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Der Donchian Channel ist ein Indikator in der Chartanalyse, der nach seinem Erfinder Richard Davoud Donchian benannt wurde. Als solcher zeichnet er, wie der Name schon vermuten lässt, einen Preiskanal, der jeweils den höchsten und tiefsten Kurs der letzten „n“ Tage beinhaltet. Die Anzahl der Tage bzw. Kerzen - schließlich kann der Indikator in Charts aller Zeitebenen verwendet werden - ist vom Trader selbst festzulegen.

In Guidants ist der Indikator unter dem Namen HighestHigh/Lowest Low zu finden und besitzt eine Standardeinstellung von 10 Perioden (siehe Abbildung 1).

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Der Donchian als Erfolgsbasis der Turtles!

Populär dürfte der Indikator vor allen Dingen durch die Anwendung im Rahmen des Turtle-Trader-Programms geworden sein. Zwei der damals erfolgreichsten Trader, Richard Dennis und William Eckhardt, führten in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts eine Diskussion darüber, ob man Trader ausbilden kann oder ob diese "geboren" werden. Da man sich nicht einigen konnte, entschied man sich, es auszuprobieren.

Das Projekt Turtle Trader, bei dem letztlich aus über 1.000 Personen weniger als ein Prozent ausgewählt wurden, um diese zum Trader auszubilden, war geboren. Dabei wurde im Rahmen des Programms eine etwas modernisierte Interpretation des Donchian-Channels verwendet und da sowohl Dennis als auch Eckhardt sowie ihre Schüler zum Teil sehr erfolgreich waren, interessierte sich zunehmend auch die breite Anlegerschaft verstärkt für den Indikator.

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Optionen und Anwendungen!

Heutzutage wird der Indikator in nahezu jedem Chartprogramm angeboten. Neben der Möglichkeit, die Periodenlänge zu bestimmen, bieten einige Tools auch noch die Option, den Indikator zeitlich zu versetzen. Zudem findet der Indikator auch Anwenfung in anderen Werkzeugen, wie beispielsweise im Ichimoku.

Inhaltlich zeigt der Indikator wie bereits geschrieben, das höchste Hoch und tiefste Tief der vom Trader eingestellten Periodenlänge an. Zudem lässt sich über die Breite des Kanals auch die Schwankungsbreite bestimmen, die in diesem Zeitraum vorgeherrscht hat. In diesem Zusammenhang bietet sich der Indikator auch als Volatilitätsmaß an.

Neben analytischen Aussagen zur Schwankungsbreite oder den höchsten und tiefsten Kursen kann der Donchian-Channel auch als Basis für ein Handelssystem genutzt werden.

Die Turtle Trader haben es schließlich vorgemacht. Aus dem Indikator lassen sich sowohl Einstiegs- als auch Ausstiegssignale ableiten. Gehandelt werden können Ausbrüche aus dem Kanal, als auch ein antizyklisch orientiertes Trading, bei dem nach Ausbrüchen die Gegenseite gehandelt wird, um auf einen Rücklauf in den Kanal bzw. zur anderen Seite zu spekulieren. Dieser Ansatz wurde zum Teil immer populärer, nachdem man feststellte, dass das System der Turtle Trader in der damaligen Form kaum noch Profite abwarf. Passenderweise wurden diese konträren Ansätze unter dem Begriff Turtle Soup bekannt, da man konträr zu den Turtles handelte und diese quasi „abkochte“. Abbildung 2 fast verschiedene Ansätze zusammen.

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Zusammenfassung!

Der Donchian-Channel ist ein klassisches Instrument der Chartanalyse und des Tradings. Als solcher kann er sowohl für analytische Zwecke, als auch zum direkten Handel eingesetzt werden.

Mit zunehmender Computerisierung hat sich jedoch auch gezeigt, dass der Indikator nicht mehr ganz so erfolgreich ist, wie noch zu seinen Glanzzeiten in den 80er Jahren. Wie so oft sollten Anleger vorsichtig sein, wenn sie den klassischen Anwendungsregeln älterer Indikatoren folgen. Diese bieten meist nur kleine, oftmals sogar gar keine Vorteile mehr. Diese pauschale Aussage auf Basis eigener Erfahrungswerte gilt es in Form weiterer Artikel für den Donchian-Channel zu überprüfen. Bis dahin wünsche ich Ihnen viel Erfolg und gutes Gelingen,

Ihr Rene Berteit