Herr Gellert, was sollten Anfänger im Forex-Handel beachten?

Auf den ersten Blick könnte die Bezeichnung „Königsklasse des Trading“ Anfänger ja eher abschrecken, aber verdient hat der Forex-Handel den Namen wohl eher auf Grund der zahlreichen Vorteile gegenüber anderen Instrumenten. Denn im Grunde genommen ist der Devisenhandel nicht komplizierter als der Handel mit anderen Anlageklassen, also Aktien oder Derivaten. Näher kommen sie dabei den Derivaten, denn Devisen werden in der Regel immer auf Margin, d.h. mit Hebel gehandelt. Die wohl mit Abstand höchste Liquidität aller Anlageklassen sorgt dabei für sehr geringe Spreads, d.h. Unterschiede zwischen An- und Verkaufskursen. Beginnt der Anfänger also mit kleinen Positionen, ist dies für ihn auch mit sehr geringen Kosten verbunden, ein Training unter Live-Bedingungen somit auf Grund fehlender Mindestgebühren sehr attraktiv. Denn der Spread ist in der Regel neben Finanzierungskosten bei Positionen über Nacht die einzige Gebühr, die der Kunde zahlt. Des Weiteren können Devisen rund um die Uhr gehandelt werden. Somit sind böse Überraschungen durch Kurssprünge z.B. zur Handelseröffnung, wie man sie von Aktien und Indizes kennt, nahezu unmöglich.

Welche Kriterien sind bei der Auswahl eines Forex-Brokers zu beachten?

Wichtigstes Kriterium ist in meinen Augen das Werkzeug, mit dem der Kunde handelt, d.h. die Handelsplattform, auf der der Kunde seine Transaktionen durchführt. Auf den ersten Blick sehen alle Plattformen mit blinkenden Kursen, Nachrichten und jeder Menge Charts relativ gleich aus. Aber ein Blick hinter die Kulissen, insbesondere auf die Preisstellung und die Orderausführung eines Brokers macht schnell die Unterschiede deutlich, die den Anleger am Ende bares Geld kosten können. Schlechte Preisstellungen oder zu anderen als den gewünschten Kursen ausgeführte Aufträge nagen an der Rendite eines jeden Traders. Klare Unterschiede gibt es zwischen den so genannten Market Makern und den Brokern, die im Forex-Handel alle Order der Kunden ohne Dealing-Desk, d.h. direkt im Interbankenmarkt ausführen. FXCM agiert im Forex-Handel als No-Dealing-Desk-Broker. Die dem Handel angeschlossenen Banken bieten uns die ausreichend hohe Liquidität, die wir brauchen, um alle Aufträge der Kunden zum jeweiligen Marktpreis ohne jegliche Verzögerung auszuführen. Ein Market Maker dagegen nimmt immer die Gegenseite des Kunden ein, was grundsätzlich nicht schlechter sein muss als bei der No-Dealing-Desk-Orderausführung. Allerdings bietet der in diesem Fall existierende Interessenkonflikt, dass der Broker gewinnt, wenn der Kunde verliert und umgekehrt, viel Raum und damit die Gefahr für eine möglicherweise nicht immer faire Ausführung der Kundenaufträge.

Eng verbunden mit diesem Thema sind die Frage der Sicherheit der eingezahlten Kundengelder, und wo der Anbieter durch eine Finanzaufsichtsbehörde reguliert ist. Auch der Broker ist ein Dienstleister für den Kunden, deshalb liegt ein wichtiges Augenmerk immer auf dem gebotenen Service rund um den Handel, also, wann ist der Broker in weicher Sprache erreichbar, aber auch mit wie viel und wie kompetenten Mitarbeitern steht er für alle auftretenden Fragen besonders von Anfängern zur Verfügung.

Wer ist die Zielgruppe von FXCM? Was macht einen typischen Kunden von Ihnen aus?

