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Jedem von uns ist zwar eine ganze Menge in die Wiege gelegt worden, das meiste aber was wir für das tägliche Leben brauchen, erlernen wir im Laufe der Zeit. Unser Lehrmeister ist das Leben selbst und wenn möglich, verzichten wir gerne eigene Erfahrungen und versuchen von denen zu lernen, die solche schon gemacht haben. Vom Wissen anderer und deren Erfahrungen zu profitieren, hat extrem viele Vorteile, die sich auch im Lernprozess innerhalb des Tradings widerspiegeln. Wir können versuchen allein auf Basis eigener Erfahrungen erfolgreich zu werden oder wir holen uns bei den Profis Tipps ein.

Tipps können tödlich für Ihr Konto sein!

Die meisten werden sich wann immer es möglich ist, für die Tipps und Tricks von Profis entscheiden. Dabei erwartet man natürlich hinsichtlich seiner Fragen eine so klare und kurze Antwort wie möglich. Dies zeigte auch eine Umfrage, die ich zuletzt in meinem Stream gemacht habe (siehe hier). Unter dem Deckmantel einer angestrebten Qualitätsverbesserung sollte diese Umfrage ein gänzlich anderes Problem zeigen:

Auf der einen Seite weiß ich als Coach, dass Fragen sehr oft nur sehr grob formuliert werden. Auf der anderen Seite wird eine klare und direkte Antwort immer bevorzugt. Das Problem ist jedoch, dass man extrem schnell aneinander vorbeireden kann. Ich kann Ihnen nämlich sagen, dass es auf sämtliche Fragen rund um das Thema Trading und Börse niemals nur eine Antwort gibt - zumindest so lange nicht, solange nicht sämtliche Rahmenbedingungen und Details geklärt werden.

Meiden Sie die erste Handelsstunde!

Ein einfaches Beispiel hierfür zeigte sich gerade wieder auf meinem Guidants-Desktop. Ein Leser zitiert dort die Aussage professioneller Trader, dass man in der ersten Handelsstunde nicht handeln sollte. In dieser seien die Kurse einfach zu volatil und man solle erst eine Tendenz abwarten, bevor man sich positioniert. Wenn Sie jedoch genau über diese Frage nachdenken, müsste sehr schnell klar werden, dass die Aussage viel zu allgemein formuliert ist. Ich bin mir sicher, ein Scalptrader wird diese Volatilität lieben, während ein Intraday-Trendtrader, der versucht seine Position bis zur Schlussglocke zu halten, Schwierigkeiten haben könnte. Was für den einen Trader passt und tatsächlich zu einer Steigerung der Gewinnchancen führt, kann für den anderen tödlich sein.

Es gibt immer Millionen von richtigen Antworten, je nach Kontext!

Diese Problematik können Sie auf nahezu alle Fragen zum Thema Trading und Börse übertragen. Auf die Frage, wo sie idealerweise ihr Stoploss platzieren sollten, gibt es Millionen von richtigen Antworten. Auch hier macht es einen gewaltigen Unterschied ob sie Intraday traden oder als Investor unterwegs sind. Aktienmärkte funktionieren anders als Währungen und Rohstoffe. Trader A verfolgt ein anderes Ziel als Trader B usw. und so fort.

Komplexer aber erfolgreicher!

Für Tradingeinsteiger mag es deprimierend sein, auf nahezu jede Frage eine Gegenfrage gestellt zu bekommen. Am Ende aber kann dies den Unterschied zwischen einem Totalverlust und einem erfolgreichen Trading ausmachen. Ich hoffe Sie denken von heute an viel öfter darüber nach, wie Sie einerseits ihre Fragen stellen. Je mehr Details sie in diese packen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass Sie die Antwort weiter voranbringt. Ich hoffe auch, dass Sie ab heute etwas skeptischer mit den überall anzutreffenden Tipps und Tricks von Profis umgehen. Ich kann Sie nur davor warnen, diesen blind zu folgen, ohne vorher überprüft zu haben, inwiefern die unterstellten Rahmenbedingungen bei solchen Tipps und Tricks auch auf Sie zutreffen. Das Lernen innerhalb des Tradings wird damit zwar komplexer, dafür aber auch erfolgversprechender.

Ihr Rene Berteit

Wenn Sie sich für Trading-Know-how im Allgemeinen und kurzfristigen Handel im Speziellen interessieren sind Sie bei mir genau richtig. Folgen Sie mir auf Guidants!