Bei Small-Caps handelt es sich allg. um Aktien mit einer geringen Marktkapitalisierung. Im Speziellen möchte ich hier jedoch auf eine besondere Gattung dieser eingehen, nämlich den Aktien, die auch noch ein geringes Handelsvolumen haben. In diesen Aktien wird so selten gehandelt, dass man es schon an den Kerzen sehen kann, dass es sich um einen Small-Cap (im definierten Sinne) handelt. Ein gutes Beispiel dafür ist die DFV-Aktie, vor allen Dingen in 2019, aber auch noch in diesem Jahr.

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Was macht diese Small-Caps so interessant?

Warum sich diese Aktien einer hohen Beliebtheit erfreuen, dürfte beim Blick auf den Kursverlauf von DFV deutlich werden. Wenn eine solche Aktie mal in Schwung kommt, sind aus dem Stand heraus 100 % und auch noch viel mehr innerhalb kürzester Zeit möglich. Da braucht man noch nicht einmal einen Hebel, um enorme Renditen zu erzielen.

Aber auch langfristig erscheinen solche Werte höchst lukrativ. Wir alle kennen die Storys von Facebook, Amazon, Netflix, Apple und Tesla. Oder wer mit Aktien nichts anfangen kann, darf sich gerne die eine oder andere Kontowährung anschauen. Hier können über Monate und Jahre extreme Renditen erzielt werden und wer träumt nicht davon, an der Börse so richtig abzuräumen?

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Die Realität sieht gänzlich anders aus!

An den Chancen, die der Handel von Small-Caps mit sich bringt, ist nicht zu rütteln. Die oben genannten Aktien sind ja der beste Beweis dafür, wie riesig die Gewinne sein können oder hätten sie nicht gern schon seit 1998 ein paar Apple-Aktie im Depot? Splitbereinigt kostete eine Aktie damals nicht einmal 0,15 USD. Wo stehen wir heute?

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Von dieser Rendite geblendet, übersehen viele Spekulanten (um das Wort Zocker zu vermeiden) das große Problem von Small-Caps. Zur damaligen Zeit sind viele Apples, Amazons, Netflix & Co. zum Rennen in einem neuen Wachstumsmarkt angetreten. Wie viele davon gibt es heute noch? Wie viele Aktien haben auch nur ansatzweise eine solche Performance hinlegen können? Und vor allen Dingen, ließ sich schon zu Beginn erahnen, wer es am Ende wirklich schaffen wird? Ich habe da so meine Zweifel!

Immer das gleiche Spiel!

Wenn wir uns mit Small Caps beschäftigen, geht es am Ende immer um die Frage, welches der Unternehmen schafft den großen Sprung und kann aus dem Schatten heraustreten und sich wirklich am Markt etablieren. Aber selbst wenn dies nicht gelingt, sehen wir bei vielen Small-Caps zwischenzeitlich immer wieder große Kurssprünge, auch wenn die meist wieder abverkauft werden.

In der Regel kommt es dann zu solchen Entwicklungen, wenn wieder einmal die nächste „Kuh durchs Dorf getrieben wird“. In Foren und Co. stürzt man sich auf extrem kleine Aktien, pusht diese aufgrund von vermeintlich positiven Nachrichten und kann dann innerhalb kürzester Zeit starke Kursgewinne verzeichnen, vorausgesetzt man ist früh investiert. Anleger verwechseln dabei die starken Kursgewinne mit „fundamentalem Fleisch“. Natürlich ist die News der Auslöser (hoffentlich gibt es eine News und nicht nur Stimmungsmache), dieser rechtfertigt aber selten eine Verdopplung oder Verdreifachung des Marktwertes innerhalb kürzester Zeit. Vielmehr kommen die starken Kursbewegungen deshalb zustande, weil es sich um einen marktengen Wert handelt. Schauen wir einfach nur noch einmal auf die DFV-Aktie.

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In DFV wurde vor dem ersten Kurssprung so wenig gehandelt, dass ein Investor mit einer Investitionssumme von nur 10.000 oder 20.000 EUR problemlos selbst eine Mega-Rally auslösen kann. Wenn dann aber solche Aktien in Foren und Co. präsentiert werden, finden sich schnell Summen von 100.000 und mehr Euro, die alle durch ein Nadelöhr in der Aktie investiert werden wollen. Dies und nicht ein fundamentaler Background lässt die Bewertungen so massiv steigen. Wenn dann keiner mehr da ist, der aus Angst den nächsten Hype zu verpassen, kauft, fällt die Aktie Stück für Stück wieder auf das Ausgangsniveau zurück - typisch Small-Cap! Wer es nicht glaubt, schauen Sie sich nur den Hype um Corona und potentielle Impfstoffe an. Immer das gleiche Spiel, seit Jahrezehnten!

