Gold

Archäologen haben erforscht, dass Gold bereits 2000 v.Chr. in Ägypten gefördert wurde. Die ersten Goldmünzen ließ König Croesus im 6. Jahrhundert v. Chr. herstellen. Das gelbe Metall verfügt über eine hohe Dichte und wird durch Luft, Feuchtigkeit, Hitze und den meisten Lösungsmitteln nicht angegriffen.

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Gold lässt sich gut verarbeiten und verfügt über hervorragende Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme, Eigenschaften die das gelbe Edelmetall zu einem wichtigen Rohstoff für die Industrie machen. Der wichtigste Einsatzbereich ist die Elektroindustrie. Ein anderer wichtiger Bereich, in dem Gold schon seit 3000 Jahren verwendet wird, ist die Zahntechnik. Die mit großem Abstand wichtigste Branche in der Gold verarbeitet wird (75%) ist jedoch die Schmuckindustrie.

Gold wird auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis (hier ist Bergbau verboten) gefördert, wobei China der Hauptproduzent (2013: 413,1 Tonnen) ist. Weitere Vorkommen gibt es z.B. in Australien (Produktion 2013: 250,1 t), den USA (v.a. in Nevada, 2013: 231,3 Tonnen), Russland (231,1 Tonnen) und Peru (185 Tonnen). Allerdings ist anzumerken, dass aufgrund der Tatsache das Gold praktisch unverwüstlich ist, das Gold, das entlang der Zeit gefördert wurde, in der einen oder anderen Form weiter verwendet wird. Überirdisch sollen sich bereits gefördert zwischen 150.000 bis 185.000 Tonnen Gold befinden. Die Kosten für die Goldförderung steigen, da immer tiefer gegraben werden muss, um auf neue Goldvorkommen zu stoßen. Verschiedene Marktbeobachter schätzen die Produktionskosten von Gold im Jahr 2013 auf im Schnitt 1000 USD/Unze. Die Förderkosten sind die Basis für den Goldpreis. Geht der Goldpreis zurück, müssen ältere Minen, die besonders hohe Kosten aufweisen, geschlossen werden. Dadurch verringern sich wiederum die Fördermengen.

Der Goldstandard - Gold als Zahlungsmittel

1792 entschied der Kongreß der Vereinigten Staaten das ausgegebene Papiergeld durch Gold und Silber zu decken. Damit erhielt Gold eine formale Rolle als Währung. Jeder Bürger konnte sein Papiergeld bei der Zentralbank gegen Gold/Silber eintauschen. Präsident Richard Nixon hob 1971 den Goldstandard auf, was zum Zusammenbruch des Bretton Woods-Abkommens führte. Seitdem bewegen sich die Preise von Gold und die Wechselkurse, zumindest theoretisch, unabhängig voneinander. Die noch bestehenden beträchtlichen Goldreserven der Zentralbanken haben heute nur eine rein psychologische Absicherungsfunktion. In den Tresoren der Zentralbanken lagern weltweit über 30.000 Tonnen Gold. Den größten Anteil daran (ca. 26%) hält die Federal Reserve Bank, gefolgt von der Deutschen Bundesbank (ca. 11%) und der Banque de France (9,7%). Bei einem Goldkurs von 1.200 USD/Unze verfügt Deutschland über einen „Goldschatz“ im Wert von 135 Mrd. USD.

Gold wird an der New York Mercantile Exchange (Abteilung COMEX), am Chicago Board of Trade, an der Euronext/LIFFE, am London Buillon Market, an der Tokyo Commodity Exchange, an der Bolsa de Mercadorias and Futuros und an der Korea Futures Exchange gehandelt.

Silber

Die größten Silberlieferanten sind Mexiko, Peru, Bolivien und die USA. Silber wird zunehmend bei der Förderung von Basismetallen gewonnen. In den USA fallen bereits 50% der Silberminenproduktion als Nebenprodukt von Kupfer, Blei und Zink an. Jährlich werden fast 20.000 Tonnen gewonnen. Im Altertum konnte Silber an der Erdoberfläche oder in sehr geringen Tiefen gefunden werden. Daher wurde in Asien bereits 2500 v.Chr. Silber abgebaut. 700 v.Chr. wurden die ersten Silbermünzen in Griechenland hergestellt.

