Mit Blick auf das aktuelle Kursgeschehen im deutschen Aktienmarkt ziehen dunkle Wolken für Investoren auf. Bereits Anfang des Jahres fielen diverse meiner mittel- und langfristigen Trendfilter in den bärischen Bereich zurück. Zwar versuchten die Bullen im Mai und Juni ein Comeback, dieses wurde jedoch niedergerungen. Droht uns eventuell ein mehrjähriger Bärenmarkt?

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Quelle: Guidants.com / Trendfilter ROC

Auszuschließen ist eine solche Entwicklung definitiv nicht und Anleger sind gut beraten, sich darauf vorzubereiten. Gänzlich reibungslos verlief der nach der Finanzkrise gestartete Bullenmarkt bis zum heutigen Tag zwar nicht, am Ende aber brauchte man nur ein wenig Sitzfleisch, um die Korrekturen zu überstehen. Wer erst in den letzten knapp zehn Jahren an die Börse gekommen ist, hat noch keinen echten Bärenmarkt erlebt. Optimismus und Konten werden schnell zerstört, wenn die Kurse erst einmal über Monate und Jahre ganz tief fallen und das gesamte Kapital für das Verbilligen aufgebraucht ist.

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Trader, die eine solche Phase noch nicht erlebt haben, tendieren zur Selbstüberschätzung. Es ist leicht dahergesagt, eine solche Phase durchzuhalten und dabei keine emotionalen Überreaktionen zu zeigen. Wenn Konten aber erst einmal 50 oder gar mehr Prozent im Minus stehen und die Kurse einfach nicht steigen wollen und sogar weiter fallen, sind gute Vorsätze oft wie weggeblasen. Was dann folgt, ist meist das reine Trading-/Investorenchaos. Die folgende Abbildung beschreibt den Verlauf eines solchen Marktes perfekt:

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Quelle: Der typische Trader / Sparkasse München

Beugen Sie vor!

Im Rahmen meiner Tätigkeit als Tradingcoach erlebe ich es immer wieder, dass Trader und Investoren sich gewisser Probleme zwar bewusst sind, am Ende aber denken, dass diese vor allen Dingen für andere gelten. Man selbst ist schlauer und cleverer als die Masse. Einen selbst wird es schon nicht erwischen.

Und, ertappt?

Falls ja, sollten Sie genau weiterlesen, aber ich hoffe, dass dieser Artikel auch risikobewussten Investoren hilft, Bärenmärkten etwas gelassen entgegen zu sehen.

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Einer der wichtigsten Faktoren ist, sich der möglichen Risiken bewusst zu sein und sich aktiv darauf vorzubereiten. Es ist völlig egal, ob der nächste Crash unmittelbar vor der Tür steht oder noch einige Jahre auf sich warten lässt. Es ist so sicher wie das Amen in der Kirche, dass die Börsenkurse in der Zukunft wieder kollabieren werden und für diesen Fall wollen Sie gerüstet sein - auch wenn Sie nicht wissen, auf welchem Niveau der Einbruch erfolgt.

Dabei können Sie nicht davon ausgehen, dass sich ein solcher Bärenmarkt über Wochen und Monate ankündigt, so dass Sie noch genügend Zeit haben, zu reagieren. Es wäre schön, wenn uns eine Schulter-Kopf-Schulter-Formation, wie sie sich aktuell beispielsweise im Dax andeutet, rechtzeitig warnt, verlassen würde ich mich jedoch nicht darauf. Punkt 1 auf Ihrer To-do-Liste ist also, Ihr Konto jederzeit auf Risiken hin abzuklopfen. Stellen Sie sich die einfache Frage, wie gut Ihr Konto mit plötzlichen Kursschwankungen zurechtkommt.

1. Portfoliobildung

Ein wichtiger Schritt um Risiken vorzubeugen, beginnt bereits beim Einstieg. Sie sollten immer ein ausgewogenes Portfolio halten. Der Portfoliogedanke ist dabei nicht nur auf Ihre Assets anzuwenden, sondern auch auf Ihre Strategie.

Es ist schön, wenn Sie ihr Kapital breit über Aktien, Indices, Währungen und Co. streuen, noch besser ist es jedoch, wenn Sie innerhalb ihrer Aktivitäten auch unterschiedliche Strategien verfolgen. Eine Long-Only-Strategie dürfte in einem Bärenmarkt nicht wirklich funktionieren und wenn dies Ihr einziges Standbein ist, werden Sie eventuell für Jahre in die Röhre schauen. Im Idealfall führt die Portfoliobildung sowohl bei Ihren Investments als auch innerhalb von Strategien dazu, dass die negativen Schwankungen kompensiert werden können. Sie werden damit natürlich nicht zu jeder Zeit gewinnen, aber Ihr Chance-Risiko-Profil wird sich deutlich verbessern.