Ganz klar freuen wir uns selbstverständlich über jeden Kunden, der sich sowohl im Forex- als auch im CFD-Handel für uns entscheidet. Aber im Gegensatz zu einigen anderen Anbietern, insbesondere den oben angesprochenen Market Makern buhlen wir nicht mit annähernd Null Spreads, einem Konto ab 50 Euro und dann noch mit einem Begrüßungspaket von einigen Hundert Euro um all diejenigen, die glauben, nun endlich im Forex-Handel die Lizenz zum Gelddrucken gefunden zu haben. Wir bieten unseren Kunden eine sehr faire Orderausführung zu attraktiven Konditionen und neben einem Service auf hohem Niveau mit unserem Analyse- und Research-Tool DailyFX.de alle wichtigen Analysen, Hintergründe und Hilfestellungen rund um den Devisenhandel. Unsere Gebührenstruktur erfüllt genau den Anspruch des eher erfahreneren und dadurch auch aktiveren Traders. Je mehr der Kunde handelt, um so geringer sind zum Beispiel die Spreads. Unsere aktiven Trader können zum Beispiel das Währungspaar Euro/US-Dollar schon mit einem Spread von 1,5 Pips handeln. Dieses Angebot spiegelt sich am Ende dann auch in unserer Kundenstruktur wider. Der Großteil unserer Kunden handelt sehr häufig und dann auch hohe Volumina und kommt somit sehr schnell in den Genuss der attraktiveren Konditionen.

Welche Alleinstellungsmerkmale hat FXCM am deutschen Markt?

Mit unserer No-Dealing-Desk-Orderausführung garantieren wir dem Kunden immer eine sofortige Ausführung zum bestmöglichen Preis. Das bedeutet auch, dass der Kunde bei uns keine Re-Quotes bekommt. Solche nachfolgenden Preisveränderungen kosten den Trader neben Nerven auch bares Geld, denn immer wieder kleine Preisanpassungen summieren sich am Ende auch auf. Apropos Geld: Auf unseren FXCM-Konten gibt es keine Nachschusspflicht, das heißt, ein im Extremfall auftretendes Minus im Konto gleichen wir sofort aus. Unsere Kunden können für ihren Handel zwischen unserer eigenen Handelsplattform Trading Station, als Download oder webbasiert, auch für alle gängigen mobilen Endgeräte, und der MetaTrader4–Plattform wählen. In allen Fällen bekommt der Kunde die No-Dealing-Desk-Orderausführung ohne Re-Quotes. Wer lieber automatisiert handelt, ist bei uns ebenso herzlich willkommen. Neben Unterstützung bei der Anbindung kann unser Expertenteam auch bei der Programmierung solcher Systeme helfen. Zusätzlichen bieten wir den aktiven Tradern zur Nutzung ihrer Handelssysteme einen kostenfreien so genannten Virtual Private Server (VPS) an, der im Übrigen auch von den nicht gerade wenigen Mac-Usern unter uns genutzt wird.

Reichlich Unterstützung durch unsere Analysten findet der Kunde in unserem Analyse- und Research-Portal DailyFX.de. DailyFX.com. Die große Schwester unserer im Sommer vergangenen Jahres gelaunchten deutschen Seite ist eine schon mit vielen Preisen ausgezeichneten und meist besuchten Devisenportale weltweit. Dort ist auch unser Speculative Sentiment Index (SSI) zu finden. Dieser spiegelt die Position unserer inzwischen weltweit über 200.000 Kunden in allen wichtigen Währungspaaren wider.

Welche Rolle spielt bei Ihnen zusätzlicher Service für die Kunden: Setzen Sie auf die fachliche Weiterbildung Ihrer Kunden?

Neben unserem Angebot auf DailyFX.de, wo unsere Kunden diverse Schulungsunterlagen zu Themen wie Risiko- und Moneymanagement und Technischer Analyse finden, bieten wir unseren Kunden diese und andere Themen im Rahmen von Seminaren, Webinaren und Workshops an. Zudem findet auf DailyFX.de börsentäglich ein Morning Meeting um 10:30 Uhr statt, welches einen Überblick über die tägliche Lage an den globalen Devisenmärkten gibt. Mindestens einmal pro Woche gibt es zusätzlich ein Live-Trading, wo den Teilnehmern die Denkweise eines Traders vor, während und nach einem Trade näher gebracht wird. Das Besondere: dieser Service ist kostenlos, es ist keinerlei Registrierung nötig. Regelmäßig geht unser Analystenteam auch auf Roadshow quer durch Deutschland und Österreich. Die letzte Trading-Konferenz im November vergangenen Jahres war ein voller Erfolg. Neben Deutschlands Nummer Eins in Sachen Börsenpsychologie, Joachim Goldberg von Cognitrend, konnten wir den erfolgreichen Fondsmanager und Buchautor Stefan Riße gewinnen. Highlight allerdings war die Teilnahme von Birger Schäfermeier, dem wohl bekanntesten Trader Deutschlands. Birger hielt nicht nur ein Vortrag auf der Konferenz, sondern leitete am nächsten Tag zusammen mit unserem Marktanalysten Jens Klatt einen halbtägigen Workshop, in dem beide in kleiner Runde einen Einblick in ihre Strategien gaben.

