Ohne dabei ins Detail zu gehen (lesen Sie für nähere Informationen diesen Artikel meines Kollegen Thomas May) will ich Sie mit einigen „Biases“ konfrontieren, unter denen wir alle an der Börse leiden.

Ein Bias ist eine Befangenheit, eine Tendenz oder ein Vorurteil, das Sie prägt und in Ihrem Verhalten beeinflusst.

Die aus meiner Sicht sieben wichtigsten Bias, kurz und bündig.

  • Confirmation Bias

Sie suchen nach Informationen, die Ihre bereits bestehende Meinung bestätigen, überbewerten und missinterpretieren diese, während Sie dem widersprechende Informationen ignorieren. Daher gelingt es nicht, objektiv alle relevanten Fakten zu betrachten und als Ausgangspunkt für eine Entscheidung zu nutzen.

  • Disposition Effect

Sie verkaufen tendenziell Wertpapiere, die im Preis gestiegen sind und halten an jenen fest, die im Preis gefallen sind. Dadurch kommt es auf lange Sicht zu einer Underperformance.

  • Endowment Effect

Sie gestehen einem Wertpapier oder auch Wertgegenstand einen höheren Wert zu als gerechtfertigt; der einzige Grund dafür ist, dass er sich in Ihrem Besitz befindet. Sie würden eine andere Bewertung vornehmen, wenn dies nicht so wäre.

  • Hindsight Bias

Sie betrachten bereits eingetretene Ereignisse im Nachhinein als vorhersehbar und erklärbar. "War ja klar, dass das passiert!"

  • Home Bias

Sie investieren bevorzugt in Wertpapiere von Unternehmen mit Sitz in Ihrem eigenen Land, statt international zu diversifizieren.

  • Illusion of Control Bias

Sie glauben, Sie können den Ausgang von Ereignissen beeinflussen oder kontrollieren, auf die Sie aber überhaupt keinen Einfluss haben.

  • Overconfidence Bias

Sie zeigen übertriebenen Glauben an Ihr eigenes Urteilsvermögen, weit über das objektiv angemessene Niveau hinaus. Dies kann z.B. durch eine Serie von zufälligen Erfolgen begünstigt werden.