mit Stopploss.

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    Chart wurde mit Tradesignal erstellt, Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

    Zusammenfassung

    Das Bullisch Harami bietet kurzfristig eine interessante Chance auf der Longseite. Der Trader selbst hat dabei die Wahl zwischen unterschiedlichen Alternativen (mit oder ohne Stopploss) und kann hier seine persönlichen Vorlieben mit einbringen. In einem systematischen Ansatz ist die Taktik jedoch mit Vorsicht zu genießen. Den Signalen blind zu folgen hat sich zwar in den letzten Jahren bewährt, aber es gab auch andere Zeiten. Vor diesem Hintergrund kann die Harami-Analyse dem Trader vor allem einen statistischen Hintergrund liefern, um die eigene Gesamtanalyse zu ergänzen.

    Viel Erfolg

    Rene Berteit

    Wenn Sie sich für Trading-Know-how im Allgemeinen und kurzfristigen Handel im Speziellen interessieren sind Sie bei mir genau richtig. Folgen Sie mir auf Guidants!