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CFDs (Contracts for difference, Differenzkontrakte) sind weiter ungebrochen auf dem Vormarsch, ein Verdienst ihrer Flexibilität und Transparenz. Immer mehr Anleger wissen es zu schätzen, dass der Basiswert mit Hebelwirkung 1:1 abgebildet wird ohne undurchsichtige Parameter wie Aufgeld und eingepreister Volatilität, man unkompliziert sowohl Long als auch Short gehen kann, und die Kostenstruktur äußerst günstig ist. Wo Licht ist, ist auch Schatten, auf die Nachteile werden wir natürlich ebenfalls eingehen.

Einfache Funktionsweise

Der wichtigste Unterschied von CFDs zu Optionsscheinen und Zertifikaten liegt darin, dass ein CFD den zugrunde liegenden Basiswert bei guten Brokern 1:1 abbildet, wie ein Spiegelbild sozusagen, ohne diesen physisch zu besitzen. Und das ohne Laufzeitbegrenzung, ohne komplexe Rechnungen, ohne versteckte Gebühren. Gleichzeitig werden CFDs auf Margin gehandelt, sprich, man muss nicht den gesamten Preis des Underlyings beim Broker hinterlegen. Diese Margin bewegt sich bei Indizes und den wichtigsten Rohstoffen und Devisen in der Regel um 1% herum, bei Aktien-CFDs sind es 10-20 %.

An der Kursbewegung profitiert man jedoch zu 100%, sowohl im Gewinn, als auch im Verlust. CFDs sind also ein gehebeltes Instrument, und mittlerweile für alle handelbaren Märkte verfügbar.

Angemerkt sei auch noch, dass ein CFD-Kaufkontrakt auf Aktien zwar keine Aktionärsrechte gewährt. Man aber sehr wohl die Dividende auf das Konto gutgeschrieben bekommt.

Im Vergleich zu den Futures-Märkten müssen in der Regel etwas höhere Spreads bezahlt werden. Bekommt dafür aber mehr Flexibilität durch viel kleinere Stückzahlen und geringerem Kapitalbedarf bei gleicher Transparenz.

Auf steigende und fallende Kurse setzen

Einer der größten Vorteile von CFDs ist, dass Sie mit CFD-Positionen sowohl Long als auch Short gehen können. Bei einer Entscheidung für Long profitieren Sie von einem Anstieg im zugrundeliegenden Kurs der Aktie und machen ggf. einen Verlust, wenn dieser fällt. Umgekehrt profitieren Sie von einem Kursrückgang des zugrundeliegenden Kurses der Aktie wenn sie Short gehen. Sie realisieren einen Verlust, wenn der Kurs steigt.

Steuerliche Aspekte

Seit 2009 unterliegen CFDs der Abgeltungssteuer. Nach jedem positiv verlaufenden Trade wird direkt der Steuersatz der Abgeltungssteuer abgezogen. Allerdings sitzen fast alle namhaften CFD-Broker außerhalb der Bundesrepublik. Hier wird keine automatische Abgeltungssteuer an den deutschen Fiskus abgeführt, sondern der Trader muss sich am Ende des Jahres selbst um seine Steuer kümmern.

CFDs bieten hier im Vergleich mit Aktien und anderen Instrumenten einen steuerlichen Vorteil: im Gegensatz zu echten Aktiengeschäften ist bei CFD-Geschäften nämlich auch eine Verrechnung von Verlusten gegen alle anderen Kapitalerträge wie Zinsen und Dividenden möglich. Finanzierungsosten und Kommissionen sind bei der Bemessung des steuerpflichtigen Gewinnes ebenso abzugsfähig.

Risiko

Wie bei Futures ist auch bei CFDs das Risiko nicht lediglich auf den anfänglichen geringen Einsatz begrenzt. Sobald das Konto nicht mehr genügend freies Kapital aufweist, und sich die Position unglücklich gegen einen entwickelt, sodass die Margin aufgebraucht wird, kommt es zum Margin Call.

Dabei wird man aufgefordert, mehr Margin nachzuschießen oder die Position aufzulösen. Verhallt diese Forderung ungehört, wird der Market Maker bzw. Broker den Trade automatisch beenden. In der Regel greifen diese automatischen Sicherheitsmechanismen des Brokers, bevor ihr Konto ins Minus rutscht. Zur Nachschusspflicht kann es aber trotzdem kommen in Extremsituationen und wenn man sich überhebelt hat. Es bedarf allerdings nur einer disziplinierten Stoppsetzung und vernünftiger Positionsgrößen, um nie in die Nähe eines Margin Calls kommen zu können.

Finanzierung

CFD-Geschäfte sind kreditfinanzierte Geschäfte, der Broker stellt einem für den Handel auf Margin sozusagen sein Kapital zur Verfügung. So entstehen im Gegensatz etwa zum echten Aktienkauf neben eventuell anfallenden Ordergebühren auch Finanzierungskosten. Wer länger investieren möchte als wenige Tage sollte hier unbedingt auch die Anbieter vergleichen, da die Unterschiede nicht unerheblich sein können. Standard sind aktuell Leitzins + 2,5% für Longpositionen, bzw. Leitzins – 2,5% für Shortpositionen.

