Ein Fonds sammelt Geld von Anlegern ein, die in eine bestimmte Anlageidee oder -strategie investieren wollen. Das im Fonds hinterlegte Kapital wird als Sondervermögen behandelt: Es gehört weder der Fondsgesellschaft, die den Fonds auflegt und verwaltet, noch der Depotbank, bei der die Wertpapiere und Werte des Fonds gelagert werden. Anleger genießen damit ein Höchstmaß an Sicherheit: Sondervermögen ist vor dem Zugriff der Investmentgesellschaft selbst oder ihrer Gläubiger – etwa im Insolvenzfall – geschützt.

Das im Fonds enthaltene Fondsvermögen wird vom Fondsmanagement möglichst gewinnbringend angelegt. In Abhängigkeit von der Strategie des Fonds und der Risikobereitschaft seiner Anleger wird zum Beispiel in Aktien, Renten (festverzinsliche Wertpapiere), Devisen, Immobilien und Rohstoffe investiert. Fondsanleger sind damit an der Entwicklung von Unternehmen, Staaten, Branchen oder auch Rohstoffen beteiligt. Anleger können ihre Fondsanteile börsentäglich handeln.

Welche Arten von Fonds gibt es?

Unterteilt wird in „offene“ und „geschlossene“ Fonds. Offene Fonds können über Broker oder Bankhäuser erworben werden. Die breite Mehrzahl der Aktien-, Anleihen-, Geldmarkt-, Misch- oder Dachfonds sind offen ausgestaltet. Die Anzahl der Anteile ist nicht begrenzt. Wollen Anleger ihre Fondsanteile verkaufen, ist die Fondsgesellschaft verpflichtet, diese zum sogenannten Rücknahmepreis abzunehmen. Anlegern bietet sich mit offenen Fonds der Vorteil, dass sie jederzeit Anteile verkaufen beziehungsweise nachkaufen können. Ein weiterer Pluspunkt: Anleger können oft schon ab 30 Euro Vermögen aufbauen. Gegenüber geschlossenen Fonds sind offene Fonds demnach äußerst flexibel.

Bei geschlossenen Fonds geht es meist um eine bestimmte Investitionssumme für ein festgelegtes Asset. Bekannte Beispiele hierfür sind Schifffonds oder Immobilienfonds. Grundsätzlich ist die Beteiligung an einem geschlossenen Fonds nur während der Emissionsphase möglich. Sind alle Anteile verkauft, wird der Fonds geschlossen und das Investitionsvorhaben umgesetzt. Der An- oder Verkauf von Anteilen an geschlossenen Fonds ist nur schwer möglich, denn es gibt keine Rücknahmeverpflichtung des Fondsinitiators. Vor diesem Hintergrund eignen sich Investments in geschlossene Fonds eher für Anleger mit einem längerfristigen Anlagehorizont.

Unterschiede zwischen Fonds

Offene und geschlossene Fonds lassen sich in verschiedene Kategorien unterteilen, wie etwa in ausschüttende und thesaurierende Fonds. Soll der Gewinn der Anleger am Jahresende ausgeschüttet oder reinvestiert werden? Anleger haben die Wahl. Für den Vermögensaufbau sind mit Blick auf die Zinseszinsen eher thesaurierende Fonds geeignet.

Fonds werden darüber hinaus mit Blick auf Anlagestrategie und Anlageregion voneinander unterschieden. Nicht zuletzt gibt es noch die deutliche Unterscheidung zwischen aktiv und passiv gemanagten Fonds. Die Masse der am Markt gehandelten Fonds setzt sich aus klassischen offenen Fonds zusammen, die in folgende Fondsklassen unterteilt werden:

Aktienfonds

Anleger investieren hauptsächlich in Aktien aus einem bestimmten Markt beziehungsweise aus einem Index, wie etwa DAX und Euro Stoxx 50. Dabei darf das Fondsmanagement kleinere Anteile des Fondsvermögens am Geldmarkt oder auch in Derivaten investieren. Leerverkäufe hingegen sind verboten oder zumindest sehr stark eingeschränkt.

Anleihenfonds

Investiert wird in Anleihen bestimmter Emittenten und Bonitätsstufen. Im Allgemeinen investieren Anleihenfonds in staatliche Schuldverschreibungen bis zum Investment Grade BBB+. Investiert wird auch in Unternehmensanleihen, hier ebenfalls bis zum Investment Grade BBB+. Investiert werden kann aber auch in High-Yield-Fonds: Sie enthalten Anleihen von Emittenten mit niedriger Bonität und somit höherer Ausfallwahrscheinlichkeit, was sich jedoch in höheren Zinsen widerspiegelt.

Geldmarktfonds

Das Kapital wird fast ausschließlich in Geldmarktpapiere, also in festverzinsliche Papiere, mit einer kurzen Restlaufzeit (unter einem Jahr) angelegt. Die Gefahr ungewollter Wertschwankungen durch Änderung des Zinsniveaus ist gering, da die Papiere schon sehr bald endfällig und die Bonitätsklassen sehr hoch sind. Im Gegenzug sind die Zinsen dieser Fonds relativ gering. Deshalb eignen sich Geldmarktfonds zum kurzfristigen „Parken“ von Geld.