Silber ist das Metall mit der höchsten Leitfähigkeit für Elektrizität und Wärme. Es lässt sich leicht verarbeiten und reagiert nur mit wenigen chemischen Substanzen. Die Ausnahme ist Schwefel und Schwefel-Derivate. Silber in Reinform ist zu weich und wird deshalb als Legierung mit Kupfer verwendet. Unter der vor allem in der Schmuckindustrie benutzen Bezeichnung „Sterling Silber“, ist eine Legierung mit einem Silberanteil von mindestens 92,5% (d.h. 925) und Kupfer zu verstehen. Kupfer wird deshalb benutzt, weil es die Farbe des Silbers nicht verändert.

In der Schmuckbranche nimmt die Bedeutung von Silber immer stärker ab, dafür wird das Edelmetall immer wichtiger für die Industrie. Da Bakterien und Keime nicht auf einer Silberoberfläche überleben können, wird Silber in der Lebensmitteltechnik, der chemischen Industrie und der Pharmazie eingesetzt. Auch in der Fotoindustrie und der Elektrotechnik findet Silber Verwendung. 20,2% der Weltproduktion werden in den USA industriell verarbeitet, 14,7% in Indien und Japan und 6,5% in Italien.

1792 entschied der Kongreß der Vereinigten Staaten das ausgegebene Geld durch Gold und Silber zu decken. Zu dieser Zeit wurde der Silberdollar eingeführt, der noch bis 1965 hergestellt wurde. Heute sind nur noch in Mexico Silbermünzen im Umlauf.

Die Silberproduktion im Jahr 2012 lag laut dem Silver Institute bei 787 Millionen Unzen, nach 757 Millionen Unzen im Vorjahr. Die Nachfrage aus der Industrie lag bei 465,9 Millionen Unzen, jene aus der Fotografie bei 57,8 Millionen Unzen. Die Schmuckindustrie nahm 185,6 Millionen Unzen auf, die Produktion von Silberbesteck 44,9 Millionen Unzen und die Herstellung von Silbermünzen 92,7 Millionen Unzen.

Silber wird an der New York Mercantile Exchange (Abteilung COMEX), am Chicago Board of Trade, an der London Metal Exchange, am London Buillon Market und an der Tokyo Commodity Exchange gehandelt. Physisches Silber können Kleinanleger hingegen nur über Ladengeschäfte erwerben. Bekannte Deutsche Edelmetallhandler sind. Pro Aurum, silberling.de oder Geiger-Edelmetalle.

Platin

Das Wort Platin wurde aus dem spanischen Wort für Silber “platina” abgeleitet, natürlich aufgrund der weißlich-grauen Farbe des Edelmetalls. Platin ist eines der am seltensten vorkommenden Metalle, besitzt einen hohen Siedepunkt, ist leicht verformbar und verfügt über eine sehr gute elektrische Leitfähigkeit. Darüber hinaus ist Platin widerstandsfähig gegenüber Wasser, Luft, und bestimmten Säuren. Als Legierung mit dem Metall Iridium weist Platin eine sehr harte und temperaturbeständige Struktur auf. Aus diesem Grund bestehen das Pariser Urmeter und das Prototyp-Kilogramm aus einer Platin-Iridium-Legierung.

Das Edelmetall wird überall auf der Welt abgebaut, wobei Südafrika mit 80% den Hauptanteil fördert, gefolgt von Russland und Nordamerika. Um eine Unze Platin mit 95% Reinheitsgehalt (handelsüblicher Standard in Europa und USA) zu erhalten, sind zehn Tonnen Erz und ein 5-monatiger Veredelungsprozess erforderlich. 51% des produzierten Platins wird in der Schmuckindustrie verarbeitet. Zweitwichtigster Platinkonsument mit 21% der sind die Hersteller von Katalysatoren für Kraftfahrzeuge. Darüber hinaus wird Platin überall dort verwendet, wo Stoffe benötigt werden die nicht korrodieren dürfen: z.B. Medizin, Elektrotechnik und Petrochemie. Die Weltproduktion lag Schätzungen des britischen Chemiekonzerns Johnson Matthey zufolge im Jahr 2013 bei 5,74 Millionen Unzen, nach 5,65 Millionen Unzen im Jahr 2012. Die Nachfrage aus der Katalysatorherstellung erreichte 3,12 Millionen Unzen, gefolgt von der Schmuckindustrie (2,74 Millionen Unzen), der Industrie (1,79 Millionen Unzen) und der Investmentnachfrage (765.000 Unzen). Aus Altplatin stammten 2,075 Millionen Unzen Angebot.Aufgrund der sehr ähnlichen Eigenschaften von Platin und Palladium, ist bei einer Platinknappheit, bzw. einem hohen Platinpreis mit einer Substitution durch Palladium zu rechnen. Ausnahme ist hierbei nur die Schmuckindustrie, in der sich Palladium bis heute nicht durchsetzten konnte.