Was ist in 2013 neu bei FXCM?

Wenn ich vorhin schon hervorgehoben habe, dass wir im Forex-Bereich als No-Dealing-Desk-Broker unterwegs sind, kann ich jetzt noch eins draufsetzen. Zusätzlich zu diesem Angebot starten wir in diesen Tagen damit, unseren Kunden auch die Möglichkeit zu geben, ihre Aufträge über ein Dealing Desk abzuwickeln. Da wir in diesem Fall den Spread am Interbankenmarkt nicht bezahlen müssen, sind wir in der Lage, die Spreads bei den wichtigsten Währungspaaren um über 40 Prozent zu senken. In diesem Fall handelt dann der Kunde mit FXCM als Gegenpartei, was aber nicht bedeutet, dass wir den oben angesprochenen Interessenkonflikt zum Nachteil des Kunden ausnutzen. Die gestellten Kurse leiten wir weiterhin vom Primärmarkt ab. Da unser oberstes Ziel darin besteht, dem Kunden die größtmögliche Transparenz zu bieten, laden wir ihn ein, beide Modelle mit einem Demokonto parallel zu testen, um dann zu entscheiden, welche Alternative für ihn die bessere ist. Wer den größtmöglichen Wert auf geringe Spreads legt und zusätzlich von einer fairen Orderausführung über unser Dealing Desk überzeugt ist, ist mit dieser Alternative sehr gut bedient.

2013 werden wir auch dafür nutzen, unsere Partnerschaft mit United Signals weiterzuentwickeln. Das gibt Anlegern die Chance, erfolgreiche Strategien anderer Trader zu nutzen, aber auch eigene Strategien zu entwickeln und diese wiederum einem Forum zur Verfügung zu stellen und bei Erfolg damit ein zusätzliches Einkommen zu erzielen. Außerdem haben wir in diesen Tagen ein weiteres großes Projekt abgeschlossen, und zwar die Anbindung unserer Plattform an den erfolgreichen NinjaTrader. Für das Frühjahr planen wir eine weitere Roadshow. Wegen des großen Erfolges wird Birger Schäfermeier wieder mit dabei sein und diesmal auch der Trader und erfolgreiche Buchautor Michael Voigt. Die genauen Termine stehen noch nicht fest, aber wir werden rechtzeitig von uns hören lassen.

Eine letzte Frage: Wohin entwickeln sich Ihrer Einschätzung nach die Währungspaare EUR/USD und EUR/YEN in 2013?

In der Theorie sollten Währungsverhältnisse ja immer die wirtschaftliche Verfassung der bestimmten Regionen widerspiegeln und nicht durch Regierungen und Notenbanken zum Vorteil einer höheren Wettbewerbsfähigkeit manipuliert werden. Die Praxis in diesen Tagen allerdings sieht etwas anders aus. Während die Europäische Zentralbank alle Forderungen des französischen Premiers Hollande nach einem Einsatz für einen schwächeren Euro zurückgewiesen hat und die US-Notenbank gerade dabei ist, ihre ultralockere Geldpolitik zu überdenken, geht die Bank of Japan ganz offen mit dem Problem eines zu starken Yen um. Sie wird alles dafür tun, das Land aus Deflation und Rezession zu führen, dafür die Notenpresse noch schneller rotieren lassen und damit zwangsläufig den Yen weiter schwächen. Deshalb wird in meinen Augen die seit einem halben Jahr anhaltende Abwärtsbewegung des Yen nur der Anfang sein und Nippons Währung zu den großen Verlierern 2013 gehören. 140 EUR/JPY sollten in diesem Jahr erreicht werden. Stärker sollte der Verlust des Yen aber gegenüber dem US-Dollar ausfallen, da meine Prognose für EUR/USD eher pro Dollar lautet. Während die US-Konjunktur langsam aber sicher wieder auf die Beine zu kommen scheint, sehe ich in der Eurozone noch wenig bis gar kein Licht am Ende des Tunnels. 2013 können wir nicht zuletzt auch dank eines kriselnden Schwergewichtes Frankreich, aber auch weiter wenig Hoffnung für den Club Med wohl abschreiben und wenn überhaupt auf eine schwarze Null in Sachen Wachstum hoffen. Deshalb glaube ich, dass wir mit 1,37 EUR/USD den vorläufigen Wendepunkt in der Erholung der Gemeinschaftswährung gesehen haben und wir uns eher wieder in Richtung 1,30 EUR/USD und darunter entwickeln.

Die Fragen stellte Helge Rehbein.

(geschrieben von Helge Rehbein)