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In den vergangenen Tagen haben wir an dieser Stelle mehrfach auf die drohenden Probleme im Deutschen Aktienmarkt (DAX) hingewiesen. Wir stellten die Frage, ob das Drama noch abzuwenden ist oder betonten, dass es jetzt ernst wird. Auch auf die SKS haben wir hingewiesen. Wie alles im Leben kann man die Dinge aber auch von einer anderen Seite betrachten und in diesem Umfeld zu einem anderen Schluss kommen. So besteht derzeit auch eine 67-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass alle Dax Aktien in den nächsten Wochen oder Monaten 50 % und mehr zulegen werden!

Die bösen Analysten! Immer dieses Hin und Her!

Der eine oder andere mag an dieser Stelle den Kopf schütteln und sich die Frage stellen, ja was denn nun? Erst soll es zum Mega-Crash kommen, dann wiederum lesen Sie etwas von einer starken Rally. Das passt doch nicht zusammen, oder? Ob es Ihnen passt oder nicht, die Antwort ist leider: doch, es passt!

Die Märkte sind komplex

Auch wenn man im Trading nach dem Kiss-Prinzip verfahren soll, heißt das noch lange nicht, dass die Märkte einfach sind. Ohne Zweifel sind die Kurse in vielen Aktien in den letzten Wochen und Monaten zurückgekommen und aus Sicht der klassischen Charttechnik gibt es definitiv Warnsignale. Diese Warnsignale müssen aber nicht zwangsläufig zum großen Crash führen. Eventuell sind nur die Wahrscheinlichkeiten dafür gestiegen. Steigende Wahrscheinlichkeiten sind aber noch lange keine Garantie.

Eine Frage des Spielraums / der Perspektive

Sofern es keine Garantie für eine Bewegung gibt, ist natürlich immer auch die Alternative nicht ausgeschlossen. Verwirrend wird es jedoch, wenn man zwei gegensätzlich erscheinende Behauptungen aufstellt, die am Ende beide richtig sind. So wäre es nämlich ohne Probleme möglich, dass sich die jüngsten Risiken erst nach unten entladen und es im Dax zu einem ausgiebigen Abwärtstrend von beispielsweise 20 oder 30 % kommt. Im Anschluss aber könnte der nächste große Bullenmarkt starten.

Genau auf diesen Zug springt die eingangs getätigte Behauptung auf, nach der aktuell Renditen von 50 % und mehr mit großer Wahrscheinlichkeit möglich sind. In den vergangenen Wochen zeigte jede DAX-Aktie einen Ausbruch unter das Vormonatstief und konnte sich anschließend zumindest einmal stabilisieren. Dieses Muster gab es in den letzten 20 Jahren mehrfach und wer dieses mit einem Stopploss und einem Kursziel von jeweils 50 % kaufte, konnte in 67 % den Trade am Ziel beenden. Falls Sie mir nicht glauben, werfen Sie einen Blick auf den dazu passenden Test:

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Chart erstellt mit Tradesignal-Terminal

Den Markt geschlagen

Statistisch gesehen ist die Wahrscheinlichkeit also gar nicht so schlecht, 50 % zuzulegen. Mit dem Stopp bei ebenfalls 50 % entsteht zudem ein Handelsansatz, der nicht nur profitabel ist, sondern im direkten Vergleich zur Buy&Hold auch besser abschneidet. Der Vorteil ist jedoch nicht sehr groß. Gemessen am Risiko hätte der klassische Investor über den Testzeitraum hinweg das 1,55-fache seines maximalen Drawdowns verdient. Die hier vorliegende Strategie kann im gleichen Zeitraum das 1,77-fache erwirtschaften.

Eine Weisheit wird bestätigt!

Abseits der ursprünglichen Intention für einen profitablen Handelsansatz zeigt sich noch etwas anderes. Werfen Sie einen Blick auf die folgende Abbildung:

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Chart erstellt mit Tradesignal-Terminal

Abbildung 2 spiegelt die wichtigsten Kennzahlen unserer Strategie wieder, wenn wir das Kursziel und damit auch das Stopploss anpassen. Unschwer zu erkennen ist, dass sich sämtliche Kennzahlen mit zunehmendem Ziel verbessern. Aufmerksamen Anlegern wird diese Erkenntnis nicht neu sein, aber hier sehen Sie es noch einmal schwarz auf weiß: Aktien haben langfristig größere Chancen zu steigen, denn zu fallen. Auf der kleinen Skala hingegen zeigt der Ansatz kaum größere Wahrscheinlichkeiten als 50 %.

Fazit

Der vorliegende Artikel verfolgte mehrere Intentionen. Zum einen sollte er interessierten Tradern bzw. Anlegern eine Idee davon geben, wie man auch im aktuellen Börsenumfeld antizyklisch agieren könnte und welche Wahrscheinlichkeiten damit einhergehen. Auch sollte er ein wenig konträr zu den jüngsten, bärischen Artikeln ausfallen.

Gleichzeitig zeigt er aber auch auf, wie subjektiv die Börse ist. Immerhin könnten sowohl die Bären als auch die Bullen mit Blick auf die Entwicklung in den nächsten Monaten Recht haben - und das sogar "gleichzeitig". Wir können sowohl einen Bärenmarkt mit beispielsweise Abwärtspotenzialen von 30 oder 40 % ausrufen, gleichzeitig aber auch eine Wahrscheinlichkeit von 67 % ermitteln, dass die Kurse in einigen Monaten deutlich höher notieren. Es ist schon verrückt, aber an der Börse können sich Wahrscheinlichkeiten auch auf über 100 % summieren und so kann beides eintreten, ohne das der eine Unrecht hat.

Abschließend haben sie mit den vorliegenden Statistiken noch einmal einen Beleg dafür, dass es durchaus Sinn macht, sich im Aktienbereich eher auf die Longseite zu fokussieren. Vor allen Dingen am langfristigen Ende liegen dort die größeren Wahrscheinlichkeiten.

Viel Erfolg

Rene Berteit

Wenn Sie sich für Trading-Know-how im Allgemeinen und kurzfristigen Handel im Speziellen interessieren sind Sie bei mir genau richtig. Folgen Sie mir auf Guidants!