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Auch ETF-Anleger müssen auf die Dividende als wichtige Einnahmequelle nicht verzichten, egal, ob sie dabei eine physische oder synthetische Indexabbildung wählen, ob es sich bei dem abgebildeten Index um einen Performance- oder auch Kursindex handelt. Als Faustregel gilt: Synthetische ETFs bilden dabei vorwiegend sogenannte Total Return-Indizes ab (Performance-Indizes), physische ETFs dagegen bilden meist Kursindizes ab. Bei Performance-Indizes werden die vereinnahmten Gewinnausschüttungen in der Regel thesauriert; bei Kursindizes werden sie ausgeschüttet. Eine allgemein verbindliche Regel lässt sich davon jedoch nicht herhalten, es gibt selbstverständlich auch Ausnahmen.

Physische Replikation

Bei physisch replizierenden ETFs kommt der Anleger stets in den Genuss der Nettodividenden. Und wie hoch die Abzüge von den jeweiligen Bruttodividenden sind, hängt ab von unterschiedlichen Faktoren wie der jeweiligen Anlageregion sowie dem Fondsdomizil mit den jeweils unterschiedlichen Steuergesetzen und der anfallenden Quellensteuer. Die erhobenen Steuersätze können hierbei erheblich variieren. Im Schnitt beträgt die Nettodividende etwa 85 Prozent der Bruttodividende.

Viele Indizes unterstellen zudem, dass die Zahlung und anschließende Reinvestition stets am Ex-Tag erfolgt, also einen Tag nach der Jahreshauptversammlung. Doch dies mag allenfalls bei in Deutschland ansässigen Fonds mit ETFs auf deutsche Aktien zutreffen. Doch laut der Frankfurt Scool of Finance & Management Banking beträgt der Verzug bei US-Aktien 22 Tage, bei britischen Titeln 38 Tage und bei japanischen Aktien sogar 74 Tage. Infolgedessen kann es beim ETF entsprechende Abbildungsfehler (Tracking Error) geben.

Synthetische Replikation

Bei synthetischen ETFs wird die Dividende vom Swap-Partner geliefert. Steuerliche Probleme sind bei synthetischen Fonds eher untergeordnet, da die abgebildeten ausländischen Indizes tatsächlich nicht unbedingt mit Aktien aus dem Land hinterlegt werden müssen. So kann die Wertentwicklung beispielsweise des britischen Leitindex FTSE 100 steuersparend durch einheimische, deutsche Aktien abgebildet werden. Eine mögliche Zeitverzögerung hinsichtlich der Reinvestition der Dividenden fällt nicht an, es kommt dadurch auch zu einem geringeren Tracking-Error.

Reine Dividenden-ETFs

Bei speziellen Dividenden-ETFs sollten Anleger auf die jeweilige Gewichtungsmethode achten. Das klassische Modell der Gewichtung nach Dividendenhöhe hat sich eher als Renditekiller erwiesen. Denn häufig handelt es sich bei dividendenstarken Papieren um Aktien, die sehr stark an Wertverlust erlitten. Auch ist Anlegern wenig gedient, wenn die Gewinnausschüttungen auf Kosten der Zukunftsfähigkeit eines Unternehmens gehen. Wichtig ist deshalb auch die Nachhaltigkeit der Ausschüttung unter Beachtung wichtiger fundamentaler Gesichtspunkte. So enthalten die STOXX Dividend Indizes nur Unternehmen, die ihre Dividenden in den vergangenen fünf Jahren nicht gesenkt haben und nicht mehr als 60 Prozent des Gewinns ausschütten. Bei den SPDR Aristocrates ETFs müssen Unternehmen je nach Index 10 bis 25 Jahre konstante oder steigende Dividenden nachweisen. Die Quality Income ETFs von Lyxor beziehen noch wichtige fundamentale Kriterien ein.

Mehr Informationen zu Entstehung, Geschichte, technischer sowie rechtlicher Betrachtung finden Sie in unserem ETF-Einführungsartikel.