Platin wird an der New York Mercantile Exchange, an der Tokyo Commodity Exchange, sowie am London Buillon Market gehandelt.

Palladium

Palladium wurde 1803 von William Hyde Wollaston entdeckt. Er benannte es 1804 nach dem zwei Jahre vorher entdeckten Asteroiden Pallas. In der Natur tritt Palladium in geringen Mengen zwar fast immer zusammen mit den übrigen Elementen der PGM-Gruppe (Platingruppenmetalle) auf. Palladium wird in der heutigen Zeit als Nebenprodukt bei der Nickel-, Kupfer-, Blei-, Silber-, Gold und Platin-Produktion gewonnen. Palladium wird zusammen mit Platin gefördert aber es kommt auch bei der Förderung von Nickel zu Tage. Palladium wird vor allem bei der Herstellung von Katalysatoren für Fahrzeuge verwendet. 63% der Palladiumproduktion werden in diesem Bereich verarbeitet. In der Elektrotechnik werden weitere 21%, in der Zahntechnik 12% verarbeitet.Bei Knappheit von Platin und damit verbundenen erhöhten Preisen, wird Palladium als Substitut verstärkt nachgefragt.

Im Jahr 2012 wurden 8,7 Millionen Unzen Palladium dem Weltmarkt angeboten, 6,3 Millionen Unzen stammten aus den Bergwerken, 2,4 Millionen Unzen aus der Schrottwiederaufbereitung. 41% der weltweiten Minenproduktion stammt aus Russland, gefolgt von 38% aus Südafrika und 14% aus den USA. Die Nachfrage entfällt zu 67% auf die Herstellung von Katalysatoren. Sie hat sich in den zehn Jahren bis zum Jahr 2012 mehr als verdoppelt. Dies ist der höheren Automobilnachfrage in Schwellenländern sowie in jüngster Vergangenheit schärferen Abgasrichtlinien zuzuschreiben. 12% des Palladiumangebots wird durch die Elektronikindustrie verarbeitet, auf Schmuck entfällt 5% des Angebots, auf die Zahnindustrie 5%, die Investmentnachfrage nahm im Jahr 2012 4% des Angebots auf, während die Chemiebranche 5% des Palladiums verbrauchte.

Palladium wird an der New York Mercantile Exchange (Abteilung COMEX) und am London Buillon Market gehandelt.

Rhodium

Rhodium gehört zur Gruppe der sogenannten seltenen Metalle, die im Rahmen des globalen Rohstoffhypes jetzt die zweite Phase des industriellen Verwertungsprozesses einläuten. Denn während Öl, Kohle oder Nickel zur Produktion herkömmlicher Industriegüter verwendet werden, benötigt man speziell in der High-Tech-Branche Metalle mit ganz spezifischen Eigenschaften.

So zeichnen sich beispielsweise Rhodium und Ruthenium, die im Übrigen zu den seltensten und teuersten Platinmetallen gezählt werden, durch eine sehr hohe Schmelztemperatur und eine starke Widerstandsfähigkeit gegenüber Säuren aus. Eine Eigenschaft, die sie in der Autoindustrie und hier speziell bei der Herstellung von Katalysatoren unverzichtbar macht. Daneben finden die beiden ebenso wie Iridium auch Verwendung in elektrischen Schaltkontakten, sowie als Legierung in der Schmuckproduktion. Letzteres wird gerne auch bei Hochtemperaturanwendungen wie z.B. bei Zündkerzenelektroden eingesetzt. Wie begehrt das Trio ist, zeigt die Wertentwicklung seit 2004 von Rhodium um rund 700 (auf Eurobasis 1.100) und Iridium um 300 Prozent. Aber auch Uran und Molybdän entstammen der Gruppe der seltenen Metalle, wobei hier die strategische Bedeutung für die Kernkraftwerksnachfrage bei Uran oder die Bedeutung als wichtiges Härtungsmetall in der Luft-, Raumfahrt und in der Rüstungsindustrie bei Molybdän besonders im Vordergrund stehen.