• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
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Jahrelang war sie nur ein Phantom: Bereits seit der Finanzkrise 2008 wurde immer wieder eine Rückkehr der Inflation prophezeit, doch bewahrheitet hat sich diese Prognose bisher kaum. Zwar befeuerten die Notenbanken bereits seit der Finanzkrise eine Explosion der Preise von Vermögenswerten wie Aktien und Immobilien. Doch die Verbraucherpreise wurden davon bisher kaum beeinflusst. Doch genau das könnte sich jetzt ändern, weil Notenbanken und Regierungen verstärkt dazu übergehen, auch die Realwirtschaft mit viel billigem Geld zu fluten. Welche Auswirkungen ein Anstieg der Vermögenspreise auf unterschiedliche Anlageklassen haben dürfte, wird in diesem Artikel beantwortet.

Bargeld, Kontoguthaben und Anleihen: Der Inflation schutzlos ausgeliefert

Wer Geld auf Konten geparkt hat oder es bar unter dem Kopfkissen bunkert, ist der Inflation schutzlos ausgeliefert. Steigen die Preise etwa um drei Prozent pro Jahr, dann nimmt die Kaufkraft um eben diese drei Prozent pro Jahr ab, obwohl sich das Guthaben oder die gebunkerte Summe nicht ändern.

Langfristig kann schone eine moderat erhöhte Inflation verheerende Folgen auf das eigene Vermögen haben haben, weil Preise nicht linear, sondern exponentiell steigen. Erhöhen sich die Preise etwa jährlich um fünf Prozent, dann hat man bereits nach 15 Jahren mehr als die Hälfte seiner Kaufkraft verloren. Besonders die langfristigen Folgen der Inflation werden oft unterschätzt.

Auch Anleihen sind der Inflation schutzlos ausgeliefert. Einerseits tritt auch hier ein Kaufkraftverlust auf, andererseits führt eine steigende Inflation meist auch zu steigenden Renditen. Da sich bei Anleihen Renditen und Kurse invers entwickeln, ist ein Renditeanstieg gleichbedeutend mit (auch nominal!) sinkenden Kursen.

Einzig sogenannte inflationsindexierte Anleihen, bei denen der Zinskuppon an die Entwicklung der Inflation gekoppelt ist, versprechen einen gewissen Schutz vor der Inflation. Als Beimischung können inflationsindexierte Anleihen durchaus geeignet sein, um eine Phase höherer Inflation unbeschadet zu überstehen. Wegen den aktuellen Niedrigzinsen und der Aussicht auf Zinsen, die stärker als die Inflation steigen, eignen sich aber wohl auch inflationsindexierte Anleihen eher als Beimischung.

Aktien sind bedingt als Inflationsschutz geeignet

Aktien sind nichts anderes als Anteile an börsennotierten Unternehmen. Da sie Eigentumsanteile an Unternehmen verbriefen, kann man Aktien fast schon als Sachwerte verstehen, mit denen man auch eine Phase höherer Inflation gut überstehen sollte. Doch ganz so einfach ist es nicht. Denn die Inflation kann ganz unterschiedliche Auswirkungen auf Aktienkurse und Unternehmen haben.

Die Geschichte zeigt: Aktien eignen sich als Inflationsschutz, aber nur bedingt. Bei moderater Inflation können sich Aktienkurse oft gut entwickeln und den Wertverlust der jeweiligen Währung zumindest ausgleichen. Bei hoher Inflation steigen die Aktienkurse in der Regel allerdings nicht mehr stark genug, um den Kaufkraftverlust auszugleichen. Aktien sind dann zwar trotzdem besser als Bargeld, Kontoguthaben oder Anleihen, bieten aber keinen vollständigen Inflationsschutz mehr.

Die Wirkung der Inflation auf den Unternehmenserfolg kann sehr komplex sein: Zum einen können Unternehmen häufig natürlich höhere Verkaufspreise für ihre Produkte verlangen, was für sich genommen positiv ist. Andererseits steigen aber auch die Einkaufspreise für Rohstoffe, Vorleistungsgüter und Handelswaren. Kommt es zu einem plötzlichen Anstieg der Inflation, steigen oft erst die Ausgaben der Unternehmen, bevor auch die Verkaufspreise angehoben werden können. Diese zeitliche Verzögerung kann sich negativ auf den Unternehmenserfolg und Aktienkurse auswirken und spielt vor allem dann eine Rolle, wenn die Inflation sprunghaft anzieht.

