• DAX - Kürzel: DAX - ISIN: DE0008469008
    Börse: XETRA / Kursstand: 13.797,07 Pkt

An der Börse gibt es viele Weisheiten und die meisten von Ihnen haben ihre Berechtigung. Dazu zählt bspw. auch, Gewinne laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen. Praktisch äußert sich dies bspw. darin, in einem Trade größere CRVs anzustreben. Wenn man 500 EUR riskiert, möchte man am Liebsten 1000 und mehr Euro gewinnen!

Grundlegend ist dieses Ziel absolut erstrebenswert. Im Trading jedoch gibt es eben nicht nur ein Ziel oder nur eine Weisheit, die es zu beachten gilt und hier muss der erfolgreiche Trader Prioritäten setzen. Bei meinen beiden jüngst in PROmax durchgeführten Trades in der RWE- und Bayer-Aktie war genau dies der Fall. Die beiden Trades sind ein gutes Beispiel dafür, warum es sinnvoll ist, in bestimmten Situationen gegen Grundprinzipien und Börsenweisheiten zu verstoßen bzw. diese anders zu gewichten.

Die Tradingideen in RWE und Bayer!

Bei beiden Tradingideen handelte es sich um kurzfristige Setups innerhalb des PROmax-Depots. Beide Aktien befanden sich in einer Korrektur und zeigten dort Stabilisierungsansätze. So sahen die Stundencharts zum Zeitpunkt meines Einstiegs aus:

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Mit beiden Trades wurde ein CRV von deutlich über eins angestrebt. Riskiert wurde bezogen auf das zur Verfügung stehende Kapital nur relativ wenig, da die zu Grunde liegende Strategie ein aktives und aggressives Risiko- und Moneymanagement nutzt. Kurzum, die Positionsgröße war klein!

Trade was du siehst!

Zum Beginn der Trades orientierte ich mich also an der eingangs erwähnten Börsenweisheit, Gewinne möglichst laufen zu lassen und Verluste zu begrenzen. Letztlich aber muss man auf das reagieren, was nach dem Einstieg kommt, egal was man im Vorfeld geplant hat. Und bezogen auf die Bayer-Aktie und auch RWE zeigte sich relativ schnell, dass sich die Bullen zwar bemühen, Ihnen aber die Kraft fehlt. Erschwerend kam die Schwäche im Dax am Montag hinzu, wobei wir nahe des Tagestiefs mit einem kräftigen Verlust geschlossen haben. Dabei fielen wir auch aus einem Dreieck nach unten heraus:

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Diese Probleme waren dann auch gestern in der RWE- und Bayer-Aktie sofort zu spüren. Beide starteten schwächer in den Tag, als der Dax selbst. Im Anschluss tat man sich in Bayer schwer, den Widerstand um 52 EUR nachhaltig zu überwinden. Das gleiche Spiel bei RWE, wobei hier der Widerstand bei 37 EUR zu finden war.

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Diese Faktoren waren es dann auch, die mich zum Handeln „zwangen“. Zum Zeitpunkt meiner ersten Tradeanpassung lag ich in der Bayer-Aktie gerade einmal das einfache Risiko. Wie eingangs erwähnt, strebte ich ursprünglich wesentlich mehr an. In RWE konnte ich noch nicht einmal diesen Gewinn erreichen. Trotzdem zeigten mir die neuen Stundenkerzen, die ich zu meinem Einstiegszeitpunkt noch nicht hatte, dass ich reagieren musste. In Bayer nahm ich einen Teilgewinn mit und zog den Stopploss deutlich enger nach. In RWE reagierte ich, indem ich den Stopp anhob und damit das Risiko verkleinerte.

Nachdem ich diese Aktionen abgeschlossen hatte, wartete ich weiter ab. Natürlich hätte ich es begrüßt, wenn beide Aktien schwungvoll angestiegen wären. Das taten sie aber nicht und so musste ich am Nachmittag erneut reagieren. In Bayer zog ich den Stopp-Loss noch enger nach, während ich in RWE plus/minus Null ausstieg. Auch in Bayer bin ich kurz vor Handelsschluss aus charttechnischen Gründen und risikotechnischen Überlegungen mit dem Rest der Position um den Einstandspreis ausgestiegen.

Die gesamten Aktionen am Nachmittag sorgten bei dem einen oder anderen Leser für Fragen. Macht es beispielsweise wirklich Sinn, bei dem kleinen Gewinn in Bayer auszusteigen? Sollten die Stopps wirklich so eng nachgezogen werden? Sollte man der Aktie nicht Spielraum geben? Und was ist mit den Gebühren, wenn man so aggressiv vorgeht? Dann handelt man ja auch oft und produziert viele Gebühren? Oder auch beliebt: viel Arbeit für nichts! Macht das überhaupt Sinn?

Das alles sind berechtigte Fragen. Letztlich aber müssen wir auf das reagieren, was der Markt macht und der kümmert sich bekanntlich nicht um meine Gebühren. Ihn interessiert auch herzlich wenig, dass mein Trade gerade einmal das einfache CRV verdient hat, wo ich doch das zweifache oder dreifache angestrebt habe etc.

Es ist immer ein Abwägen!

Wie Sie an den folgenden Chart sehen, war meine Entscheidung am Ende richtig. Beide Trades wären am initialen Stop-Loss mit einem Verlust ausgeflogen. So konnte ich in Summe sogar noch gewinnen, wenn auch nicht viel.

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Natürlich klappt dies nicht immer und die Sache hätte auch anders laufen können. Letztlich aber hätte ich auch dann entsprechend reagiert. Natürlich waren auch die Fragen, ob es sich lohnt, so aggressiv vorzugehen und nur kleine Gewinne zu realiseren, berechtigt. Letztlich aber muss man Prioritäten setzen und dabei würde ich immer dem Markt und dem aktuellen Kursgeschehen den Vorrang geben. Gestartet bin ich in beiden Trades mit dem Gedanken an einen tollen CRV-Trade, geworden ist es aufgrund der weiteren Entwicklung ein nur kurzfristiger Trade mit kleinem Gewinn. Thats Trading! Und wenn man ehrlich ist, der Weisheit: Gewinne laufen lassen und Verluste begrenzen, bin ich damit sogar noch richtig gut gefolgt, auch wenn es zwischenzeitlich nicht danach aussah.

Viel Erfolg

Ihr Tradingcoach Rene Berteit