Mischfonds

Diese Fonds setzen sich im Allgemeinen aus einer Aktien- und einer Anleihenkomponente zusammen. In Abhängigkeit von der Marktsituation werden Aktien- und Anleihenanteil angepasst.

Dachfonds

Hier wird das Fondsvermögen in verschiedene andere Fonds investiert: Hintergrund ist das Streuen von Risiko. Dachfonds können einen bestimmten Strategieschwerpunkt haben – etwa Biotechfonds. Doch gerade bei Dachfonds, die auf eine bestimmte Strategie oder eine Region ausgerichtet sind, gilt es für Anleger vorsichtig zu sein. Meist sind in einem Dachfonds nämlich Fonds mit ähnlicher Strategie und ähnlichem Horizont enthalten, die unter Umständen sogar identische Titel im Portfolio haben – und deren Erwerb somit alles andere ist als ein Beitrag zur Risikostreuung. Berücksichtigt werden sollten bei Dachfonds auch die höheren Verwaltungskosten, die im Vergleich zu einem breit investierenden Einzelspezialfonds anfallen. Am besten ist es also, wenn Anleger einen Dachfonds erwerben, der auf unterschiedliche Asset-Klassen, Anlagestrategien und Regionen ausgerichtet ist.

Aktiv gemanagte Fonds

Das Fondsmanagement eines aktiv gemanagten Fonds hat sich das Ziel gesetzt, die Wertentwicklung der Benchmark zu übertreffen: Es soll also eine bessere Rendite erzielt werden als andere Anlagen der gleichen Klasse erwirtschaften. Fondsmanager beobachten deshalb die Zusammensetzung des Fondsportfolios aktiv, überprüfen und passen je nach Marktsituation an. Ein aktiv gemanagter Fonds spiegelt also die Fähigkeiten und Fertigkeiten des Fondsmanagements – was natürlich auch zulasten der Anleger gehen kann. Verlässt ein Fondsmanager den Fondsanbieter, kann sich das dramatisch auf die Performance und auf die Ergebnisverlässlichkeit des Fonds auswirken.

Passiv gemanagte Fonds

Viele Untersuchungen zeigen: Die meisten Fondsmanager können langfristig nicht den Markt schlagen. Nur einer Handvoll Fondsmanagern gelingt es, kontinuierlich über der Benchmark zu liegen. Nicht zuletzt kostet ein Fondsmanagement-Team viel Geld und die Versorgung mit Daten hat ebenfalls ihren Preis. Wenn dann auch noch die Performance zu wünschen übrig lässt, liegt es für Anleger nahe, auf passiv gemanagte Indexfonds auszuweichen, denn diese bieten einfache Investments in bestimmte Indizes an. Ein Beispiel: Wer sich für Dividendentitel interessiert, erwirbt einen Indexfonds auf den DivDAX und kann an der Entwicklung dieses Index fast genau eins zu eins partizipieren. Wer auf Aktien der europäischen Industrieländer setzen will, legt sich einen Euro-Stoxx-50-Indexfonds ins Portfolio. So gibt es für fast jede Anlageregion und für die meisten Anlagestrategien eine riesige Bandbreite von passenden Indizes, die mit Fonds abgebildet werden. Interessant dabei: Zwar können passive Fonds keine besseren Ergebnisse abliefern als der Markt sie bietet. Zugleich können sie jedoch auch nicht wesentlich schlechter abschneiden als der Markt.

Exchange Traded Funds (ETFs)

Bei Exchange Traded Funds (ETFs) handelt es sich meist um Investmentfonds, die einen Index nachbilden und an der Börse gehandelt werden. Viele Börsen, wie etwa Frankfurt und Stuttgart, haben eigene Segmente für den Handel mit ETFs eingerichtet. Der Handel findet also nicht direkt über die Fondsgesellschaft statt, sondern mit anderen Marktteilnehmern. Exchange Traded Funds sind immer zum aktuellen Börsenpreis handelbar, da ihre Kurse fortlaufend aktualisiert werden. Die vielen Vorteile von passiven Indexfonds gegenüber konventionellen, aktiv gemanagten Fonds haben dazu geführt, dass die Nachfrage nach ETFs in den vergangenen Jahren immer weiter gestiegen ist. Auch bei ETFs wird zwischen passiv gemanagt und aktiv gemanagt unterschieden. Die meisten ETFs sind passive Indexfonds.

ETFs werden nicht ausschließlich auf Aktienindizes emittiert. Neben ETFs auf beinahe jeden größeren Aktienmarkt- oder Strategie-Index weltweit werden auch ETFs auf Anleihenund Rohstoff-Indizes aufgelegt. Damit können Anleger auch von der Entwicklung dieser Anlageklassen profitieren.

Autor: Helge Rehbein

(geschrieben von Helge Rehbein)