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Fehler kosten Geld, was für eine Binsenweisheit! Diese Erkenntnis wird sicherlich keinen vom Hocker reißen, denn jeder, der schon einmal getradet hat und dabei einen Fehler beging, wird dies auf seinem Konto zu spüren bekommen haben. Das Fehler Geld kosten, liegt schon in der Natur der Sache, denn allgemein kommt Mann oder Frau selten auf die Idee, einen Trade, der mit einem Gewinn geschlossen wird, als Fehler zu bezeichnen. So pauschal darf man Trades zwar nicht katalogisieren, aber dies ist ein anderes Thema. In diesem kurzen Beitrag geht es mir viel mehr darum, die Folgen „fehlerhaften Tradings“ aufzuzeigen, in der Hoffnung, Sie dazu anzuhalten, konzentriert, diszipliniert und gut vorbereitet ins Trading zu starten.

Greifen wir zur Veranschaulichung auf ein einfaches Beispiel zurück. Nehmen wir an, Sie sind ein trendorientierter Trader und gehen lediglich Positionen ein, die in Trendrichtung zeigen. Da passte es Ihnen gut, dass der DAX heute mit einem Aufwärtsgap in den Tag startete und dabei auch das gestrige Zwischenhoch bei 10.539 Punkten überwand. Es lag also von Beginn an im DAX-5 Minutenchart ein Aufwärtstrend vor.

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Geduldig warteten Sie die erste Korrektur ab, um dann bei 10.525 Punkten mit einem Ziel am bisherigen Tageshoch bei 10.568 Punkten Long zu gehen (siehe Chart). Der Trade läuft jedoch relativ schleppend an. Direkt die nächste Kerze ist rot, was Sie ein wenig nervös werden lässt. Glücklicherweise kommt anschließend eine grüne Kerze. Sie entspannen sich wieder, nur um in den nächsten Kerzen emotional auf Hochtouren zu laufen. Der Markt steht und bildete bärische Kerzen aus. In dieser emotionalen Phase haben Sie eine fixe Idee, die vielleicht noch durch Faktoren unterstützt wird, auf die Sie ansonsten nicht achten: Sie schließen den Long und gehen direkt bei 10.544 Punkten Short. Wenige Minuten später wird die Shortposition am Stoploss mit einem Minus von 24 Punkten geschlossen.

Sie haben gegen Ihre ursprüngliche Strategie gehandelt und sind Ihren Emotionen mit dem Shorttrade gefolgt. Ein Fehler, der Sie einiges gekostet hat, wie folgender Vergleich zeigt. Wie sähe Ihre Tagesbilanz aus, wenn Sie Ihrem Plan gefolgt wären:

Tradeanzahl: 1 

Gewinner: 1 

Verlierer: 0 

Kosten: 2 Punkte

Tagesgewinn brutto: 10.568 – 10.525 = 43 Punkte

Tagesgewinn netto vor Steuern: 43 – 2 = 41 Punkte nach Kosten

Die Realität sieht jedoch anders aus. Ihre tatsächlich Tagesbilanz zeigt folgende Performance:

Tradeanzahl: 2 

Gewinner: 1 

Verlierer: 1 

Kosten: 4 Punkte (2 Punkte je Trade)

Tagesgewinn brutto = Longtrade: 10.544 – 10.525 = 19 Punkte

Shorttrade: 10.544 – 10.568 = -24 Punkte

Saldo: -5 Punkte

Tagesgewinn netto vor Steuern: -9 Punkte nach Kosten.

Anstatt eines Vorsteuergewinns von 41 Punkten sehen Sie sich einem Verlust von 9 Punkten gegenüber und das, obwohl Sie ihre fixe Idee, Ihr Tradingfehler direkt „nur“ 24 Punkte gekostet hat. Die Opportunitätskosten schlagen jedoch noch einmal in gleichem Umfang zu. Sie sehen also, welche fatalen Folgen sich aus Fehlern ergeben können, vor allem dann, wenn Opportunitätskosten ins Spiel kommen. Dies ist nicht immer, aber relativ oft der Fall. Sich die Auswirkungen vor Augen zu halten hilft Ihnen eventuell, sich darauf zu konzentrieren, diszipliniert im Sinne der eigenen Tradingstrategie zu arbeiten und auf Ideen wie: „Ach, das probiere ich jetzt einfach mal“ zu verzichten. Sie dürfen dieses „Was-wäre-wenn-Spiel“ gerne einmal an Ihren Trades der letzten Tage, Wochen und Monate durchführen. Manchmal ist der Sprung zum erfolgreichen Trader näher als man denkt. Anstatt immer wieder neue Setups zu probieren, müssten eventuell nur einige Fehler vermieden werden.

Viel Erfolg

Rene Berteit