Der Deutsche Aktienindex startet heute mit einem ordentlich Plus in die neue Handelswoche, in der noch einige News anstehen, die für weitere Bewegungen sorgen können. Abseits dieser „Risiken“ interessierte mich, welche statistische Chance die aktuelle Situation im DAX hat. Wenn auch nicht vollständig perfekt, zeigte sich in der letzten Handelswoche eine bullische Hammerkerze, die heute mit direkt weiter steigenden Notierungen bestätigt wurde. Was kann man jetzt weiter erwarten?

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Der Systemtest

Dazu programmierte ich das aktuelle Kerzenmuster, wobei folgende Bedingungen erfüllt sein mussten:

  1. Die Hammer-Formation musste ein tieferes Tief als in der Vorwoche aufweisen
  2. Der Schlusskurs der Woche musste im oberen Bereich der Handelsspanne liegen
  3. Der Kerzenkörper durfte max. 33 % der gesamten Handelsspanne betragen (kleiner Kerzenkörper)

Sofern diese einfachen Bedingungen erfüllt werden, wurde zum Schlusskurs der Wochenkerze gekauft. Für den Ausstieg aus der Position wurde in Anlehnung an einen bereits hier vorgestellten Test auf Tagesbasis (Candlesticks – Das ist ja der Hammer) ein Ausstieg nach X-Wochen analysiert. Abbildung 1 zeigt das Ergebnis im Deutschen Aktienindex, wenn bereits in der Folgewoche der Ausstieg vorgenommen und immer 1 DAX-CFD gekauft wird. Kosten wurden nicht berücksichtigt.

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Chart wurde mit Tradesignal erstellt

Insgesamt konnten in den vergangenen Jahren mit diesem Ansatz 1.695 Punkte bei 52 Trades erzielt werden. Selbst nach angesetzten 2 Punkten Kosten pro Trade, bliebe bei einer Trefferquote von 63,46 % ein Gewinn übrig. Rein statistisch haben wir also eine gute Chance, die Woche mit einem Plus zu beenden. Angesichts der anstehenden News und nicht zuletzt der Entscheidung in Großbritannien sollte man sich aber nicht zu sehr auf die Wahrscheinlichkeit versteifen, zumal sie zwar gut, aber sicherlich auch nicht extrem ist.

Und welche "Langzeitwirkung" hat das Muster?

Kurzfristig hat das oben definierte Candlestickmuster durchaus seinen Reiz, aber wie sieht es mit Blick auf die nächsten Monate aus? Dazu wurde der Ausstieg variiert. Diesen lassen wir im zweiten Schritt zwischen 1 und 50 Wochen durchlaufen. Abbildung 2 zeigt das Ergebnis (Anm.: Ausstieg in Tagen = Ausstieg in Wochen nach dem Kaufsignal).

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Chart wurde mit Tradesignal erstellt

Wirklich überzeugen kann das Ergebnis im DAX nur am langen Ende. Erst ab ca. 35 Wochen zeigt sich ein stabil positives Ergebnis, welches seinen Spitzenwert bei 47 Wochen erreicht. Hier hat das Muster eine Trefferquote von 62 % und einen Profitfaktor von 2,47. Rein formal recht gute Werte. Dieses aber der Hammer-Formation zuzuordnen, fällt unheimlich schwer. Vielmehr dürfte gerade im Index der Fakt zum Tragen kommen, dass die Kurse langfristig steigen (gerade beim Performanceindex, in dem die Dividende reinvestiert wird).

Wie sieht es bei Aktien aus?

Abschließend wird das Muster durch die im DAX befindlichen Aktien (ebenfalls im Wochenchart) gejagt und auch hier die „Optimierung“ in Form des Ausstiegs nach X Wochen vorgenommen. In jede Aktie wurden 2.500 EUR investiert. Das Ergebnis sehen Sie in Abbildung 3.

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Chart wurde mit Tradesignal erstellt

In den Einzelwerten zeigt sich ein relativ positives Ergebnis, vor allem mit zunehmender Haltedauer. Der Gewinn steigt fast von Woche zu Woche an und erreicht seinen Spitzenwert nach 50 Wochen. Mit einer Trefferquote von knapp 61 % und einem Profitfaktor von 2,23 ein zumindest akzeptables Ergebnis. Zu beachten ist bei diesem, dass ein Pyramidisieren nicht erlaubt war. Sofern also eine Hammer-Formation noch aktiv war, wird eine neue nicht gewertet. Mit pyramidisieren verschlechtert sich das Ergebnis, wie Abbildung 4 zeigt, bleibt aber noch im positiven Bereich. Auch die Grundtendenz zunehmender Gewinne am langen Ende bleibt beim Pyramidisieren erhalten.

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Chart wurde mit Tradesignal erstellt, Tradesignal® ist eine eingetragene Marke der Tradesignal GmbH. Nicht autorisierte Nutzung oder Missbrauch ist ausdrücklich verboten.

Fazit

Fassen wir unsere kleine Statistik im Wochenchart zusammen, können wir aus dieser eine bullische Tendenz ausmachen – vor allem im langfristigen Bereich. Ob die positive Performance nun an der Formation liegt, darf bezweifelt werden, aber das interessiert eigentlich auch nur tertiär. Zeigt sich im Chart eine Hammer-Formation nach dem hier besprochenen „Regelwerk“, ist die Chance erhöht, in den nächsten Wochen höhere Kurse zu sehen. Ob man diesen Ansatz als System handeln muss, steht auf einem anderen Blatt. Zudem bieten sich weitere „Optimierungen“ an.

Viel Erfolg

Rene Berteit