Nicht alle Unternehmen können außerdem gleichermaßen steigende Einkaufspreise an ihre Kunden weitergeben. Unternehmen mit starken Wettbewerbsvorteilen, die unverzichtbare Produkte herstellen, verfügen über eine viel höhere Preissetzungsmacht als Unternehmen, die mit viel Konkurrenz zu kämpfen haben. Unternehmen mit bleibenden Wettbewerbsvorteilen, die Starinvestor Warren Buffett als "Burggrabenunternehmen" bezeichnet, überstehen eine Phase hoher Inflation sehr viel besser als andere Unternehmen.

Die Wirkung der Inflation auf Unternehmen hängt aber auch davon ab, wie deren Bilanz aussieht. Einerseits kann Inflation nämlich den Wert von Sachwerten in der Bilanz erhöhen, andererseits nimmt der Wert von Forderungen und Verbindlichkeiten des Unternehmens durch die Inflation real ab. Letzteres gilt allerdings nur, solange die Zinsen nicht mindestens so stark anziehen wie die Inflation. Positiv wirkt sich eine Inflation also im Idealfall auf Unternehmen mit vielen Sachwerten in der Bilanz aus, die zudem noch schuldenfinanziert erworben wurden. Hier bleibt der reale Wert der erworbenen Sachwerte gleich, während der reale Wert der Schulden inflationsbedingt abnimmt.

Da die Inflation häufig auch zu einem Anstieg der Zinsen führt, wirkt sich die Inflation oft besonders negativ auf Aktien von Wachstumsunternehmen (Growth-Aktien) aus. Bei diesen Unternehmen basiert ein Großteil des Unternehmenswertes auf Gewinnen bzw. Cashflows, die erst in der ferneren Zukunft erwirtschaftet werden, während sie kaum über Sachwerte in der Bilanz verfügen. Da die für die Zukunft erwarteten Gewinne bei höheren Zinsen im Rahmen der Unternehmensbewertung stärker abgezinst werden müssen, reagieren vor allem Growth-Aktien negativ auf steigende Zinsen, die oft eine Folge steigender Inflation sind. Anders sieht es bei Value-Aktien aus, also Unternehmen, die in Relation zum aktuellen Geschäft günstig bewertet sind. Value-Aktien verzeichnen in Zeiten höherer Inflation oft eine deutlich bessere Performance als Growth-Aktien.

Immobilien: Noch immer ein guter Inflationsschutz?

Immobilien werden traditionell als guter Inflationsschutz angesehen, schließlich handelt es sich um Sachwerte, die nominal im Preis zulegen, wenn die Kaufkraft abnimmt. Das gilt ganz besonders dann, wenn der Kauf schuldenfinanziert erfolgt, wie dies häufig der Fall ist, und die niedrigen Zinsen für längere Zeit festgeschrieben werden. Denn dann profitiert der Immobilienkäufer im Idealfall doppelt: Der Wert der Immobilien nimmt nominal zusammen mit den steigenden Preisen zu, während der reale Wert der Schulden durch die Inflation abnimmt. Das gilt aber natürlich nur bei einer möglichst langen Sollzinsbindung.

Problematisch an Immobilien könnte allerdings sein, dass Regierungen und auch Notenbanken immer stärker versuchen könnten, den Immobilienpreisanstieg und steigende Mieten zu begrenzen. Mietpreisbremsen wie aktuell in Berlin könnten erst der Anfang sein. Zwar ist eine Mietpreisbremse ökonomischer Unsinn, weil sie die Wohnungsnot geradezu zementiert statt sie zu bekämpfen. Populistische Politiker könnten aber gerade in einem inflationären Umfeld, in dem große Teile der Bevölkerung einen Vermögensverlust zu verzeichnen haben, zunehmend zu Instrumenten wie der Mietpreisbremse greifen, um vermeintliche Inflationsgewinner wie Immobilienbesitzer zu bestrafen.