Finanzierungskosten fallen jedoch nicht nur bei Aktien-CFDs an, sondern bei jeder Art von CFD. Daher werden CFDs auch am häufigsten bei kurz- und mittelfristigen Engagements eingesetzt. Wiewohl man für Shortpositionen (bei höheren Leitzinsen als aktuell der Fall) sogar Zinsen erhalten kann, oder zumindest keine bezahlen muss. Shortpositionen können also durchaus lange gehalten werden, CFDs ermöglichen so etwa auch effiziente Absicherung (Hedging) von Aktiendepots.

Kosten

Ordergebühren fallen in der Regel nur bei Aktien-CFDs an. Ansonsten bezahlt man nur den Spread, d.h. man kann mit 1 CFD auf den Dax30-Index genauso kosteneffizient handeln wie mit 25 (diese Stückzahl entspricht einem FDax-Kontrakt mit 25€ pro Punkt).

Bei Aktien-CFDs werden in der Regel Gebühren eingehoben. Der Spread ist dafür bei guten Brokern börsenecht, d.h. der CFD-Kurs bildet 1:1 jenen der Originalbörse ab.

Aktien-CFD-Beispiel

Tauchen wir nun in die Praxis ein anhand folgender Situation: die Daimler-Aktie lockt mit einem neuen Angriff auf sein Doppeltopp um 13,8€. Wir wollen davon profitieren und legen eine Stop-Buy Order etwas über den Widerstand der letzten Handelstage auf 13,3€. Der Stopp soll auf 12,8€ zu liegen kommen. Unsere Wahl ist ein CFD-Broker mit 0,1% Ordergebühr ohne Mindestkosten.

Die CFD-Orderaufgabe läuft genauso ab wie beim echten Aktienhandel. Ich muss keine komplizierten und letztendlich doch nur ungefähren Berechnungen vornehmen, wo denn der Optionsschein oder das Zertifikat XY stehen würde, wenn ich beim Aktienkurs von 13,3€ eingestoppt werden möchte. Ebenso einfach ist die Berechnung der Stückzahl, bei einem angenommenen Kapital von 10.000€ und einem Risiko pro Trade von 1% sieht das Ganze so aus:

100€ Risiko : 0,5€ Abstand zum Stop-Loss = 200 CFDs

Allfällige Gebühren erhöhen das Risiko im Endeffekt natürlich, wer möchte kann diese bereits in die Stückzahlberechnung einfließen lassen.

Nehmen wir nun an, der Trade entwickelt sich im Laufe der nächsten 5 Tage wie gewünscht und löst das Kursziel aus. So ergibt sich eine Rechnung von

200 CFD x 0,5€ = 100€ Kursgewinn brutto

200 CFD x 13,3€ * 0,1% + 200 * 13,8€ * 0,1% = 5,42€ Ordergebühren

200 CFD * 13,55 Durchschnittskurs * 2,85% (Euribor + 2,5%) / 360 * 5 Nächte = 1,07€ Finanzierungskosten

Nettogewinn = 100 – 5,42 – 1,07 = 93,51€

Als Margin für diesen Trade brauchen wir nur 10% des Handelsvolumens hinterlegen, also 266€ vs. 2.660€ im Falle des echten Aktienhandels. Bei sehr langer Haltedauer werden die Finanzierungskosten immer schmerzhafter, bei Shortpositionen hingegen fallen in der Regel keine Zinsen an. Beim aktuellen Zinsniveau wird man allerdings auch keine erhalten.

Fazit

CFDs erlauben es dem Trader, mit einem geringen Kapitaleinsatz die Kursbewegungen eines Basiswertes 1:1 abzubilden. Praktisch alle gängigen Märkte werden mittlerweile durch CFDs nachgebildet. Sie eröffnen die Möglichkeit, einfach und transparent sowohl Long- als auch Short-Positionen zu eröffnen. Die Funktionsweise ist einfach zu verstehen und das tägliche Handling unkompliziert. Keine schwierige Suche eines passenden Scheines wenn die Zeit drängt, und keine ungenaue Berechnung zum gewünschten Kurs passender Orderlevel. Was Kosten und Transparenz angeht, werden CFDs nur noch von der Königsklasse übertroffen, den Futures. Allerdings muss man hierfür Kapital im hohen fünfstelligen Bereich zur Verfügung haben. Die Hebelwirkung bzw. die theoretische Nachschusspflicht der CFDs erfordert jedenfalls ein striktes Risiko- und Moneymanagement, gehören CFDs bei aller Eignung selbst für Einsteiger doch in die Risikoklasse der hochspekulativen Finanzprodukte.