Das Trading ist ein extrem spannendes Thema und wer nicht aufpasst, kann sich in diesem angesichts der vielen Details unfassbar schnell verlaufen. Werfen Sie nur einmal einen Blick auf Guidants und all die Möglichkeiten, die Ihnen unsere Plattform bietet, um Unternehmen, Rohstoff etc. und deren Kursverläufe auszuwerten. Damit Ihnen genau dies nicht passiert, möchte ich Ihnen das V-Ü-F-Ü- Prinzip vorstellen. Es soll Ihnen helfen, sich als angehender, erfolgreicher Trader auf das Wesentliche zu konzentrieren.

V wie Verständnis!

Im ersten Schritt ist es wichtig, zu verstehen, wie erfolgreiches Trading allgemein funktioniert. Dazu gehört beispielsweise die Erkenntnis, dass eine Strategie nur Mittel zum Zweck ist. Kein professioneller und erfolgreicher Trader kann die Börsenkurse vorhersagen. Wir arbeiten mit Wahrscheinlichkeiten und CRVs. Dabei ist essenziell zu verstehen, dass erst die Summe aus beidem den Erfolg im Trading ausmacht. Die meisten privaten Trader konzentrieren sich nämlich nur auf die Wahrscheinlichkeit oder die Frage, wohin der Kurs wohl gehen mag. Das ist aber nur eine Seite der Medaille.

Zudem erfüllt eine Strategie zwei wichtige Aufgaben. Zum einen ist sie unsere Linie im Sand, an der wir uns orientieren können. Dieser Punkt wird später noch einmal extrem wichtig. Darüber hinaus soll sie uns einen zumindest kleinen Vorteil sichern. So lässt sich beispielsweise sehr einfach ermitteln, dass der Dax ca. 60 % aller Monate im Plus beendet. Diesen Wahrscheinlichkeitsvorteil können mittelfristig orientierte Trader nutzen, indem sie die Longseite favorisieren.

Ebenfalls wichtig zu erkennen ist, dass Trader Manager sind. Wir können uns mit unserer Strategie zwar einen Vorteil sichern, bezüglich des aktuell laufenden Trades haben wir aber überhaupt keine Ahnung, ob dieser ein Gewinner oder Verlierer wird. Wir können lediglich unsere Orders platzieren und dann angesichts der im Tradeverlauf hinzukommenden Informationen, beispielsweise neue Kerzen oder News, weitere Entscheidungen fällen. Wir managen unsere Positionen, um bspw. Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen. Ein ebenfalls wichtiges Prinzip an der Börse, zumindest dann, wenn man erfolgreich sein will.

Fassen wir zusammen, sind Trader keine Wahrsager sondern Manager, die ihre Entscheidung auf Basis von Strategien treffen, die ihnen einen positiven Erwartungswert (Vorteil) bieten. Vor allem die statistischen Vorteile sind dabei oftmals sehr klein, können jedoch mit zunehmender Erfahrung durch Interpretationen ausgebaut werden und damit sind wir beim nächsten Punkt, dem Üben.

Ü wie Üben!

Mit dem richtigen Verständnis, einer eigenen Strategie in seiner eigenen Tradingnische, kommt dann der wohl aufwendigste Teil. Sie lernen das Trading nicht, indem Sie sich stundenlang YouTube-Videos anschauen, Bücher lesen, Seminare besuchen oder erfolgreichen Tradern zuhören. All diese Maßnahmen dienen lediglich dazu, die unter „V wie Verständnis“ aufgeführten Punkte kennenzulernen und auf seine eigene Persönlichkeit abzustimmen. Ist das erledigt, müssen Sie diese Erkenntnisse in der Praxis umsetzen! Sie müssen Ihre Strategie kennenlernen, diese in der Praxis verfeinern und optimieren und dabei natürlich auch auf die eigenen Emotionen achten. Auf dem Papier ist es extrem einfach, sich reich zu rechnen. Man braucht ja schließlich nur eine schöne Strategie. In der Realität aber müssen Sie jeden einzelnen Punkt der Performancekurve ablaufen. In der Theorie ist es sehr einfach, eine schwierige Zeit von ein oder zwei Jahren zu ignorieren, wenn dann am Ende eine Rendite von 100 und mehr Prozent auf Sie wartet. In der Realität aber müssen Sie diese ein oder zwei Jahre erst einmal emotionsfrei überstehen, eine Herausforderung an der viele scheitern.

