Mit diesem Beitrag setzen wir unsere vor kurzem begonnene Reihe fort, in der wir uns mit den größten Fallen für private Trader und Anleger auseinandersetzen. In loser Reihenfolge wollen wir die Punkte aufgreifen, die Sie auf Ihrem Weg zum Erfolg ausbremsen oder diesen gar komplett verhindern. Auch wenn wir die größten Stolpersteine in einzelnen Beiträgen aufgreifen, denken Sie daran, dass all diese Themen fließend ineinandergreifen müssen, um erfolgreich zu sein. Nutzen Sie die Artikel dazu, diese Schwerpunkte zu identifizieren und nach Lösungen zu suchen bzw. Vorschläge zu implementieren. Bisher erschienen sind:

Die größten Trading- & Anlegerfallen – Blauäugigkeit

Erwartungen – Das Gift für jeden Traders!

Kennen Sie dies? Seit Monaten freuen sie sich unheimlich auf einen Film, der jetzt endlich in die Kinos kommt. Sie haben sich schon viele Trailer angeschaut und können es kaum erwarten, im Kinositz Platz zu nehmen. Nach 90 Minuten ist der Spuk vorbei und enttäuscht verlassen Sie das Kino. Der Film konnte Ihre Erwartungen einfach nicht erfüllen! Sie sind enttäuscht!

Wer hoch hinauswill, kann tief fallen!

Ich denke, jedem ist schon einmal etwas ähnliches passiert. Dabei besteht durchaus ein Zusammenhang zwischen der Höhe der Erwartungen und der späteren Enttäuschung. Je größer die Erwartungen sind, desto eher kann man auch enttäuscht werden. Was im Kino jedoch lediglich zu Frust /Ärger führt, kann an der Börse extrem teuer werden. Erwartungen bauen Emotionen auf und werden diese nicht erfüllt, entsteht Frust/Wut/Ärger. Frust auf den aktuellen Trade, Frust auf die Börse, Frust auf den Dax, Frust auf sich selbst! Und nirgends ist es leichter, diesem Frust in Form von neuen Attacken und Trades freien Lauf zu lassen. Dass man sich selbst und seinem Konto damit keinen Gefallen tut, dürfte jedem klar sein.

Erwartungen haben, erwartungslos traden!

Natürlich sollten Sie Ihren Markt analysieren und auf eine Strategie zurückgreifen. Natürlich haben Sie, sofern Sie einen Long-Trade durchführen indirekt die Erwartungshaltung, dass die Kurse steigen. Dies wird vielleicht sogar durch eine statistisch belegte Wahrscheinlichkeit untermauert. Der Unterschied besteht jedoch darin, nicht den einzelnen Trade in den Vordergrund zu stellen. Ob der nächste Trade ein Gewinner oder Verlierer wird, steht in den Sternen. Selbst bei einer statistisch belegten Wahrscheinlichkeit können Sie nämlich nur sagen, dass Sie bei wiederholtem Handeln des Signals eine bestimmte Anzahl Gewinner realisieren werden. Stellen Sie sich einen Murmelsack vor, in dem 60 grüne und 40 rote Murmeln liegen. Sie wissen, dass die Wahrscheinlichkeit für eine grüne Murmel 60 % beträgt, aber ob Sie beim blinden Ziehen eine solche erwischen, wissen sie nicht. Wenn Sie felsenfest davon ausgehen, dass es eine grüne sein wird, dann werden Sie schwer enttäuscht sein, wenn sie am Ende doch eine rote anlächelt und dann kann Ihr Trading schnell emotional werden!

Wenn Sie sich für Trading-Know-how im Allgemeinen und kurzfristigen Handel im Speziellen interessieren sind Sie bei mir genau richtig. Folgen Sie mir auf Guidants!

Sie sollten jedoch nicht nur bezüglich einzelner Trades relativ erwartungslos agieren, sondern letztlich bezüglich allen Aspekten im Trading. Auch die Statistik ihrer Strategie kann sich im Laufe der Zeit verändern, genauso wie die Börse selbst.

Der blinde Trader!

Es gibt noch einen weiteren Grund, warum Sie in Sachen Erwartungen vorsichtig sein müssen. Es ist wissenschaftlich relativ gut belegt, dass Erwartungenblind“ machen. Dazu müssen Sie wissen, dass sekündlich Millionen von Informationen (Sehen, Hören, Riechen, Schmecken…) auf uns einströmen. Wir sind darauf angewiesen, dass diese Informationen von unserem Gehirn automatisch gefiltert werden. Ohne diese Filterung wären wir handlungsunfähig, da wir auf Basis zu vieler Informationen keine Entscheidungen treffen können.

Erwartungen führen nun dazu, dass wir unserem Gehirn indirekt mitteilen, nach Bestätigungen für diese Erwartungen zu filtern. Sie werden förmlich blind für andere Dinge und das kann bei einem Crash, indem Sie eine Long-Position halten, extrem gefährlich werden. Sie werden selbst in einem Crash viele rationale, logische und korrekte Gründe finden, warum sie ihre Position weiter halten oder vielleicht sogar ausbauen sollten. Die Tatsache, dass Ihrem Basiswert gerade „Land unter“ ist und dass es eventuell mehr Sinn macht, die Position zu schließen und lieber später neu zu eröffnen, kommt Ihnen nicht in den Sinn. Und wenn es ganz schlimm kommt, ist Ihr Konto am Ende platt! Immer wieder kommt dann die Frage: wie konnte das passieren? Wieso habe ich die Probleme nicht gesehen? Jetzt, mit Abstand zum Geschehen waren die Signale doch klar! Warum nur bin ich nicht ausgestiegen?

Erfolgreich dank fehlender Erwartungen!

Wenn Sie erfolgreich Traden wollen, verzichten Sie auf Erwartungen! Schauen Sie sich Ihre größten Tradingfehler an. Ich bin mir sicher, dass hierbei auch Erwartungen eine Rolle gespielt haben. Ohne diese wäre es vielleicht immer noch ein Verlusttrade geworden, vielleicht aber ein kleinerer. Oder sie hätten nicht nach 100 % Kursgewinnen immer noch geglaubt, daraus auch 1.000 machen zu können. In diesem Sinne

Viel Erfolg

Rene Berteit