2. Moneymanagement

Wie Sie schon merken, beschäftigen wir uns in diesem Artikel mit grundlegenden Aspekten des Risikomanagements. Dazu gehört natürlich auch, dass Sie Ihre Trades/Investments den Marktgegebenheiten entsprechend managen. In einem schon weitgelaufenen Trend vorsichtiger zu agieren und vielleicht kleinere Positionsgrößen zu wählen, macht durchaus Sinn.

Natürlich hilft es auch, klassische Moneymanagement-Ansätze wie den Fix-Ratio-Ansatz anzuwenden. In diesem wird in jedem Trade ein gewisser Prozentsatz des Ihnen zur Verfügung stehenden Kapitals riskiert. Läuft die Börse gut, tritt dieser Management-Ansatz das Gaspedal durch. Laufen Ihre Strategien und die Börse hingegen nicht im Gleichschritt, sorgt der Ansatz dafür, dass Sie auf die Bremse treten, in dem die Positionsgrößen reduziert werden.

3. Hedging

Ein drittes großes Element im Rahmen der Risikosteuerung ist das Hedgen. Hierbei geht es darum, bestehende Positionen durch weitere Geschäfte, beispielsweise über Optionen und Optionsscheine abzusichern. Ein solches Vorgehen ist auf dem Papier eine durchaus interessante Alternative, setzt jedoch voraus, dass man sich gut in diesem Umfeld auskennt.

Sie müssen bedenken, dass die falsche Wahl des Optionsscheins Geld kostet. Haben Sie beispielsweise die Laufzeit ihres Optionsscheins zu kurz gewählt und dieser wird fällig bevor der Crash kommt, hatten Sie lediglich Kosten und müssen nun nach einem neuen Schein Ausschau halten. In erster Linie funktioniert die Absicherung über Optionen und Co. wie eine Versicherung. Tritt der Schadensfall ein, bekommt man je nach Absicherungshöhe einen Teil dessen zurückerstattet. Ohne Schadensfall aber ist die Versicherungsgebühr weg.

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So einfach wie das Thema Hedging immer wieder dargestellt wird, ist es nicht. Es ist auf keine Methodik, um in vollem Umfang zu gewinnen, nach unten aber vollständig abgesichert zu sein. Trotzdem ist das Hedging auch bei privaten Tradern ein beliebtes Mittel, um Risiken zu begegnen. Bevor Sie diesen Weg gehen, sollten Sie jedoch genau überlegen, ob es für Sie nicht andere und vor allen Dingen einfachere / planbarere Wege gibt. Im Grunde erreichen Sie die gleichen Effekte mit dem Verkauf von Positionen, Teilverkäufen und dem Setzen von Stopps.

Bedenken Sie, dass das Hedging aus dem institutionellen Handel kommt, der Ihnen gegenüber einen großen Nachteil hat. Fonds & Co. können nicht schnell mal ihre gesamten Positionen reduzieren oder aufstocken, ohne den Kurs selbst zu beeinflussen. Für solche Institutionen ist hedgen die einfachere und schnellere Alternative. Für Sie als Privatanleger muss das jedoch nicht zwangsläufig der Fall sein.

Zusammenfassung

Ob der nächste Crash bzw. Bärenmarkt unmittelbar vor der Tür steht oder nicht, kann ich Ihnen nur den Tipp geben, immer auf solche Ereignisse vorbereitet zu sein. Verwechseln Sie eine gute Marktphase und potentielles Glück nicht mit Können. Überschätzen Sie Ihre eigenen Fähigkeiten nicht und seien Sie lieber ein wenig zu pessimistisch, als zu optimistisch.

Sofern Sie das Bewusstsein für die Risiken an der Börse entwickelt haben, haben Sie mit der Portfoliobildung, dem Moneymanagement und dem Hedging mächtige Instrumente in der Hand, um sich für den Worst-Case-Fall vorzubereiten. Keiner sagt, dass es dann im Falle des nächsten Bärenmarktes einfach wird, sicher ist jedoch, dass Sie besser dastehen werden, als wenn es Sie kalt erwischt. In diesem Sinne

Viel Erfolg

Rene Berteit

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