Üben und trainieren ist also Ihre einzige Chance, besser zu werden. Darüber hinaus lernen Sie sich und Ihre Strategie besser kennen und können diese entsprechend optimieren. Natürlich sollten Sie in diesem Übungsprozess klein anfangen. Selbst wenn Sie sich gut vorbereiten, werden Sie in der Praxis den einen oder anderen Stolperstein aus dem Weg räumen müssen, natürlich aber erst, nachdem Sie mindestens einmal über diesen gefallen sind. Wenn dann die Positionsgröße zu groß ist, haben Sie ein Problem. Also lassen Sie es ruhig angehen, damit Sie auch noch zum …

F – Wie Feedback

…. kommen. Wie im letzten Absatz bereits angeklungen ist, läuft es für die wenigsten sofort rund. Trading zu erlernen ist ein praktischer Prozess, der Zeit braucht. Sie können jedoch noch so oft und lange üben, wenn Sie sich nicht regelmäßig Feedback geben, werden Sie nicht besser werden. Führen Sie also ein Tradingtagebuch.

Als Coach werde ich oft gefragt, wie ein solches Tagebuch aussehen soll. Wahrscheinlich ahnen Sie es schon, aber hierauf gibt es keine allgemeingültige Antwort, zumindest dann nicht, wenn es um Details geht. Der Inhalt des Tradingtagebuchs ist immer zielgerichtet und zwar auf die Probleme bzw. Herausforderungen, die sich Ihnen gerade stellen. Wenn Sie gerade dabei sind, ihre Strategie zu optimieren, werden Sie in Ihrem Tradingtagebuch vermehrt strategisches notieren. War der Einstieg o. k.? Funktioniert meine Stopplogik? Wie sieht es mit Kurszielen und Trailingstopps aus? Haben Sie hingegen eine erfolgreiche Strategie, können diese aber nicht diszipliniert umsetzen, werden Sie Ihren Fokus viel stärker auf die psychologische Seite richten.

Der Inhalt und der Umfang Ihres Tradingstagebuchs sollte jedoch auch so gestaltet sein, dass Sie das Tagebuch problemlos führen können. Ihnen muss nämlich bewusst sein das es ja nicht darum geht, das Tagebuch zu schreiben, sondern dieses auszuwerten. Manchmal ist weniger deshalb mehr. Wenn Sie 12 Stunden Daytrading betreiben und dann noch mehrere Stunden für das Schreiben Ihres Tradingtagebuchs aufwenden, werden Sie wahrscheinlich kaum noch Energie haben, um Ihr Tagebuch auszuwerten und die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Genau das ist aber die einzige Aufgabe des Tagebuchs. Sie sollen sich Feedback geben, um besser zu werden!

Ü wie Üben! Schon wieder?

Wahrscheinlich haben Sie es schon geahnt. Ja, das letzte „Ü“ steht erneut für Üben. Schließlich sollten Sie sich nach dem Feedback daran machen, die Verbesserungen umzusetzen. Funktionieren Ihre Lösungen, die Sie sich in der Theorie überlegt haben auch praktisch? Im Grunde befinden Sie sich damit mitten in den Lernschleifen, denn der Prozess aus Üben und Feedback wiederholt sich so lange, bis Sie Ihr Ziel erreichen. Dieser Prozess kann einiges an Zeit brauchen. Nehmen Sie sich diese! Halten Sie in dieser Phase Ihr Geld/Kapital zusammen! Setzen Sie sich kleine Ziele und freuen Sie sich über kleine Fortschritte! Wenn Sie ein ungeduldiger Mensch sind und lernen wollen/müssen, geduldiger zu werden, weil das für Ihr Trading von Vorteil ist, wird das nicht über Nacht funktionieren, egal wie sehr Sie es sich vornehmen. Es wird seine Zeit brauchen und nichts wäre schlimmer, am Ende genau zu wissen, wie es funktioniert und in der Lage zu sein, dieses Wissen auch praktisch umzusetzen, aber kein Kapital mehr zu haben.

Coaching macht vieles einfacher!

Mit dem V-Ü-F-Ü-Prinzip habe ich Ihnen einen grundlegenden „Plan“ vorgestellt, wie Sie vom Tradingeinsteiger zum erfolgreichen Trader werden können. Es ist heutzutage problemlos möglich, sich die Details (bspw. zum Thema: Strategie) im Internet zu besorgen, meist sogar kostenfrei. Wie aber bereits schon erwähnt, kann man sich dabei extrem schnell verlaufen. Hier kann ein gutes Coaching Ihren Lernprozess beschleunigen. Sie können gerne in der von mir betreuten Trader-Ausbildung vorbeischauen. Sollten Sie den Weg jedoch allein gehen wollen, behalten Sie einfach ihr Ziel im Auge. Sie müssen nicht jeden Indikator und jede Strategie kennen!

Viel Erfolg

Ihr Tradingcoach Rene Berteit