Wie sieht professionelles Small-Cap-Trading aus?

Wenn wir uns jetzt anschauen, wie man in diesem Umfeld professionell agieren sollte, muss man sich immer vor Augen halten, dass wir an dem bisher beschriebenen Grundprinzip nichts ändert werden. Ganz im Gegenteil, wir wollen es professionell für uns nutzen (ohne rechtliche Grauzonen auszunutzen oder gar illegal zu agieren).

In meinen Augen heißt das Zauberwort ganz klar Portfoliobildung. Alles beginnt mit einer grundlegenden Recherche im fundamentalen/technischen Bereich, um nach Small-Caps in möglichen Zukunftsmärkten Ausschau zu halten. Bei dieser Suche werden wir wahrscheinlich sehr viele Aktien finden, die grundlegend infrage kommen. Um die Auswahl ein wenig einzugrenzen, sollte man sich die Unternehmen genauer anschauen und das betrifft sowohl das Zahlenwerk, aber auch das Management und Co. Man möchte mit dieser Vorauswahl einfach keine absoluten Luftnummern im Depot haben.

Sofern man eine entsprechende Auswahl eingrenzen konnte, wird man in allen Aktien zu möglichst günstigen Kursen einsteigen. Wir suchen nach Konsilidierungen, Korrekturen. Wir suchen weder nach schon laufenden Hypes noch nach laufenden Crashs.

Mit der so erfolgten Vorauswahl wollen wir vor allem eines: das große Drama vermeiden! Für den angestrebten Gewinn ist etwas anderes relevant. Wir setzen nicht auf eine Aktie, wir handeln ein Portfolio vieler „solider“ Kandidaten! Wir setzen nicht auf den „Lucky Punch“! Wir vertrauen nicht auf unser Glück und wir halten uns auch nicht für die Könige der Welt, die mit der Fähigkeit gesegnet sind, 20 Jahre in die Zukunft zu schauen. Natürlich hilft uns Erfahrung dabei, besser zu werden, womit wir unsere Chancen pushen können. Aber auch dann werden wir unser Kapital breitstreuen denn der Grund ist einfach:

Am Ende wird es nur ein, zwei oder drei neue Amazons geben!

Und was ist mit dem Rest? Nichts! Ein hoffentlich sehr geringer Teil der bei uns im Portfolio liegenden Aktien wird wahrscheinlich starke Verluste einfahren. Der überwiegende Teil der Aktien wird in Summe ein eher ausgeglichenes bis leicht positives Ergebnis bringen. Einige wenige Aktien werden tatsächlich spürbare Gewinner sein! Und die mit Abstand wenigsten Aktien sind die, mit denen wir angeben können. Das sind die Aktien, die nicht 100 oder 200, sondern eher 500 und 1.000 % im Gewinn liegen!

Warum halte ich diese Art des Small-Cap-Tradings für die beste? Ganz einfach! Dieser Ansatz ist problemlos reproduzierbar und das ohne, dass ich mich darauf verlassen muss, in die Zukunft schauen zu können. Das Dumme dabei ist nämlich, dass dies keiner kann! Darüber dürfen auch die ganzen Storys über vermeintlich geniale Anleger nicht hinwegtäuschen, die Trends früh erkannt haben. Ich erinnere mich da an spannende Storys während des Kryptorauschs. Aber waren die Anleger wirklich genial oder hatten sie einfach nur Glück? Denken bzw. rechnen wir mal kurz nach:

Nehmen Sie 1.000 Trader, die ausschließlich Münzen für ihre Einstiege werfen und jedes Mal All in gehen. Verlieren sie, ist alles weg, gewinnen sie, verdoppelt sich ihr Konto. Ich würde diese 1.000 Trader eher Zocker nennen, aber von diesen 1.000 Zockern werden 30!!!! nach 5 glorreichen Zufallsinvestments eine Rendite von 3.200 Prozent ausweisen, denn genau das kommt dabei raus, wenn man Hopp oder Topp spielt. Ja sie lesen richtig! Diese 30 Übertrader hatten einfach nur Glück (Fifty-Fifty-Chance)! Das Dumme ist, wir können Glück weder reproduzieren noch einfordern.

Wenn Sie also das nächste Mal was von Small-Caps und der nächsten großen Sache in Foren lesen oder wieder einmal jemandem begegnen, denken Sie hoffentlich an die obigen Worte, ein wenig mehr Skepsis ist in diesem Umfeld angebracht. Man kann mit diesem Trading- / Investmentstil sehr viel Geld verdienen, aber ich würde das lieber auf eine solide Basis stellen und mich nicht auf mein Glück verlassen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Erfolg

Ihr Tradingcoach

Rene Berteit