Gold und andere Rohstoffe: Mit Sachwerten gegen die Inflation

Gold gilt als der Inflationsschutz schlechthin. Viele Anleger, die Gold kaufen, tun dies explizit, um sich gegen die Inflation abzusichern. Bei historischer Betrachtung zeigt sich allerdings, dass der Goldpreis vor allem auf die Entwicklung der Realzinsen reagiert. Die Realzinsen sind nichts anderes als die Zinsen abzüglich der Inflation.

Steigt die Inflation deutlich an und bleiben die Zinsen konstant (=sinkende Realzinsen) ist das in der Regel positiv für den Goldpreis. Sollten allerdings irgendwann die Zinsen stärker anziehen als die Inflationsrate, kann sich der Inflationsschutz von Gold auch in sein Gegenteil umkehren.

Bei steigenden Realzinsen ist mitunter die Stunde anderer Rohstoffe gekommen, die auch stärker in der Realwirtschaft eingesetzt werden, etwa Industriemetalle wie Silber oder Kupfer, seltene Erden, Erdöl und Erdgas oder Agrarrohstoffe. Da die Realzinsen aktuell bereits sehr niedrig sind, könnten in den kommenden Jahren gerade diese Rohstoffe zu den Outperformern gehören. Anleger können über sogenannte Exchange-traded Commodities (ETCs) an der Wertentwicklung von Rohstoffen partizipieren.

Bitcoin: The new game in town?

Die Kryptowährung Bitcoin wird von ihren Anhängern als Inflationsschutz erster Güte angepriesen. Dafür gibt es tatsächlich auch gute Argumente: Während sich Fiat-Währungen wie Euro oder Dollar durch die Notenbanken (und Geschäftsbanken) grenzenlos vermehren lassen, ist das gerade bei Bitcoin nicht der Fall. Bei der Kryptowährung ist die maximale Anzahl für alle Zeiten auf 21 Millionen Bitcoin begrenzt. Derzeit befinden sich davon bereits rund 18,5 Millionen Bitcoin im Umlauf.

Ob die limitierte Anzahl an Bitcoin wirklich ausreicht, um die Kryptowährung zu einem guten Inflationsschutz zu machen, muss sich allerdings erst noch zeigen. Denn der Bitcoin existiert erst seit 2009 und hat damit noch keine Phase höherer Inflation erlebt bzw. überlebt. Zudem wird Bitcoin seinem Ruf als Inflationsschutz wohl nur dann gerecht, wenn es die tonangebende Kryptowährung bleibt und nicht von einem anderen Coin abgelöst wird. Auch eine zunehmende Regulierung bis hin zu einem Verbot könnten dem Bitcoin längerfristig gefährlich werden und damit auch den Inflationsschutz womöglich zunichte machen.

Fazit

Wer sein Vermögen in einer Phase höherer Inflation sichern oder gar vermehren will, sollte auf eine bunte Mischung an Sachwerten setzen, etwa Aktien, Immobilien, Gold und andere Rohstoffe. Bitcoin könnte sich womöglich ebenfalls als Beimischung eignen. Da jede dieser Anlageklassen unterschiedlich auf die Preissteigerung reagiert und keineswegs ausgeschlossen ist, dass eine bestimmte Anlageklasse auch einmal als Inflationsschutz versagt, ist eine diversifizierte Vorgehensweise deutlich vorteilhafter als der Drang, alle Eier in einen Korb zu legen. Die gute Nachricht: Mit Hilfe von börsengehandelten Indexfonds (ETFs) und Exchange-traded Commodities (ETCs) können heutzutage auch Anleger mit eher kleinem Geldbeutel in Anlageklassen investieren, die zumindest einen gewissen Inflationsschutz versprechen. Gerade das war in historischen Zeiten höherer Inflation oft anders. Hier konnten Immobilienbesitzer und Unternehmer ihren Wohlstand oft über eine Phase hoher Inflation sichern, während breite Bevölkerungsteile verarmten.


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